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Plätze war weiterhin erfolgreich. Es konnten 177 Geräte in die Schausammlung eingeordnet werden, nämlich: 1 Beilform, 28 Mikrolithen, 19 Stielspitzen, 24 Spitzen, 2 Kantenstichel, 23 Stichel, 2 Balkenformen, 2 Bohrer, 18 Schaber (Kratzer), 49 Klingen, 1 Rückenmesser, 1 Nadelform, 1 querschneidige ^ Pfeilspitze, 3 Kernsteine und 3 Schlagsteine. Die Beilform ist aus einem Spalter gefertigt, spitznackig mit gewölbter Unterseite und von dreieckigem Querschnitt. Die Schneide ist dick, die obere Seite jedoch gegenüber der unteren leicht zurückgesetzt. Die Länge beträgt 6,6 Zentimeter.
Dicknackige Feuersteinbeile der jüngeren Steinzeit (4000 bis 2000 v. d. Ztr.) erhielten wir aus Burow, Kletzke, Laaslich und Plattenburg, ferner ein Felsgesteinbeil aus Plattenburg, eine Steinaxt aus Kletzke, eine schöne weidenblattförmige Feuerstein-Lanzenspitze aus Pirow und einige Feuersteinklingen, -Stichel und -Meißel aus Perleberg. Bei der Steinaxt aus Kletzke, die eine stumpfe Schneide hat, liegt das doppelkegelförmige Bohrloch beiderseits in einer flachen Vertiefung. Reichhaltiges Material ging uns von mehreren Fundstellen der Gemarkung Hülsebeck zu. Die zahlreichen Funde einer Stelle sind wie folgt bestimmt worden (Dr. L. Rothert): „Die Feuersteingeräte, unter denen die Fülle der Mikrolithen fehlt, wo hingegen große Klingen von regelmäßiger Formgebung und entsprechende Kernstücke vorhanden sind, lassen sich als jungsteinzeitlich ansprechen. Der Harpunenzahn sowie die wenigen mikrolithischen Klingen sind als weiterlebende Mittelsteinzeittypen inmitten einer jungsteinzeitlichen Umgebung anzusprechen, wie das letzthin oft beobachtet wurde. Die zahlreichen gebrannten Feuersteinabfälle und Geräte machen eine Siedlung wahrscheinlich . . . . "
Unsere Bestände aus der mittleren Urgermani- schen Zeit (1400 bis 1200 v. d. Ztr.) wurden durch ein Frauengrab aus Pirow ganz wesentlich bereichert. Das Grab steht bisher wegen seiner Bestattungsform einzig in der Prignitz da und ist durch die reichen Beigaben recht bemerkenswert. In einer Tiefe von 0,65 Meter war die Tote auf einem doppelten Steinpflaster von 2,0 Meter Länge und 0,96 Meter Breite, das von Ost nach West ausgerichtet war, unverbrannt mit dem Kops im Osten beerdigt worden. Nach den Resten von Birkenrinde und Zweigen muß angenommen werden, daß die Verstorbene mit Rinde schützend überdeckt oder ganz darin eingehüllt war. Dünne Zweige dienten dazu, diese Hülle zu befestigen oder die Steinlage auszukleiden. Einen weiteren Schutz oder Halt erhielt die Leiche noch durch eine