Heft 
(1937 - 1938) 1
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(ehrwürdigem Vorfahr des Tellers) oder bei der edlen Zucker­schale für den Tisch des feiernden Bauern aus der Hand des Meisters Franz Winkel (Abb. 6).

Hafnerware ist nicht an Vor­kommen hochwertiger Tone ge­bunden. Ueberall in Deutsch­land ist sie vorhanden. Sie ist nicht überein wie ein Ei dem andern, sondern auf gemein­deutschem Grund erheben und erhalten sich ausgeprägte land­schaftliche und stammesmäßige Eigenarten. Das Blumen- thaler Geschirr der Heiligen- Ab.. E°mm,un, WM

Formen zwei Leitformpaare auf: Haustopf und Feldtopf, Kaffeekanne und Milchtopf.

Mündlicher Ueberlieferung zufolge ist der gemutmaßte Ur­heber der Blumenthaler Töpferei, der Vater des Königspaten­kindes sowie von 5 Blumenthaler Töpfermeistern, Johann Lotzien, geboren um 1773, aus Mecklenburg zugewandert. Sein Name weist in die gleiche Richtung, ebenfalls erfolgt der größte Absatz der Blumenthaler Ware in Mecklenburg, als wäre sie dort ein­geführt. Gesellenaustausch zwischen Dahlhausen-Blumenthal und Mecklenburg ist erwiesen. Wer im Berliner Schloß Bellevue in derAusstellung Deutsche Bauernkunst" dieHafnerware aus deutschen Landschaften" betrachtet, findet unter den mannig­faltigen Gestalten ein Blumenthaler Leitgefäß, den Haustopf: breit, tiefdunkel, für kurze Wege beidhändig an 2 Henkeln zu tragen, spruchverziert und mit weiteren gemeinsamen Merkmalen, so dem Fehlen der Außenglasur im unteren Drittel. Nicht Her­kunftsort, aber -gebiet ist feststellbar: Mecklenburg!

Bei Erich-Beitl, Wörterbuch der deutschen Volkskunde, heißt es S. 170:Die Essentrage aus Ton bot einst reichlich Ge­legenheit zu volkstümlicher Auszier ( . . . Blumenthal mit Sprüchenl. Eine der 3 Hauptformen der Essentrage ist der weite Topf mit Seilhenkel, dessen Deckel zugleich als Teller dient <z. B. Prignitz)".

Nun besitzt unser Museum unter 14 Zweihenkeltöpfen 9 spruchverzierte, unter 7 Bügeltöpfen deren nur einen o). Ist nicht ursprünglich zu unterscheiden der zweihenklige, meist spruchver­zierte Hausll-pf von der mit Bügel versehenen, säst stets anders

°) Diese Ausnahme auch der betr. Spruch fällt aus dem Rahmen «bgeb. m Brunner, a. a. O. Taf. 17.