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(1.1.2019) 03
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Befaßt sich mit der Rolle der Kom­munen im vereinten Europa: Prof. Dr. Dieter C. Umbach aus der Juri­

stischen Fakultät. Foto: Fritze

PUTZ: Was veranlaßte Sie, im Zusammen­hang mit Europa den Aspekt der Kommu­nen hervorzuheben?

Umbach: Im Rahmen meiner Forschungen zum Verfassungsrecht beschäftige ich mich unter anderem mit den Kommunen in Deutschland und den Ländern. So kam uns die Idee, deren Rolle im Kontext der Ent­wicklung zu einem vereinten Europa näher zu untersuchen. In Diskussionen ergibt sich immer wieder die Frage, worauf gründet sich ein zukünftiges Europa? Wenn kein Europa der Nationalstaaten entstehen soll, dann eines der Regionen oder der Kommu­nen? Regionen umschließen nicht nur meh­rere Kommunen, sondern sind auch länder­übergreifend. Mit diesen Gedanken wollen wir neue Dimensionen aufzeigen, über die Grenzen blicken.

PUTZ: Sichtbares Zeichen der europäi­schen Wirtschafts- und Währungsunion wird die Einführung der gemeinsamen

Währung Euro am 1. Januar 1999 sein. Kön­nen Sie die Beunruhigung vieler Menschen in diesem Zusammenhang nachvollziehen? Umbach: Wer die Verunsicherungen und Ängste der Menschen nicht versteht, ist realitätsfern. Die Entwicklung, die sich nach der Einführung des Euros ergibt, ist noch nicht absehbar. Viele Fragen können derzeit nicht detailliert beantwortet wer­den. So beispielsweise: Wie erfolgen Ab­rechnungen oder die Haushaltung? Man muß deutlich sagen, daß wir in den Einzel­heiten nicht wissen, was auf uns zukommt. Weil das so ist, wollten wir auf der Konfe­renz unserer Phantasie freien Lauf lassen und Ideen dazu entwickeln. Mit der Ein­führung des Euros ist nicht in erster Linie die Währungsänderung von Relevanz. Viel entscheidender sind die politisch-struktu­rellen, mit ihren Konsequenzen bisher kaum abschätzbaren Veränderungen. An­dererseits erleben wir alle täglich schon europäische Dimensionen. So bei Europa­normen in den unterschiedlichsten Berei­chen. Wir können nicht auf der einen Sei­

KONSEQUENZEN NOCH NICHT ABSEHBAR

Europa und die Kommunen auf einer KWI-Tagung debattiert

Die vierte Fachtagung des Kommunalwissenschaftlichen Institutes(KWI) der Uni beschäftigte sich Ende März dieses Jahres mit dem ThemaEuropa und die Kommunen. Drei Komplexe standen dabei im Mittelpunkt: historische, rechtstheoretische und politische Aspekte kommu­naler Selbstverwaltung und europäischer Einigung, Erfahrungen und Probleme grenzüber­schreitender kommunaler Zusammenarbeit in Europaregionen der alten und neuen Bundeslän­der sowie Fragen der Einführung des Euros aus kommunaler und aus Sicht der Finanzwirtschaft. Zu den Teilnehmern gehörten neben Wissenschaftlern vor allem Oberbürgermeister, Bürger­meister, Amtsdirektoren, vom Ministerium der Justiz und für Bundes- und Europaan­gelegenheiten die Staatssekretärin Irmgard von Rottenburg, Beigeordnete, Vertreter von Land­tagen und der EU. Im Vorfeld der Tagung sprach Dr. Barbara Eckardt für PUTZ mit Prof. Dr. Dieter C. Umbach. Dem Professor für Verwaltungsrecht mit Sozialrecht sowie Europäisches Verfassungs- und Sozialrecht oblag die inhaltliche Ausgestaltung dieser Konferenz.

te nationalstaatliche Privilegien behalten wollen und auf der anderen Seite die Öff­nung des Marktes fordern.

PUTZ: Welche Auswirkungen hat die neue europäische Situation auf den Föderalis­mus? S Umbach: Folgen entstehen selbstver­ständlich nicht nur für Europa als Ganzes, sondern natürlich für Deutschland. Das Zeitalter der klassischen Nationalstaaten ist seit dem Zweiten Weltkrieg vorbei. Es entsteht die Frage, ob wir eine neue Art von Föderalismus bekommen, indem die Länder gar nicht mehr ihre alte Rolle über­nehmen können. Föderale Länder gibt es weder in Frankreich noch in Großbritanni­en. Deshalb bezweifle ich, daß sich diese Staaten auf unser föderales Konzept einlas­sen. Es bricht also mit Sicherheit ein Streit darüber aus, wer die Rolle der Länder­einheiten ausfüllen wird. Ich bin der An­sicht, daß es die Kommunen sein könnten. Damit wäre auch die größte Bürgernähe gegeben.

PUTZ: Vielen Dank für dieses Gespräch.

CHANCEN UND PROBLEMATIK IM M&A- GESCHÄFT

Hilmar Kopper, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutsche Bank AG, referierte über kapitalmarktorientierte Strukturanpassungen

Am 19. Januar 1998 fanden die fach­öffentlichen Gastvorträge des Bereichs Betriebswirtschaftslehre mit Schwer­punkt Finanzierung und Banken einen weiteren Höhepunkt. Der Einladung von Prof. Dr. Detlev Hummel folgten rund 330 Zuhörer aus Wirtschaft und Bankwesen, Studierende und Wissen­schaftler der Universität Potsdam, um Hilmar Kopper, bis Mai 1997 Sprecher des Vorstands der Deutschen Bank, zu hören und anschließend mit dem Refe­renten über die Notwendigkeit und die Problematik der Unternehmensbeteili­gungen von Banken sowie die Beson­derheiten des M&A-Geschäftes in Deutschland zu diskutieren.

BeiMergers and Acquisitions, so Kopper, handelt es sich um einen im angelsächsi­schen Bankwesen stark entwickelten Ge­schäftsbereich für die Vermittlung von Unter­nehmenszusammehschlüssen und-über­nahmen. Zu den angebotenen Dienstleistun­gen einer Bank im M&A-Geschäft gehören die Beratung und Betreuung von Firmen beim Kauf, Verkauf oder Zusammenschluß verschiedener Unternehmungen oder von Unternehmensteilen, aber auch die Abwehr ungewollter Unternehmensübernahmen. Daher läßt sich dieser Bereich des Banken­geschäfts besser alsCorporate Advisory Service bezeichnen.

Aufgrund der Globalisierung der Wirt­schaft, der Deregulierung vieler Wirt­

schaftsbereiche und geänderter Geschäfts­strategie großer Unternehmer erfuhr der Markt für M&A's in den letzten Jahren ei­nen Aufschwung: Allein in Nordamerika sind 11.000 M&A-Transaktionen im Jahr 1997 mit einem Volumen von 900 Mrd. US­Dollar im Zuge der Anpassung der Wirt­schaftsstrukturen erfolgreich vermittelt worden. In Europa belief sich der Wert der M&A-Transaktionen im vergangenen Jahr auf 450 Mrd. DM, wobei grenzüberschrei­tende Transaktionen noch die Ausnahme waren. In Deutschland wurde mit einem Volumen von 150 Mrd. DM in 1997 ein hö­heres M&A-Volumen als in den Vorjahren abgewickelt. Auffällig sei, so Kopper, daß der Erwerb von deutschen Produktions- P

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