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waltung immer inniger. Symbolischen Ausdruck fand diese Umstellung in der am 1. April 1934 erfolgten Erhebung der städtischen Sammlungen zum Kreismnseum. Das Museum führt jetzt den Namen „Stadt- und Kreismnseum Westprignitz in Perleberg".
Natürlich war auch in den andern Sammelgebieten inzwischen manches schöne Stück dazugekommen. Insbesondere konnten die Abteilungen Frauenfleiß und Spielzeug, bürgerlicher Hausrat und Jnnungsgerät bereichert werden. Außerdem wurden im Dachgeschoß drei Räume mit bäuerlichem Hausrat eingerichtet, ein Küchenraum, eine Wohnstube und ein Raum mit Web-, Spinn- und Arbeitsgerät. Eine naturkundliche Abteilung soll noch eingerichtet werden. Das Archiv wurde von Herrn Pfarrer ^ Seehaus, Perleberg, in dankenswerter Weise neu geordnet und katalogisiert. Die Wetterführung dieser Arbeit hat Herr Gragert, Perleberg, übernommen.
Die Eingänge auf dem Gebiet der Vorgeschichte machten mehrere bauliche Veränderungen nötig. Zunächst wurden die beiden Räume, in denen die Funde bis dahin untergebracht waren, das „Wilhelm-Ratig"- und das „Seddinzimmer" durch Herausnahme der Zwischenwand zu einem Raum vereinigt. Die ganze Sammlung wurde neu geordnet. Im Herbst 1985 mußte weiterhin zunächst das vordere Zimmer der Wärterwohnung, die aus dem Haus hinausverlegt werden konnte, in das Museum einbezogen werden. Die Wand zwischen diesem Zimmer und dem Flur wurde entfernt. Dadurch entstand eine 8:6,5 m große Halle, in der die älteste Gruppe, die Steinzeit, in fünf Schaukästen und einer Vitrine gesonderte Unterkunft fand.
Im Frühjahr 1937 wurde nun auch noch der Hintere Raum der ehemaligen Wärterwohnung der Ausstellung dienstbar gemacht. In drei Schaukästen, drei Vitrinen und einem Schrank beherbergt er' jetzt alle Funde aus der Bronzezeit. Auf dem neu hergerichteten Flur stehen zwei Schränke mit germanischer Keramik und der Putlitzer Einbaum. In zwei Dachkammern werden die nicht mehr zu Gefäßen zusammensügbaren Scherben in sorgfältiger Ordnung und Beschriftung aufbewahrt.
Die vorgeschichtliche Abteilung verfügt jetzt insgesamt über 13 Schaukästen, 10 Schränke, 5 Vitrinen und 2 Schautische. Sie hat ihre Bodensläche von 50 auf 150 qm gebracht und also verdreifacht. Und immer noch geht die Arbeit weiter.
So wird im Wilhelm-Ratig-Zimmer eine Schangruppe entwickelt, die germanische Siedlungs- und Lebensweise zeigen soll. Es genügt nicht mehr, nur zu sammeln und zu registrieren. Und wenn wir auch immer bemüht bleiben werden, dem Wissenschaftler für seine Facharbeiten ein einwandfrei ausbereitetes Material aufzubewahren, so werden wir doch nicht weniger ernst-