Einstellung, denn er muß sich über die Zusammenhänge, die das Tote mit dem Lebenden verband, klar gewesen sein, sonst hätte er diese Zusammenstellung nicht gemacht.
Ich sagte schon, daß in unserem Volke ein solch wissenschaftliches Denken nicht erloschen ist. Vor dem Kriege schrieb ein Kleinbesitzer aus Berlinchen eine Arbeit über die geologische Gestaltung seiner Heimat. Fast alljährlich erhalten wir im Museum von eineni Arbeiter aus Kyritz Versteinerungen, die er bei seinen Landarbeiten oder an Sonntagen beim Durchforschen der Kiesgruben findet, und eine Kleinbesitzerin aus dem Norden der Prignitz hat eine Sammlung von Versteinerungen, die einer Schule Ehre machen würde, und die sie nur zu eigener Freude, aus Lust an dem, was diese Dinge erzählen, zusammengesucht hat. Achtung vor solchen Menschen! sie können der Wissenschaft, der sie rätselhaft verbunden sind, oft unschätzbare Dienste leisten. Dankt doch die Wissenschaft der Freude eines Mannes an der stummen Sprache der Steine der Heimat eine der ältesten Versteinerungen der Welt, das Lenusion, das in unser Museum wanderte und von dort dem paläontologischen Museum der Universität Berlin zugeführt wurde, wo es eines Forschers Herz mit jener heiligen Freude erfüllte, die die Wissenschaft ihren Jüngern zu Teil werden lassen kann. Der leider zu früh verstorbene Professor Pompecki, der diese Versteinerung in ihrer Bedeutung erkannte, hat eine kleine Schrift darüber abgefaßt, in der er sie mit bekannten Tierformen vergleicht und zu dem Schluß kommt, daß sie mit keiner übereinstimme. Er schreibt: „Eine neue Seite des Lebens ist vor uns aufgeschlagen," und aus diesen Worten spricht die Ehrfurcht und das Entzücken über einen solchen Fund. Es war unserem Museum vergönnt, noch ein zweites einmaliges Stück der wissenschaftlichen Bearbeitung zuzuleiten. Diesmal handelt es sich um einen pflanzlichen Rest. Steinschläger hatten ihres Amtes gewaltet. Ich kam an einem solchen frisch geschlagenen Steinhaufen vorüber und sah in einem kristallinischen Gestein ein merkwürdiges Gebilde. Ich nahm den Stein mit. Auch dieser Fund wurde untersucht und einwandfrei als die Frucht eines bisher noch nicht bekannten Mammutbaumes sestgestellt. Dies Stück liegt in demselben Kasten wie das Fenusion und in demselben Kasten liegen auch die schönen Einschlüsse von Haifischzähnen und noch so manches wertvolle Stück. Als letzte Errungenschaft hat sich die hier abgebildete Versteinerung angereiht, geschenkt von Herrn Lehrer Märtens aus Zernitz, der den schönen Abdruck im Wiesengelände fand und barg. Der gelehrte Name ist: NucroceptmIiteZ 8pec. (Abb. 7) und stammen tut das Stück aus dem Oberen Dogger. Es ist nicht unmöglich, daß diese Versteinerung ein Kind unserer eigenen