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eine abermalige Kaufsumme von Seiten der Hofwirte abgelöst. Unter dem 18. Januar 1819 findet sich dann im Hypothekenbuch bei Vehlow und Brüsenhagen folgende Eintragung:
„Die Gemeinden Vehlow und Brüsenhagen haben die Befreiung von den übrigen herrschaftlichen Diensten und Abgaben und das uneingeschränkte Eigentum ihrer Höfe für 9325 rthlr. und 1001 rthlr. 1 gr., sowie der Lehnschulze Christian Redder zu Brüsenhagen ebenmäßig das freie Eigentum seines Hofes für 133 rthlr. 8 gr. außer den im Jahre 1798 gezahlten 800 rthlr. — zufolge des am 9. Juni 1817 mit dem zeitigen Besitzer abgeschlossenen am 30. März 1818 bestätigten Vergleiches und Nachtrages vom 13. Juni 1818 erworben, welches hier mit Vorbehalt der ediktmäßigen Ansprüche der Lehn- und Hypothekenberechtigten an die Loskaufgelder nach der Verfügung vom 18. Januar 1819 abgeschrieben worden."
Damit war die Befreiung der Lehnhofbauern endgültig dnrchgeführt.
Blumenthaler Töpfer.
Von Albert Guthke.
^<V>ie aus Matches' „Urgeschichte des Kreises Ostprignitz" er- sehbar, hat die Dorffeldmark Dahlhausen als einzige des Gebiets aus jedem der 6 Zeiträume von der Steinzeit bis zum Mittelalter mit Gewißheit Spuren menschlicher Arbeit, insbesondere der Jrdentöpferei, hinterlassen. 21 Fundplätze verteilen sich aus die Gelände des Votier- und Spiräenberges, d. h. auf Zwischenstufen an der Grenze Prignitzer Höhen- und Niederungslandes, die inmitten des nacheiszeitlichen Wechsels von trockenem und feuchtem Klima ausgleichend wirken. Im siebenten Zeitraum, der Neuzeit, ist das Spiräenberggebiet mit seinen Tonvorkommen beteiligt an der volkskundlich bedeutsamen, für uns einzigartigen Erscheinung der Blumenthaler Hafnerei des 19. Jahrhunderts *).
9 Vgl. A. v. Auerswald, Die Blumenthaler Töpferei, ein Stück Prignitzer Heimatkunst, Mitt. Heimat- u. Museumsverein Heiligengrabe, Jahrg. 6, H. 1, S. 10—13 <Abb.>. Unser Beitrag ist zu Dank verpflichtet Frl. v. Auerswald, der Anregerin, den Herren Dr. Endler-Schwerin, Dr. Erich-Berlin, Moritz Jacht-Blumenthal, Pastor Schmidt-Dahlhausen. Genutzt wurüen Erich-Beitl, Wörterbuch der deutschen Volkskunde, 1936,