Darstellung ermöglichten. Neben die mittelalterlichen Funde aus der Feldmark, die in einer Vitrine zusammengestellt waren, traten nun die wichtigsten Urkunden aus der Frühgeschichte der Stadt: die „Gründungs"-Urkunde, das Privileg der Schumacherinnung von 1239, der Friedensvertrag von Perleberg 1420, das Ratsprotokollbuch, die älteste Bürgerrolle und das älteste Kirchenbuch. Ein Stadtmodell von Ratig nach dem Merian- stich von 1652 und die Zeigsigschen Glockenabgüsse rundeten das Bild des mittelalterlichen Perleberg ab. Zeitgenössische Urkunden aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges, ein vom Geheimen Staatsarchiv entliehener Stadtplan von 1725 und schöne Kirchengeräte aus der St. Jacobikirche leiteten in die neuere Zeit über, die als „das schöne Perleberg" in Gemälden und Stichen von Gesamt- und Platzansichten gezeigt wurde. Jnnungswillkommen und -Urkunden wiesen auf Perleberg als Handwerker- und Handelsstadt hin. Einige Arbeiten des in Perleberg geborenen Bildhauers Bosselt und Lichtbilder bedeutender Perleberger Bürger und Bürgermeister bildeten den Abschluß. Die Sonderschau war über Erwarten gut besucht. Mit 2200 gezählten Gästen war sie die am stärksten besichtigte Ausstellung während der Festtage.
Innerhalb der Berichtszeit war es uns ferner möglich, drei Privatsammlungen zu erwerben, von denen eine durch den Ankauf nun der Heimat erhalten geblieben ist. Wir danken den früheren Besitzern für ihren verständnisvollen Verzicht.
Schließlich ist noch zu bemerken, daß der Berichterstatter durch Erlaß des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Mark Brandenburg vom 6. April 1939 an Stelle des Oberpostinspektors a. D. Arnheiter in Wittenberge, der wegen Krankheit ausschied, zum Staatlichen Bezirkspfleger des Pflegschaftsbezirks Wittenberge bestellt worden ist. Da die Bodenpflegschaft in Verbindung mit dem Museum geführt wird und geführt werden muß, wenn ihre Ergebnisse praktisch ausgewertet werden sollen, wird nun fast der gesamte Kreis Westprignitz und der Stadtkreis Wittenberge in Zusammenarbeit mit unserem Museum betreut. Für das Stadt- und Kreismuseum sind aus dieser Bestallung bereits einige schöne Neuerwerbungen hervorgegangen.
Herr Arnheiter ist am 1. Dezember 1939 von uns geschieden. Wir bedauern den überraschend plötzlichen Tod des immer rastlos arbeitenden Heimatforschers, den wir nicht vergessen werden.
Wir lassen nun von den Neueingängen die wesentlichen Stücke folgen. Einen breiten Raum nehmen hierbei die Funde aus der Vor- und Frühzeit unseres Volkes ein.
Das Absuchen der mittelsteinzeitlichen Fund-