Die Mineralogie als Teildisziplin der eowissenschaften befaßt sich mit der Entstehung und den Eigenschaften von Mineralen, Gesteinen und Gebirgen. So st auch einer der Schwerpunkte der an der Potsdamer Uni angesiedelten Mineralogie die Entwicklung der Gesteine nter Hochdruck-Bedingungen an der renze Erdkruste-Erdmantel. Diese urden im Zuge gebirgsbildender Prozesse an die Oberfläche gebracht und sind so den kritischen Augen der Wissenschaftler zugänglich. Zur Zeit werden diese Gesteine in Norwegen, in der Türkei und in China untersucht. Was hat nun aber die Entstehung von Hochdruckgesteinen mit Friedrich II. zu tun? Sieht an sich die neuen Ausstellungsvitrinen des Bereiches Mineralogie im Haus 13 des Uni-Komplexes Golm an, ist die Antort darauf klar.
nter dem Titel„SiO, in Natur, Technik und Kultur“ werden hier in zwei von der„Stiftung“ Is Leihgaben zur Verfügung gestellten Vitrien Aspekte der Mineralogie vorgestellt, die Sich einem der wichtigsten anorganischen estandteile der festen Erde widmen. SiO, Siliziumdioxid) bildet in der Regel SiO4‘— etraeder(Pyramiden), die wiederum Bestandteil der Silikate sind, die die wesentlinen Minerale der Erdkruste und des Erdmantels darstellen. Die bekanntesten ertreter der Silikate sind wohl Quarz, Feldpat, Climmer und Olivin. Reines SIO, tritt in ner Vielzahl unterschiedlicher Modifikatioen auf, Der bekannteste Vertreter des reien SIO, ist der Quarz. Daneben gibt es aber ne Vielzahl von Quarz-Varietäten und PolyOrphe. Polymorphe des SiO, sind Minerae, die aus SiO, bestehen, aber nicht die Form und Struktur von Quarz haben. {n der ersten Vitrine werden die wichtigsten SIO,-Modifikationen aus Natur und Technik Orgestellt. Als Vertreter natürlicher SiO,Odifikationen seien Achat, Opal und AmeySt genannt, die in der Regel zu Schmuck Srarbeitet werden. Daneben ist aber auch °esit eine SiO,-Modifikation. Diese kann Hochdruckgesteinen, einem der ForSChungsschwerpunkte des Institutes für Sowlissenschaften an der Uni, nachgewieSEN werden. A Ist aber auch Rohstoff für die HerstelPc SIO„-Glas und SiO,-Watte. Es finES En in der keramischen Indu| ON N] Feuerfestindustrie(Silicasteine) N A austoffindustrie(Silikatbeton). Er On Ohstoff beteiligt an verschiedenen INissen der chemischen Industrie, so
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MINERALOGIE ALS BINDEGLIED VON FORSCHUNG, TECHNOLOGIE UND KULTUR
Gemeinsame Ausstellung von Uni und Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Durch die Unterstützung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ist an
der Uni eine kleine Ausstellung„SiO, in Natur, Technik und Kultur“ zu sehen.
der Herstellung von Siliconen, wie Schmiermittel, von Silicagel(Absorptionsmittel) und zur Gewinnung des chemischen Elementes Silizium zur Züchtung von Si-Einkristallen für die Halbleiterindustrie.
Daneben sind(natürliche) Bergkristalle als SiO,-Modifikation mit eindrucksvoller Eigengestalt ausgestellt. Die Bergkristalle leiten dann auch zur zweiten Vitrine über, die sich mit den Kronleuchtern Friedrichs II. beschäftigen. Diese Objekte sind Leihgaben. Die Ausstellung wurde von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit dem Bereich Mineralogie zusammengestellt und war über viele Monate Publikumsmagnet in der Ausstellung im Besucherzentrum von „Schlösser und Gärten“. Der Behang der Leuchter besteht aus geschliffenen Bergkristallen(Pendeloquen). Die außerordentliche Beliebtheit der edlen Steine als Kronleuchterbehang liegt an ihrer Eigenschaft, das Licht in einzigartiger Weise zu reflektieren und zu„vervielfältigen“. Neben dem Kristallbehang werden in der Exposition die Herstellung der feuervergoldeten oder versilberten Bronze-Gestelle der Lüster sowie die Herstellung von Behängen aus Glas vorgestellt.
Die Ausstellung in Golm ist aber auch aus anderen Gründen von besonderer Bedeutung. Sie konnte nur durch die fruchtbare Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg durchgeführt werden. In über zwei Jahren Zusammenarbeit von Mineralogen und Stiftungsmitarbeitern unter Federführung von Käthe Klappenbach,
Foto: Tribukeit
dem Stiftungsdirektor Prof. Dr. Hans-Joachim Giersberg sowie Prof. Dr. Roland Oberhänsli und Dr. Uwe Altenberger wurden bereits mehrere gemeinsame Projekte durchgeführt. So nahmen die Beteiligten die Neubearbeitung der Mineralien- und Gesteinssammlung des Grottensaales am Neuen Palais in Angriff und analysierten Ausstellungsstücke zerstörungsfrei. Der Grottensaal mit seiner Vielfalt an ausgestellen Mineralen und Gesteinen ist mittlerweile fester Bestandteil der mineralogischen Grundausbildung an der Uni.
Gerade in Zeiten knapper und fehlender Mittel sowie der gesellschaftlichen Verpflichtung, Forschungsinhalte der Öffentichkeit vorzustellen, hat sich das Konzept dieser interdisziplinären Zusammenarbeit bestens bewährt. Die Ausstellung kann während der Dienstzeiten in Haus 13 des Universitätskomplexes Golm besichtigt werden. Uwe Altenberger
‚Buchhandlung Angelika„Yanis
an der Universität Potsdam, Golm
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auf dem Uni-Gelände in Golm, Haus 18 Telefon(0331) 977 22 96
Öffnungszeiten: Mo—- Fr 8.30— 13.00 und 14.30— 18.00 Uhr
UTZ 3/98
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