Heft 
(1937 - 1938) 1
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und ohne für die uns so wichtige Zeit der Abwanderung der Germanen Kunde zu geben, vernichtet worden wären. Die zahlreich herumliegenden Beigaben und Scherben erzählten von Zerstörungen, die schon stattgefunden hatten. Für die Wulfers- dorfer Grabung waren uns Männer vom Arbeitsdienst zur Ver­fügung gestellt worden. Sie waren mit der größten Hingabe und Begeisterung bei der Sache und noch nach Jahresfrist schrieb einer von ihnen, die 5 Grabungstage gehörten zu den schönsten Erinnerungen seiner Arbeitsdienstzeit.

Auf die folgenden Jahre verteilen sich die Grabungen von Garz, einer Siedlung aus der Großgermanenzeit, die Haus­grundrisse und Herde ergab, von Buchholz, wo eine Eisen­verhüttungsstelle zu Tage kam, und endlich von Döllen, das dadurch von grundlegender Bedeutung ist, als hier auf dem Acker des Bauern Herm und anschließend des Bäckermeisters Schumacher ein frühkaiserzeitlicher Männerfriedhof das Ge­genstück zu dem Frauenfriedhof von Kuhbier untersucht werden konnte. Auch hier war schon unendlich viel zerstört, man darf wohl sagen, weit mehr, als noch gerettet werden konnte. Aber das Ergebnis ist doch sehr bedeutsam: 78 Grabstellen und Bei­gabenniederlagen. Die Grabstellen reichen von der jüngeren Urgermanenzeit bis etwa in das 3. Jahrhundert n. Ehr. Geburt. Die Grenzen des Friedhofes sind noch keineswegs erreicht, weitere Grabungen werden notwendig sein. Die Funde sollen gegenüber dem Schrank, der die Funde des Kuhbierer Frauen­friedhofes enthält, untergebracht werden.

Für das letzte Arbeitsjahr sind die Vorarbeiten für die Herausgabe eines wissenschaftlichen Kataloges bestimmend gewesen. In einer großen Kartei, die weit über 7000 Nummern umfaßt, sind alle vorgeschichtlichen Fundstücke festgelegt. Ferner sind durch den Photographen des Reichsbundes für Vorgeschichte, Herrn Dürr, die gesamten Fundstücke durchphotographiert. Beim Betrachten dieser Bilder wird uns erst der ganze Reichtum unserer heimatlichen Vorgeschichte klar, und die Höhe, die sie kulturell einnimmt. Wenn dieser Katalog mit seinem gewaltigen Bildstoff erscheint, so wird jedem Heimatfreund tief in das Herz gesenkt werden, was deutsche Vorgeschichte bedeutet.

Auch an Funduntersuchungen waren die letzten Jahre reich das wird der Fundbericht deutlich machen. Unser Museum ist dankbar für jede Fundmeldung, die es erhält, und wir haben uns immer bemüht, diesen Meldungen sofort Folge zu leisten, damit der Eigentümer möglichst bald in seiner laufenden Arbeit fortfahren kann. Bei der Größe unseres Kreises ist das leider nur durch finanzielle Opfer zu erreichen, denn die not­wendigen Autofahrten belasten unseren Etat sehr. Aber gerade