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Es fanden sich lediglich Holzkohlenreste. Zeitstellung der Tasse: Späte Urgermanenzeit, Stufe V (lOOO bis 800 v. Ztr.).
Perleberg, Perlhof (Dr. Rosenow). Fund von fünf Urnen in einer Kiesgrube, wovon zwei 0,25 bis 0,30 Meter tief frei im Sande standen, die übrigen aber einen Schutz aus rundlichen Steinen und kleinen Platten hatten. Die stark zerstörten und brüchigen Gefäße gehören verschiedenen Formengruppen an. Ein hoher gerauhter Topf, eine weitmundige, ebenfalls gerauhte Schale und eine glatte Zylinderhalsterrine mit Besenstrichmuster am Unterteil kommen vor. Letztere hat ferner im Unterteil zwei dicht nebeneinanderstehende kleine Löcher, welche offenbar von außen eingeschlagen sind. Sie enthielt zwischen dem reichlichen groben Leichenbrand eine kleine schwärzlich-braune Tasse mit wenigen, aber besonders Hellen Knochenresten. Zeitstellung: Späte Urgermanenzeit, Stufe VI (800 bis 500 v. Ztr.).
Pinnow, zwischen dem alten und dem neuen Dorf (Landwirt August Brabandt). Ein Pflanzloch für einen Obstbaum ergab in einer Tiefe von 0,60 bis 0,70 Meter eine Packung aus meist kindskopfgroßen, oft mürben Steinen von etwa 0,60 Meter Durchmesser. In schwärzlicher Erde lagen zahlreiche Topfscherben, welche der Finder sorgfältig sammelte. Es ließ sich ein „sitnla"-förmiges glattes Gefäß, braun und schwärzlich gefleckt, mit zwei gegenständigen Henkeln zwischen Rand und Schulter Wiedei Herstellen. Von dem Bruchstück eines dunkelbraun und schwarz gefleckten glatten Napfes neigt der Rand einwärts. Die weiteren Scherben sind meist dickwandig, hellbraun und außen gerauht. Es befinden sich darunter einige glatte, steile Ränder und vor allem eine kleine braune Scherbe mit Rädchenmuster. Zeitstellung: ältere Wanderzeit, Stufe II (hier Ansgang des 1. Jahrhunderts v. Ztr.).
Neu-Premslin, Sandgrube (Landwirt O. Müller). Ausgrabung eines westgermanischen Urnengräberfeldes der jüngeren Wanderzeit, Stufe II (hier 5. Jahrhundert n. Ztr.) und einiger Urnen der älteren Wanderzeit, Stufe I durch Frau Dr. W. Bohm im Aufträge des Stadt- und Kreismnsenms Westprignitz vom 23. September bis 1l. Oktober 1936; insgesamt 105 Gräber mit zahlreichen Beigaben. Veröffentlicht in „Vorgeschichte der Westprignitz" und in der Monatsschrift „Germanenerbe" 1937.
Pröttlin, Wendischer Kirchhof (Bauer Walter Quitzow). Untersuchung eines aus roten Sandsteinplatten errichteten Scheingrabes, vermutlich der früheren Urgermanenzeit, durch Frau Dr. W. Bohm (veröffentlicht unter „Vorgeschichtliches Kriegerehrenmal auf dem Gut eines Erbhofbauern" in den „Prignitzer Nachrichten" Nr. 222 vom 22. September 1936 und unter „Vorgeschichtliches Kriegerehrenmal auf Pröttliner Feldmark" in „Der