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einer starren Form vornimmt. Wir brauchen Wohl keine Bedenken zu tragen, ein Dorf noch als Runddorf zu bezeichnen, auch wenn der Dorfplatz sich leicht der Dreiecksform nähert, vorausgesetzt, daß alle anderen Bedingungen erfüllt sind, wie es z. B. bei Bresch (Westprignitz) der Fall ist. Jedoch ist hierbei größte Vorsicht am Platze. Maßgebend wird immer die älteste nachweisbare Form der Dorsanlage sein müssen. Es wäre natürlich denkbar, und ist in der Tat auch so gewesen, daß nachträgliche Veränderungen der ursprünglichen Dorfform stattgefunden haben. Die Gründe dafür können im Wüst-Werden einzelner Höfe, in Bränden usw. liegen. Hatte das Dorf vor der Gestaltsänderung eine andere Form als die des Rundlings, so scheidet es für unsere Frage nach der völkischen Zugehörigkeit desselben natürlich aus.
Nun ist es aber mit großen Schwierigkeiten verknüpft, wirklich die älteste Form der Dorfanlage zu erfassen, besonders bei uns in Brandenburg, wo das hierfür nötige Urkundenmaterial ungeheuer spärlich fließt. Es ist notwendig, die Frage von sehr vielen Seiten her zu beleuchten, und doch bleibt das Ergebnis oft unbefriedigend. Wir sind also genötigt, andere Quellen zur Erforschung der Dorsformen zu suchen.
Diese Quellen sind uns durch die Bodenforschung in Verbindung mit der Flurkartenforschung gegeben. Ohne Bodenforschung dürfte die Frage nach der völkischen Zugehörigkeit der mittelalterlichen Dorfsormen überhaupt nicht wahrheitsgemäß zu lösen sein.
Die archäologische Landesaufnahme der Ost- und Westprignitz hat ergeben, daß heute kaum ein einziges Dorf auf dem gleichen Platze steht, auf dem es die deutschen Siedler des Mittelalters dereinst errichtet haben. Wieviel weniger werden sich also Dörfer erhalten haben, die noch aus der Zeit stammen, als Slawen die Prignitz besetzt hatten. Es ist ebenso wichtig wie interessant, daß Gerhard Fischer in einer 1936 erschienenen ausgezeichneten Arbeit über „Das Land Lebus" ch.feststellen konnte, daß sich nicht einmal die Flurform vom Mittelalter her erhalten, sondern im Laufe der Jahrhunderte eine völlige Umwandlung erfahren hat. Die gleiche Feststellung machte Liebchen für Kleinbeesten und Groß-Köris (Kreis Teltow). Man ersieht daraus, daß sich in sehr vielen Fällen die gesamte Siedelform seit dem Mittelalter geändert hat. Es ist also allergrößte Vorsicht vor voreiligen Schlüssen aus dem heutigen Erscheinungsbilde geboten, auch dann, wenn „slawische" Ortsnamen die Beweisführung zu
9 Gerhard Fischer. Das Land Lebus. Franksurt/Oder 1936.