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verhandelt und am 29. Juni dieses Jahres der Ablösungsvergleich dahin geschlossen, daß die Kolonisten für den Verzicht auf jegliche Holzgerechtigkeit in der gutsherrschaftlichen Forst und auf den sonstigen Grundstücken des Gutes Dannenwalde von der Zahlung der 6 Rtlr jährlich befreit wurden. Auch wurde das dem Gutsherrn zustehende Recht, von den Kolonisten mit Zurücksetzung sonstiger Arbeiten gegen das übliche Tagelohn Handdienste zu verlangen, aufgehoben. Hierüber wurde am 28. Juli 1853 ein Vermerk in Wittstock im Hypothekenbuch der Rittergüter ausgenommen. Damit war die völlige Unabhängigkeit der ' ' Kolonisten hergestellt, und sie waren nun, wie die Bauern, freie Grundbesitzer.
Tllärkische^eierabendziegel—bunte Steine.
kin alter Zieglerbrauch.
Von Georg Merhout.
Immer wieder erregen an alten wie auch an neueren Backsteinbauten unserer märkischen Heimat die sogenannten „bunten Steine" oder „Feierabendziegel" Verwunderung. Es handelt sich um Mauersteine, die man mit irgend welchen geheimnisvollen oder merkwürdigen Zeichen oder Sinnbildern versehen hat, bevor sie durch die Glut des Ziegelofens gebrannt wurden. Bekannt sind ein mittelalterlicher Mauerstein mit Runenzeichen vom Kloster Lehnin (1180 erbaut), welcher im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin ausgestellt ist, und die Sammlung „bunter Steine" vom Eingangstor des ehemaligen „Hohen Hauses", des Sitzes der Markgrafen von Brandenburg in Berlin, Klosterstraße, welche man in der Großen Halle des Märkischen Museums in Berlin bewundern kann. Nach dem Abbruch des „Hohen Hauses" wurde das schöne gotische Portal hier wieder aufgebaut. Die „bunten Steine" sind bei ihm in der Schwelle nebeneinander angeordnet. Sie
Abb. 1. Heiligengraber.Feierabendziegel Museum Heiligengrabe.