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(1.1.2019) 03
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Die Mineralogie als Teildisziplin der eowissenschaften befaßt sich mit der Entstehung und den Eigenschaften von Mineralen, Gesteinen und Gebirgen. So st auch einer der Schwerpunkte der an der Potsdamer Uni angesiedelten Mine­ralogie die Entwicklung der Gesteine nter Hochdruck-Bedingungen an der renze Erdkruste-Erdmantel. Diese urden im Zuge gebirgsbildender Pro­zesse an die Oberfläche gebracht und sind so den kritischen Augen der Wis­senschaftler zugänglich. Zur Zeit werden diese Gesteine in Norwegen, in der Tür­kei und in China untersucht. Was hat nun aber die Entstehung von Hochdruck­gesteinen mit Friedrich II. zu tun? Sieht an sich die neuen Ausstellungsvitrinen des Bereiches Mineralogie im Haus 13 des Uni-Komplexes Golm an, ist die Ant­ort darauf klar.

nter dem TitelSiO, in Natur, Technik und Kultur werden hier in zwei von derStiftung Is Leihgaben zur Verfügung gestellten Vitri­en Aspekte der Mineralogie vorgestellt, die Sich einem der wichtigsten anorganischen estandteile der festen Erde widmen. SiO, Siliziumdioxid) bildet in der Regel SiO4 etraeder(Pyramiden), die wiederum Be­standteil der Silikate sind, die die wesentli­nen Minerale der Erdkruste und des Erdmantels darstellen. Die bekanntesten ertreter der Silikate sind wohl Quarz, Feld­pat, Climmer und Olivin. Reines SIO, tritt in ner Vielzahl unterschiedlicher Modifikatio­en auf, Der bekannteste Vertreter des rei­en SIO, ist der Quarz. Daneben gibt es aber ne Vielzahl von Quarz-Varietäten und Poly­Orphe. Polymorphe des SiO, sind Minera­e, die aus SiO, bestehen, aber nicht die Form und Struktur von Quarz haben. {n der ersten Vitrine werden die wichtigsten SIO,-Modifikationen aus Natur und Technik Orgestellt. Als Vertreter natürlicher SiO,­Odifikationen seien Achat, Opal und Ame­ySt genannt, die in der Regel zu Schmuck Srarbeitet werden. Daneben ist aber auch °esit eine SiO,-Modifikation. Diese kann Hochdruckgesteinen, einem der For­SChungsschwerpunkte des Institutes für Sowlissenschaften an der Uni, nachgewie­SEN werden. A Ist aber auch Rohstoff für die Herstel­Pc SIO-Glas und SiO,-Watte. Es fin­ES En in der keramischen Indu­| ON N] Feuerfestindustrie(Silicasteine) N A austoffindustrie(Silikatbeton). Er On Ohstoff beteiligt an verschiedenen INissen der chemischen Industrie, so

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MINERALOGIE ALS BINDEGLIED VON FORSCHUNG, TECHNOLOGIE UND KULTUR

Gemeinsame Ausstellung von Uni und Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Durch die Unterstützung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ist an

der Uni eine kleine AusstellungSiO, in Natur, Technik und Kultur zu sehen.

der Herstellung von Siliconen, wie Schmier­mittel, von Silicagel(Absorptionsmittel) und zur Gewinnung des chemischen Elementes Silizium zur Züchtung von Si-Einkristallen für die Halbleiterindustrie.

Daneben sind(natürliche) Bergkristalle als SiO,-Modifikation mit eindrucksvoller Eigen­gestalt ausgestellt. Die Bergkristalle leiten dann auch zur zweiten Vitrine über, die sich mit den Kronleuchtern Friedrichs II. beschäf­tigen. Diese Objekte sind Leihgaben. Die Ausstellung wurde von der Stiftung Preußi­sche Schlösser und Gärten Berlin-Branden­burg in Zusammenarbeit mit dem Bereich Mineralogie zusammengestellt und war über viele Monate Publikumsmagnet in der Ausstellung im Besucherzentrum von Schlösser und Gärten. Der Behang der Leuchter besteht aus geschliffenen Bergkri­stallen(Pendeloquen). Die außerordentliche Beliebtheit der edlen Steine als Kron­leuchterbehang liegt an ihrer Eigenschaft, das Licht in einzigartiger Weise zu reflektie­ren und zuvervielfältigen. Neben dem Kristallbehang werden in der Exposition die Herstellung der feuervergoldeten oder ver­silberten Bronze-Gestelle der Lüster sowie die Herstellung von Behängen aus Glas vor­gestellt.

Die Ausstellung in Golm ist aber auch aus anderen Gründen von besonderer Bedeu­tung. Sie konnte nur durch die fruchtbare Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg durchgeführt werden. In über zwei Jahren Zusammenarbeit von Mineralogen und Stiftungsmitarbeitern un­ter Federführung von Käthe Klappenbach,

Foto: Tribukeit

dem Stiftungsdirektor Prof. Dr. Hans-Joa­chim Giersberg sowie Prof. Dr. Roland Oberhänsli und Dr. Uwe Altenberger wur­den bereits mehrere gemeinsame Projekte durchgeführt. So nahmen die Beteiligten die Neubearbeitung der Mineralien- und Gesteinssammlung des Grottensaales am Neuen Palais in Angriff und analysierten Ausstellungsstücke zerstörungsfrei. Der Grottensaal mit seiner Vielfalt an ausgestell­en Mineralen und Gesteinen ist mittlerwei­le fester Bestandteil der mineralogischen Grundausbildung an der Uni.

Gerade in Zeiten knapper und fehlender Mittel sowie der gesellschaftlichen Ver­pflichtung, Forschungsinhalte der Öffent­ichkeit vorzustellen, hat sich das Konzept dieser interdisziplinären Zusammenarbeit bestens bewährt. Die Ausstellung kann während der Dienstzeiten in Haus 13 des Universitätskomplexes Golm besichtigt werden. Uwe Altenberger

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an der Universität Potsdam, Golm

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auf dem Uni-Gelände in Golm, Haus 18 Telefon(0331) 977 22 96

Öffnungszeiten: Mo- Fr 8.30 13.00 und 14.30 18.00 Uhr

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