Heft 
(1937 - 1938) 1
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auch aus vorgeschichtlichen germanischen Dorfanlagen entwickelt. Ausgedehnte Grabungen sind hier noch überall von Nöten, wo das Rnnddorf, das echte Runddorf als Haupttyp auftritt.

Die alte Prignitzer Landkarte.

(Aus dem Archiv des Stadt- und Kreismuseums Westprignitz in Perleberg.)

Von Werner Gragert, Perleberg.

Our gleichen Zeit, als Meister Johann Gutenberg die schwarze

Kunst erfand, arbeitete in Kues an der Mosel der gelehrte Kardinal Nikolaus Cusanus über einer Karte von Deutschland, die alle bisher bekannten Karten an vielseitigem Inhalt und naturgetreuer Darstellung übertraf. Neben alten Kartenbildern dienten dem Gelehrten die Erfahrungen seiner zahlreichen Reisen als Grundlage für seine Arbeit. Vor allem zeichnete Cusanus die wichtigen Stützpunkte der Kirche in die Karte ein. Als nach seinem Tode weitschauende deutsche Drucker die junge Kunst der Vervielfältigung auch dem Kartenwesen nutzbar machten, erschien als eines der ersten gedruckten deutschen Kartenwerke denn nur von der gedruckten Landkarte handeln diese Zeilen im Jahre 1491 die Landkarte des Cusanus. Der einzige Prignitzer Ort, der auf der Landkarte des Kardinals einen Platz erhalten hatte, war Wilsnack, dessen Wunderblut damals noch die großen Scharen deutscher Pilger aus allen Gauen auf sich zog. Somit wurde Wilsnack die erste Prignitzer Stätte, die auf einer ge­druckten Landkarte verzeichnet ist.

Die älteste gedruckte Prignitzer Landkarte, die im Archiv des Stadt- und Kreismuseums in Perleberg aufbewahrt wird, trägt die Aufschrift

partes Ouae,

Puppin Lomitatus

priAnits pe§iuncula.

Die Wappentafeln auf den oberen Ecken der Tafeln sind leer geblieben, Angaben über die Entstehungszeit fehlen. Jedoch läßt die Technik der Darstellung auf die Zeit um 1650 schließen.