Heft 
(1937 - 1938) 1
Seite
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schmalen Rand haben und sehr dickwandig sind, kann angenom- menden werden, daß ein Siedlungsfund der älteren Wauderzeit, Stufe II (100 vor bis 200 n. Ztr.) vorliegt.

Dallmin, zwischen deu Wegen (Bauer Otto Strenge). Nur 20 Meter von dem Platz entfernt, an welchem Frau Dr. Bohm die beiden Gräber der mittleren Urgermanenzeit hob, welche auf den Tafeln 25 und 20 derVorgeschichte der Westprignitz" abgebildet sind, wurde im Dezember 1936 bei dem Aufwerfen von Erde ans eine Kartoffelmiete eine weitere Bestattung 0,35 Meter tief ohne Steinschutz freigelegt. Die schwarzbraune und weitmuudige Trichterhals(?)-Urne hat einen Bandhenkel zwischen Schulter und Halsansatz. Die Mündung war mit einer Deck­schale verschlossen, welche nicht wiederhergestellt werden konnte. Beigaben enthielt das Gefäß nicht. Auch dieser Fund dürfte in die mittlere Urgermaneuzeit (14001200 v. Ztr.) gehören.

Gulow, Sandberg (Bauer Fritz Ernst). Ende Februar 1936 fand der Bauer Fritz Ernst beim Pflügen in einer Tiefe von etwa 0,30 Meter eine Urne, welche leicht schräg frei im kiesigen Sand stand. Die schwärzlich-braune Amphore hat auf der Schulter vier flache Buckel in ovalen Dellen, dazwischen befinden sich Bündel senkrechter Striche. Eine Dellenreihe ver­läuft unterhalb des Halsansatzes. Das nur am Rande leicht beschädigte Gefäß gehört zur Buckelkeramik der sogenannten Lau­sitzer Kultur der mittleren Bronzezeit (Periode III, 1400 bis 1200 v. Ztr.).

Grube, großer Heidplan (Bauer Otto Glüse). Bei dem Roden einer eingegangenen Kiefer wurde in einer Tiefe von 0,30 Meter eine Urne gefunden, welche auf einem flachen zu- geschlageuen Stein stand und rings mit meist zugeschlagenen Steinen verschiedener Größe umstellt war. Die Urne war braun, doppelkegelförmig und mit einer schwärzlich-braunen Schale bedeckt. Leider ist eine Wiederherstellung nicht möglich. Zeit: Späte Urgermanenzeit, Stufe V (1000 bis 800 v. Ztr.).

Kletzke, Buschhorning (Landrat a. D. Wrede). Zur An­schonung einer größeren Fläche mit Buchen wurden Pflanzlöcher ausgehoben, wobei eine beschädigte Tasse, verschiedene zum Teil gesiuterte Tonscherbeu und in einiger Entfernung zwei Herd­stellen freigelegt wurden. Die braune, fchwarzgefleckte Tasse stand nur 0,16 Meter tief und war mit weißlichem Sand in der Art des anstehenden Bodens gefüllt. Sie hatte einen tief­liegenden Umbruch, darüber ein geschweiftes Oberteil und eine Bodendelle. Die Ansatzstelle eines jetzt fehlenden Bandhenkels ist vorhanden. Die Herdstellen waren in 0,30 Meter Tiefe aus kleinen zugeschlagenen Steinen gebaut. Sie hatten ein Ausmaß von etwa 1><U Meter und waren 0,20 Meter hoch.