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(1.1.2019) 03
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ERSTE SCHRITTE BEIM TELETEACHING

Zusammenarbeit der Universitäten Potsdam und Paderborn

Prof. Dr. Schwill sicherte per Tele­teaching für Paderborner Lehr­amtsstudenten eine Veranstaltung zur Didaktik der Informatik.

Foto: Tribukeit

Potsdams Alma mater betritt zunehmend Neuland. So haben im vergangenen Jahr Prof. Dr. Andreas Schwill aus dem Institut für Informatik der Uni Potsdam und Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Informatik und Gesell­schaft der Uni Paderborn unter Leitung von Prof. Dr. Reinhard Keil-Slawik eine gemeinsame Teleteaching­Lehrveranstaltung im Lehramtsstudium Informatik durchgeführt.

Hintergrund dafür bildeten in Paderborn damals fehlen­de Veranstaltungen auf dem Fachgebiet der Didaktik der Informatik. Insgesamt neun Studierende fanden sich in der dortigen Hochschule schließlich zu einer Projekt­gruppe zusammen, die ihre fachliche Fernbetreuung aus Potsdam erhielt. Die Form der Veranstaltung besaß da­bei Neuheitswert im Lehramtsstudium. Ziel der Ausbil­dung war die Bearbeitung ausgewählter didaktischer Fragestellungen, die im schulischen Informatikunterricht von besonderer Bedeutung sind. Um einen reibungslo­sen Informationsfluß zu sichern, erfaßte man in Potsdam alle Dokumente und Absprachen, die während der Projektzeit anfielen, elektronisch und stellte sie für den Zugriff durch die Beteiligten zur Verfügung. Wesentliche

TURBULENTES 21. JAHRHUNDERT?

Zur Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Harald Fuhr

Mit einer ausführlichen Darstellung glo­baler Trends und den daraus resultieren­den Schwerpunkten zukünftiger For­schung und Lehre im Bereich internatio­naler Beziehungen und internationaler Kooperation befaßte sich Harald Fuhr, Professor für Internationale Politik an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftli­chen Fakultät der Universität Potsdam, im Rahmen seiner Antrittsvorlesung unter dem TitelTurbulentes 21. Jahrhundert? Einige Überlegungen zu den internatio­nalen Beziehungen und der Rolle interna­tionaler Zusammenarbeit.

Ausgehend von der Überlegung, ob wir noch auf dem Weg in die Modernität seien, die Professor Fuhr als ‚Wohlstand, Bürger­rechte und Demokratie für alle umriß, ana­]ysierte er eine Vielzahl globaler Trends, die konstitutiv für die Turbulenzen sind, denen sich die zukünftige Forschung im Bereich internationaler Politik gegenübersieht.

Durch mehrdimensionale Formen der Glo­balisierung einer stetig wachsenden und zu­nehmend vernetzten Weltwirtschaft, durch die technologische Revolution und durch quantitative Veränderungen in der Bedeutung heutiger Industrie- und Entwicklungsländer entstehe eine neue Struktur der internationa­len Gesellschaft. Das wirtschaftliche Wachs­tum führe nicht überall und nicht in gleicher Geschwindigkeit zu den angestrebten Ein­kommenszuwächsen sowie zu demokrati­

schen Partizipations- und Menschenrechten breiter Bevölkerungsschichten. In der Folge entstünden Ungleichheiten mit der Gefahr an­gehäufter politischer Instabilität, die sich bei­spielsweise in über Religion, Nationalismus oder ethnischer Zugehörigkeit artikulierten Forderungen und Protesten niederschlügen. Die Erscheinungen komplexer Probleme, mit denen sich internationale Entscheidungsträ­ger konfrontiert sehen, ließen sich demnach beliebig erweitern, z.B. um globale Umwelt­zerstörung oder grenzüberschreitende Mi­grationsbewegungen. Diese vielschichtigen Schwierigkeiten könnten nicht mehr durch traditionelle Außen-, Sicherheits- oder Ent­wicklungspolitik, sondern nur noch durch gezielte und neu strukturierte internationale Kooperation zwischen nationalen und interna­tionalen staatlichen wie nichtstaatlichen Ak­teuren bewältigt werden. Die Rolle und Verantwortlichkeiten des Nationalstaates verändern sich, so Fuhr, in­dem neue Akteure in die Politikgestaltung ein­gebunden werden müssen. Die nationale Wirtschafts- und Außenpolitik werde durch neue Akteure beeinflußt; neue internationale Aufgabenfelder entstünden. Der Politikwis­senschaftler konstatierte in diesem Zusam­menhang jedoch eine trotz historisch außer­gewöhnlicher Chancen im Bereich internatio­naler Politik noch zu geringe Umsicht, zu wenige Innovationen und zu geringe Berück­sichtigung nachhaltiger Alternativen. Daraus leitete Fuhr gleich mehrere Handlungs­

Unterstützungsfunktion leistete hierbei das innovative System Hyperwave. Die weitere Unterweisung zu Fragen der Teilnehmer er­folgte über electronic mail. Nach vorherge­gangener Seminarphase mündeten die Er­gebnisse der Arbeit letztlich während der praktischen Realisierung in einem Hyper text-Dokument für Lehrer. Das elektroni­sche Buch bereitet die erworbenen wissen­schaftlichen Erkenntnisse auf und ver­knüpft sie mit Unterrichtsvorschlägen, me­thodischen Hinweisen und organisatori­schen Problemen. Verfügbar ist das weiter bildende Selbstlernmaterial im Internet unter der Adresse hHhttp://hyperg.uni paderborn.de/IuR_Startseite.

Wesentlich zum Gelingen des Projekts trug nach Einschätzung beider Wissenschaftler die direkte Betreuung vor Ort bei. Konkre te Resultate der Zusammenarbeit wurden dem Publikum erst kürzlich auf der Fachta­gungInformatik und Ausbildung in Stutt­gart vorgestellt. Der eingeschlagene Weg soll nach den Vorstellungen Schwills seine Fortsetzung finden. Deshalb gibt es bereits jetzt eine neue Projektgruppe zum Thema Anfangsunterricht Informatik. PC.

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Prof. Dr. Harald Fuhr Foto: privat erfordernisse von grenzüberschreitenden wirtschaftlichen Aktivitäten bis hin zur Steige­rung der Wirksamkeit von Entwicklungszu­sammenarbeit ab. Basis der erfolgreichen Steuerung der Probleme des 21. Jahrhunderts sollten neue flachere, internationale sowie nationale Dialogstrukturen und Netzwerke sein. Es gehe darum, die neuen Möglichkei­ten, die aus der Globalisierung hervorgingen, konstruktiv zu nutzen und die Wahrscheinlich­keit des Eintretens wünschenswerter Ent­wicklungen zu erhöhen.

Angesichts der Komplexität der genannten Phänomene stellten die Analyse und Generie­rung von Lösungs- bzw. Steuerungsansätzen strategisch wichtige Aufgabenfelder dar. Not­wendig sei zwangsläufig interdisziplinäres Ar­beiten in den Wirtschafts- und Sozialwissen­schaften und eine erhöhte Problemlösungs­und Praxisorientierung sowie die stärkere in­ternationale Ausrichtung von Forschung und Lehre. Heike Scherff

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