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(1.1.2019) 03
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LEHRAMTSSTUDIUM LOHNT SICH In Brandenburgs Schulen auch künftig Pädagogenbedarf

Die Einstellungschancen in den branden­burgischen Schuldienst sind nicht so schlecht wie vielfach angenommen. Die­sen Schluß lassen aktuelle Entwicklungen im Land derzeit durchaus zu.

‚Wer sich heute für ein Lehramtsstudium entscheidet, kann davon ausgehen, nach Abschluß seiner Ausbildung eine relativ gesuchte Fachkraft zu sein. Das jeden­falls ist die Einschätzung Bernd Karl Vo­gels, Referatsleiter im Brandenburger Mi­nisterium für Bildung, Jugend und Sport. Tatsächlich konstatieren die Mitarbeiter seiner Einrichtung eine rückläufige Ten­denz von an der Universität Potsdam be­standenen ersten Staatsprüfungen.Sie haben bereits jetzt eine Höhe, die nicht mehr ausreicht, den Jahresbedarf an ein­zustellenden Lehrern im eigenen Land zu decken, so Vogel. Dabei verweist er auf neueste Zahlen, die den perspektivischen Einstellungskorridor in Brandenburg be­ziffern. Demnach gibt es zumindest auf absehbare Zeit reale Beschäftigungs­möglichkeiten für fast 400 neue Lehrer pro Jahr. Im einzelnen handelt es sich _ hierbei um 140 Lehrer in der Primarstufe, 160 in der Sekundarstufe I und 1;:30ün der beruflichen Bildung und ebensoviele in der Sonderpädagogik. Als unterschiedlich erweisen sich die kon­kreten Auswirkungen dieser Entwicklung unter den Studenten der Universität Pots­dam. Während der Zustrom an Lehramts­

7 N E Lehrer könn en wieder hoffen. Für sie be­Den derzeit gute Einstellungschancen in den >©nburgischen Schuldienst, Eine günstige SUB rear und die Bereitschaft, auch iS alb Potsdams arbeiten zu wollen, verbes­

N Zudem die Berufsa ussichten. Foto: Tribukeit

studenten wieder wächst, zeigen sich die jungen Leute zum Teil noch immer verun­sichert hinsichtlich möglicher Lehrerbe­rufsaussichten in der Region. Und das nicht ohne Grund: Immerhin herrschte zur Wen­dezeit in den Schulen Einstellungsstopp, gab es später hochschulpolitische Vorstel­lungen zur völligen Einstellung der Sonder­und Grundschulpädagogik an der Uni. Empfehlungen der brandenburgischen Hochschulstrukturkommission enthielten ebenfalls eher pessimistische Aussagen zur Lehrersituation.Die Studenten haben sich in der Vergangenheit von den teilwei­se imaginären, aber auch realen Gegeben­heiten abschrecken lassen, meint Prof. Dr. Helene Harth dazu. Die Romanistin ist Pro­rektorin für Entwicklungsplanung und Fi­nanzen an der Potsdamer Uni.

Harth besitzt zudem großen Anteil am Aufbau der Französischlehrerausbildung in ihrer Hochschule. Französisch zählt zu den Mangelfächern im Brandenburgischen. Trotz umfangreicher Anstrengungen auf dem Ge­biet der Weiterbildung qualifizierbarer Kräfte, fehlen hier weiterhin grundständig ausgebil­dete Pädagogen.Die Anzahl der Studenten könnte größer sein, stellt Vogel fest. Er emp­

fiehlt eine Kombination mit Musik, Kunst, Po­litischer Bildung, eventuell Englisch oder auch einer beruflichen Fachrichtung.Derzeit gibt es für Letzteres zwar noch kein entspre­chendes Angebot, aber eine Zusammenar­beit mit Berliner Hochschulen ist vorgese­hen, gibt er sich zuversichtlich.

Die Uni Potsdam hat jüngst ihre Ausbildung in den beruflichen Fachrichtungen Elektro­und Metalltechnik der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus anbieten müssen. Hintergrund dafür bilden aktuelle Einschnitte im Haushaltsbudget der Ein­richtung, die zusätzliche Professuren ver­hindern.Wir können nicht Ausbildungs­gänge anbieten, für die das Personal fehlt, erläutert Harth. Deshalb gäbe es nun Ver­handlungen mit dem Ziel, die fachliche Ausbildung in Cottbus und die pädagogi­sche in Potsdam zu gewähren.

Nichtsdestotrotz, die Zeichen für junge Leh­rer stehen auch angesichts zunehmend überalterter Kollegien an den Schulen gut. Ihre Einstellungschancen gestalten sich al­erdings vermutlich auch weiterhin regional unterschiedlich. Während in der Landes­hauptstadt eher schlechte Aussichten be­stehen, scheint es andernorts durchaus günstiger. ‚Vor allem südlich und östlich Berlins, insbesondere aber in der Prignitz sowie in der Uckermark sind Lehrer ge­fragt, resümiert Vogel. PG.

ZU BESUCH BEI SÄCHSISCHEN UNTERNEHMEN

Jährliche Exkursion des Bereichs Organisation und Personalwesen

Dem Anspruch des Praxisbezugs fol­gend, führte der Bereich Betriebswirt­schaftslehre mit dem Schwerpunkt Orga­nisation und Personalwesen nun schon traditionell Exkursionen durch. So reiste vor einiger Zeit eine 18köpfige Gruppe, bestehend aus Studenten, Mitarbeitern sowie Prof. Dr. Dieter Wagner, nach Dres­den und Leipzig.

Fünf Unternehmen standen auf dem Pro­gramm der dreitägigen Exkursion. Erster Aufenthaltsort war zunächst Dresden-Übi­gau, wo die Siemens AG ihrenTechnopark Dresden unterhält. Die Studierenden lern­ten zwei typische Profit-Center der Siemens AG kennen: den Bereich Medizinische Technik und das Transformatorenwerk. Betriebsbesichtigungen in beiden Werken machten den Entstehungsprozeß der Hauptprodukte nachvollziehbar.

Am zweiten Exkursionstag ging es zur Sachsenzweirad GmbH in Neukirch. Insi­dern ist sie als innovativstes Fahrradunter­nehmen Deutschlands bekannt. Der Ge­schäftsführer, Karl-Heinz John, wurde 1994 mit dem TitelManager Aufschwung Ost ausgezeichnet. Die Fahrradproduktions­und-innovationsstätte hat es in den Jahren

nach der Wende geschafft, ihre Produktion fast zu verzehnfachen, so daß in Neukirch durchschnittlich pro Tag 2000 fertige Fahr­räder die Montagebänder verlassen. Aller­dings spürt auch die Fahrradbranche die Rezession. Denn rückläufige Absatzzahlen machen dem vom Erfolg verwöhnten Unter­nehmen zu schaffen. Sachsenzweirad setzt auf Innovationen, doch es gibt Schwierig­keiten, die individuellen und somit nicht bil­ligen Modelle am Markt zu plazieren. Dies auch deshalb, weil der Durchschnittspreis für Fahrräder seit 1993 deutlich unter 1000 Mark gesunken ist. Absatzprobleme kennt die Feldschlößchen Brauerei AG dagegen nicht. Mit einem Investitionszuschuß in Höhe von 150 Millio­nen Mark der Muttergesellschaft Holsten AG wurde in Dresden die modernste Brau­ereianlage Ostdeutschlands errichtet. Den Weg der berühmten Rohstoffe Malz, Hopfen, Hefe und Wasser durch den Brauprozeß bis hin zum fertigen Produkt verfolgten die Wirtschaftsstudenten mit größtem Interesse und reger Anteilnahme. Besondere Zustim­mung fand die anschließende Verköstigung. Einen zusätzlichen Höhepunkt der Reise bil­dete der Besuch eines weiteren Siemens­Fortsetzung nächste Seite

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