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müssen, was einmal in den Zeitverhältnissen und zum andern in der längst erreichten Grenze unserer ehrenamtlichen Leistungsfähigkeit seine Ursache haben kann.
Die zahlreichen Stiftungen an altbäuerlichen Kleinmöbeln und Geräten erlaubten es uns, Ende 1937 einen besonderen Raum dafür im Dachgeschoß einzurichten. Es gibt keine Prignitzer Bauernstube mehr, die mit Möbeln und Geschirr nach altüberlieferten Vorbildern ausgestattet ist. Wir konnten deshalb eine solche für unseren Raum auch nicht als Vorbild nehmen, wie das in anderen Landschaften noch möglich ist. Jedoch vermittelt unsere Bauernstube zusammen mit der Bauernküche und dem Vorraum eine lebhafte Vorstellung von der derben Zweckmäßigkeit und der strengen Formschönheit unseres heimischen Hausrats früherer.Zeiten auf dem Lande und in der Kleinstadt.
Als im März 1938 die hiesige Mädchen-Volksschule eine heimatkundliche Ausstellung „Min leew Prignitzland" zeigte, beteiligte sich auch das Museum daran. Zwei Räume waren uns zur Verfügung gestellt worden: in dem einen stellten wir die Entwicklung der Beleuchtung vom Kienspan bis zur Glühbirne dar und in dem zweiten legten wir heimatkundliches Schrifttum aus. In dieser Gemeinschaftsarbeit zwischen Schule und Museum wollten wir zeigen, wie sich die Sammlung im Unterricht auswerten und benutzen läßt.
Eine zweite Sonderschau veranstalteten wir zur 700-Jahr- feier der Kreisstadt Perleberg im August 1939, nachdem wir schon zum Festakt am 20. Mai 1939 auf die Stadtgeschichte bezügliche Urkunden des eigenen und des Stadtarchivs im Festlokal (Hotel „Deutscher Kaiser") ausgelegt hatten. Unsere Sonderschau richteten wir im Kirchenraum ein. In großen Zügen zeigte sie die Entwicklung Perlebergs „vom Germanendorf zur Kreisstadt". In der ersten Abteilung der Ausstellung führten wir an Hand einer archäologischen Fundkarte und der Funde selbst den Nachweis, daß „Perleberg eine Städtegründung auf urgermanischem Volksboden" ist. Von den bisher aus dem Stadtgebiet bekanntgewordenen 28 Fundstellen hat nur eine einzige slawische Hinterlassenschaft ergeben. Diese Stelle liegt zudem weit unterhalb der Stadtsiedlung im Stepenitztal. In berechtigter Weise konnten wir deshalb die zweite Abteilung „Perleberg, eine Städtegründung aus deutscher Wurzel" nennen. Auf einer zweiten Karte hatten wir die Fundstellen mittelalterlicher Geräte, die Standorte der Kirchen und Kapellen sowie den Verlaus der Hauptverkehrswege sestgehalten; eine dritte zeigte die Lage der Feldfluren und die Flurnamen, soweit alte Gemarkungskarten oder Vorarbeiten von anderer Seite die