Heft 
(1937 - 1938) 1
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^Statistische Angaben aus dem Jahre 1779 ergänzen die Karte wirkungsvoll. Die Bevölkerung der Prignitzer Städte zählte damals 16673Menschen vom Civil-Stande" und 1060Men­schen vom Militär", die Landbevölkerung 51778,unter letzteren waren würckliche Soldaten 823 M." Die Prignitz hatte 1779 insgesamt 68 511 Einwohner (im Jahre 1913 betrug die Ein­wohnerzahl der Kreise Ost- und Westprignitz 133374!). Auch die Anzahl der Feuerstellen und die Höhe des Viehbestandes sind angegeben. Anstelle der damals vorhandenen 7 Prignitzschen ^Kreise teilt Güssefeld die Prignitz nur in 6 Kreise ein. Den Wavelberger und Plattenburger Distrikt zog er zusammen. Das liegende Posthorn kennzeichnet die Städte Lenzen, Perleberg, Mavelberg, Pritzwalk und Wittstock als Poststellen. Es sind die ^gleichen Posthaltereien, die in den zahlreichen Almanachen um die Jahrhundertwende mit genauen Plänen der ankommenden und abgehenden Posten veröffentlicht sind. Deutlich treten die alten Postwege nach Berlin und Hamburg aus der Karte her­vor. Sternförmig laufen die Straßen auf die Hauptstadt der Prignitz, Perleberg, zu. Nur mit Wilsnack fehlt der Kreisstadt eine unmittelbare Verbindung. Düpow, Lübzow und Spiegel- Hagen liegen noch innerhalb der Perleberger, Giesensdorf und Langerwisch innerhalb der Pritzwalker Stadtgrenzen. Güssefeldt hat alle Fehler der älteren Karten gründlich ausgemerzt und eine Heimatkarte geschaffen, die nach Inhalt und Ausstattung als die erste zuverlässige und brauchbare Landkarte der Prignitz gelten kann.

Als die Prignitzer Landkarte um 1660 im Druck erschien, (hatte sie vor allem den Zweck, die Landesgrenzen festzulegen. Zur Hauptaufgabe des Kartenzeichners der modernen Landkarte gehört die Wegeführung. Im Jahre 1806 stellten dieAlt- und anderen Meister des löblichen Zimmergewerks der König!. Preuß. Haupt- und Residenzstadt Berlin" dem Gesellen Christian Sahlmon einen Wanderbrief aus: ein hübscher Kupferstich mit einer Ansicht vom alten Berlin bildet den Kopf des Brieses, dann folgt der Text und schließlich auf dem unteren Drittel der Abdruck einer Wanderkarte, die von Thorn bis Bremen, von Stettin bis Cottbus reicht. Die Hauptstraßen sind mit Entfernungsangaben in Meilen versehen, eine nützliche Beigabe für den Wanderburschen.

1850 schuf F. von Rappard eine topographisch-statistische Kreiskarte und 1853 brachte der Verlag Flemming in Glogau eine Spezialkarte für die Westprignitz heraus, die das Karten­bild grundlegend veränderten. Anstelle der alten krummen Post­straßen durchquert in fast schnurgerader Richtung die neue Berlin Hamburger Chaussee den Kreis, von der weitere neue Chausseen nach Wittenberge und Havelberg abzweigen. Und ein neues