Heft 
(1937 - 1938) 1
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und er zerfällt in wagerechte und senkrechte Schichten, sodaß wie Non Menschenhand bearbeitete Steine entstehen. Liegt nun ein solcher Geschiebestein im Acker, so wird ein Teil der verwit­terten Stücke durch die Bodenbearbeitung zur Seite gedrückt und so entsteht die in unserem Fall beobachtete Schräglagernng. Der Stein hat vollkommen das Aussehen eines etwas schadhaften, zu stark gebrannten Backsteines. Seine Oberfläche ist schmutzig gelb, sehr Porös, und die Flächen sehen wie gepreßt aus. Wo der Backsteinkalk ansteht, ist bisher noch nicht festgestellt, doch ist das nördliche Schweden wahrscheinlich, da man seine Geschiebe noch auf den Alandsinseln findet.

Die zweite Meldung besagte, bei Forstarbeiten sei man auf eine Kulturschicht gestoßen, die sich über eine erhebliche Strecke ausdehne. Inmitten des Weißen Sandbodens war auf einmal in erheblicher Tiefe über Diluvialmergel eine dunkle Schichtung zu beobachten gewesen. Holzstücke, die man dieser Schicht entnommen hatte, machten einen stark geglätteten, fast bearbeiteten Eindruck. Die nähere Untersuchung brachte zu­nächst das Ergebnis, daß dieser angeblichen Kulturschicht jede Beimischung von Holzkohle fehlte und so war an menschliche Siedlung nicht zu denken. Bei dem hohen Grundwasserstau!) konnte die Untersuchung nur mit Schwierigkeit durchgeführt werden, aber auch der Gedanke, man sei vielleicht auf einen Einbaum gestoßen, der hier verwittere, und die glatten gerun­deten Holzstücke entstammten irgendwelchen Teilen dieses Bootes, wurde unwahrscheinlich, da die große Ausdehnung der Fläche und die Menge der kleinen Holzstückchen dagegen sprach. Tatsächlich handelte es sich auch hier um ein natürliches Vorkommen und zwar entweder aus der Zwischeneiszeit oder dem Tertiär. Aus­schlaggebend war die Bestimmung der Holzreste durch das Pa- läontologische Institut. Es handelte sich einwandfrei um Nadel­hölzer. Die fossilen Holzreste sind verschwemmt, das heißt aus ihrer ursprünglichen Lagerung herausgerissen und an anderer Stelle wieder eingebettet. Die Glättung der einzelnen Stücke läßt sich auf die Wanderung und Bewegung dieser Holzteile zurückführen.

So sprechen auch solche Fundstellen von der großen Erd­geschichte unseres heimatlichen Bodens, die fast lückenlos auf die ungeheuren Einwirkungen der Eiszeit zurückzuführen sind. Sie hat gewandelt und umgestaltet, aus den Zusammenhängen gerissen und neu gebildet, ihr verdanken wir den Reichtum unserer Funde, aber auch das bunte liebe Bild unserer Heimat.

A. v. Auerswald.