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tischen Museum anfertigeu ließ. So konnten wir denn bei der Eröffnung am 26. Juni 1931 voll Stolz auch eine vorgeschichtliche Abteilung vorzeigen, ein „Wilhelm-Ratig-" und ein „Seddinzimmer". Es wurden seiner zu besonderen Abteilungen in gesonderten Räumen zusammengestellt die kirchlichen Geräte und Bildwerke, die Waffen und Uniformen, die Stücke aus der Stadtgeschichte Perlebergs, die Jnnungsgerätschaften, Handarbeiten und Spielzeug, die Möbel der Biedermeierzeit und älterer bürgerlicher Hausrat. Der Hofraum zeigt unter anderem Grabsteine und Balkenwerk.
In der Folgezeit konnte die vorgeschichtliche Abteilung am stärksten bereichert werden. Das ist in erster Linie das Verdienst des im Jahre 1930 zum staatlichen Bezirkspsleger für Bodenaltertümer ernannten Kreisausschußobersekretärs Ferdinand Meyer, Perleberg. Er warb unermüdlich um Verständnis für seine Aufgabe und konnte denn auch auf Grund der eingehenden Meldungen eine Reihe von Untersuchungen vornehmen. Am glücklichsten erwies sich seine Hand wohl im Erwerb mittelsteinzeitlicher Fundstücke, für die sehr bald besonderes Schaugerät benötigt wurde.
Sodann aber ist dem Museum die vom Kreis im August 1930 an die Archäologin Dr. Bohm aufgegebene Landesaufnahme der Westprignitz sehr zustatten gekommen. Frau >Dr. Bohm, Landesleiterin für Brandenburg im Reichsbund für Deutsche Vorgeschichte, arbeitete vier Jahre hindurch in vorbildlicher, äußerst fruchttragender Weise mit den Museumspflegern Hand in Hand. Siedlungsgrabungen wurden vorgenommen z. B. bei Viesecke, Lenzersilge, Perleberg, Garlin-Bootz und Havelberg (Burgwall). Gräberfelder sind untersucht worden u. a. bei Dallmin, Hohenvier (Hügelgrab), Wolfshagen (am Teufelsberg), Bresch, Putlitz und Neu-Premslin. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind niedergelegt in dem Werk „Die Vorgeschichte des Kreises Westprignitz" von Dr. Waldtraut Bohm, Kabitzsch, Leipzig, 1937. Die Ausgrabungsstücke befinden sich zum größten Teil im Museum Perleberg.
Bedeutsamste Förderung wurde der Vorgeschichte sodann durch den politischen Umbruch zuteil, dem eine völkische Erneuerung folgte. Das nationalsozialistische Deutschland setzte sich in besonderer Weise für die Vorgeschichte ein als einer „hervorragend nationalen Wissenschaft" (Kofsinna) und das ganze Museumswesen wurde auf eine erhöhte Plattform gestellt. Und hatte sich die Stadt Perleberg schon bisher mit immer neuen Zuwendungen ihres Museums bereitwilligst angenommen, so geschah dies jetzt mit besonderer Betontheit und Bewußtheit. Ebenso gestaltete sich die Zusammenarbeit mit der Kreisver-