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auf die wesentlichen Stücke. Abgesehen von den laufenden Arbeiten und örtlichen Untersuchungen kleineren Umfangs nahmen die Umbauten und die Neuaufstellung der vorgeschichtlichen Sammlung, ganz besonders aber der aus uns fallende Teil der Arbeiten an der Grabung bei Neu-Premslin unsere knappe, vom Beruf gelassene Freizeit in Anspruch. Es war uns möglich, die Gefäße selbst auszubessern und manchen im Laufe der Zeit schwer beschädigten Topf wieder auf die Standfläche zu stellen. Das Ergebnis lohnt aber die allerseits geleistete Arbeit.
Wir lassen nun eine kurze Beschreibung der wichtigsten Neueingänge folgen:
Volkskunde usw.
Gosedahl (Bauer Alfred Kleiß). Hoher vasenförmiger Topf aus Ton, außen rötlich und gerauht, innen grünlich glasiert.
Groß Gottschow (Töpfermeister Johns, Perleberg). Zwei mattweiße Kacheln in Füllungsform, die inneren Kanten hellblau abgesetzt; aus dem früheren Gutshause.
Guhlsdorf (Bauer Georg Muhs). Scheiben-Wockenpuppe mit Rohrbügeln, Glöckchen, hölzernen Pflöckchen und Bandschmuck; in Kerbschnitt verziert. Inschrift „D G 1841".
Kleeste (Amtsvorsteher Kraft in Kribbe). Ein Hufeisen, vorn breit, zu den Enden verjüngt, beiderseits in einer Rille je vier Nagellöcher. Keine Abnutzungsspuren. Gefunden vor Jahren im Sumpfgebiet zwischen Klüß und Kleeste beim Roden von Erlenstubben in einer Tiefe von etwa 0,75 Meter. Die Zahl der gefundenen Hufeisen soll etwa 30 Stück betragen haben.
Kribbe (Amtsvorsteher Kraft). Stütze für einen Kaffeebrenner aus Ton, durch Strich- und Punktmuster reich verziert. Inschrift auf der einen Seite „sein schmeckt der Kaffee wen Man Gut die Bohnen Brennt, viel Glück Wünsche ich ins Haus" und auf der anderen „Friedrich Krümmel 1877". — Krümmel war Ziegler auf der früheren Ziegelei Kribbe.
Perleberg, u) Frau Nickel geb. Kahlberg: Ovale weiße Porzellanschüssel, Schraubschlüssel aus Zinn mit Gravierung „M. M. 1780" und zwei Zinnteller.
b) Schüler Artur Schulz, Quitzower Straße: Rötlich brauner Topf aus Ton, außen schwärzlich gestrichen, innen blau-grünlich glasiert, tiefliegender Umbruch, zwei geknickte Henkel, in einem Henkel eine zweigliedrige Tonkette.
c) Rentner Heinrich Kämling: Reich verzierte Harke, datiert 1866 (Ernteharke).
Putlitz. (Konditoreibesitzer Adolf Ganzel). Sechs Backformen für Honigkuchen und Plätzchen mit den verschiedensten Mustern, z. B. Reiter im verschnürten Rock mit erhobenem Sä-