Brutpaare( n)
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auf Ebene des Bundeslandes für Trendaussagen der Singvögel, Greifvögel und Eulen noch zu unsicher sind. Um die Ergebnisse belastbarer zu machen, bedarf es einer größeren und kontinuierlichen Beteiligung. Dazu sei an dieser Stelle eindringlich aufgerufen. In den letzten Jahren legten mindestens sieben Ornithologen aus Brandenburg oder Berlin eine Beringerprüfung ab, ohne jedoch danach eine Zulassung als Beringer zu beantragen. Vor dem o. g. Hintergrund ist das bedauerlich!
Der rückläufige Trend beim Kormoran setzte sich 2020 weiter fort und ließ den Bestand auf einen neuen Tiefstand der zurückliegenden zwei Jahrzehnte schrumpfen: Mit 940 Paaren lag er nur noch bei einem Drittel des bisherigen Maximalbestandes von 2001( Abb. 5). In der Uckermark scheiterten erneut alle vier Kolonien, ohne dass eine Umsiedlung bekannt wurde. Der Zusammenbruch der Kolonie auf dem Trebelsee( Mittlere Havel) bewirkte vier Ansiedlungsversuche an anderen Stellen, von denen nur einer in der Stadt Brandenburg/ Havel erfolgreich verlief. Parallel häuften sich im Laufe der Brutzeit Beobachtungen von Hunderten Individuen, die offenbar nicht oder nicht mehr brüteten. Grund für die rückläufige Entwicklung ist allem Anschein
Otis 27( 2020)
nach die steigende Präsenz von Waschbären; in den Poldern entlang der Oder spielten zudem erneut niedrige Wasserstände eine Rolle. Die ermittelte Jungenzahl in 161 Nestern aus 5 Kolonien betrug 2,29. Die Fortpflanzungsziffer lag unter Berücksichtigung des Totalverlustes in 6 der 13 Kolonien bei nur 0,89 ( n= 375) und war damit erneut sehr niedrig. Bei jahrelang unterdurchschnittlichen Nachwuchsraten und sinkenden Beständen scheint die Immigration nach Brandenburg aus den großen Brutbeständen in Mecklenburg- Vorpommern und auch Polen sehr gering zu sein. Da sich von den zahlreichen farbberingten Jungvögeln einige wenige, ausschließlich aus dem Unteren Odertal, in Mecklenburg- Vorpommern angesiedelt haben, wäre eine umgekehrte Ansiedlungsrichtung, d. h. von der Küste ins Binnenland ebenso denkbar. Da entsprechende Ringablesungen zur Brutzeit ausblieben, scheint dies aber kaum stattzufinden. Bei anhaltendem Trend wird der Kormoran in zehn Jahren in der nächsten brandenburgischen Roten Liste stehen.
Wiederholt konnten wir in den letzten Jahren über Erfolge bei der Markierung oder Erdverkabelung von Energie- Freileitungen zugunsten der Vögel berichten. Der in der Otis 2016 beschriebene
3000
2500
2000
1500
1267
1177
1000
729
500
373
300
152
70
0
1990
1991
1992
1993
1654
2206
2100
2008
2813
2715 2602
2626
2614
2515
2492
2504
2391
2319
1827
1887
1841
1731
1540
1446
1390
1187
1116
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
Abb. 5.: Entwicklung des Kormoran- Brutbestandes in Brandenburg 1990-2020. Population trend of the Great Cormorant in Brandenburg 1990-2020.
940