Heft 
(1.1.2019) 04
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WOHNEN IN POTSDAM

Studenten wollen weg von der Peripherie

Die Zeiten der Unterbringungsengpässe für Potsdamer Studenten scheinen vorbei. Und das, obwohl nur 19 Prozent von ihnen Wohnheimplätze in der brandenburgi­schen Landeshauptstadt erhalten. In der City und deren Randgebieten gibt es ins­gesamt 2.012 vom Potsdamer Studenten­werk zur Verfügung gestellte Betten.

Die Ansprüche der jungen Leute allerdings sind bezüglich des Wohnkomforts deutlich gestiegen. Der Trend geht heute klar in Rich­tung Einzelzimmer oder zu abgeschlosse­nem Wohnraum. ‚Wir bauen deshalb derzeit zugunsten einer später ausschließlichen Ein­Bett-Belegung pro Zimmer Kapazitäten ab, bestätigt auch Gudrun Wewetzer, Presse­sprecherin des Potsdamer Studentenwer­kes, die Entwicklung. Freie Plätze bestünden gegenwärtig noch in Brandenburg, verein­zelt in Wildau. Wert legen die Mitarbeiter ihrer Einrichtung auf die Innen- wie Außen­sanierung der von ihnen verwalteten Potsda­mer Gebäude. In der Forststraße sei das teil­weise schon passiert, bis zum nächsten Win­tersemester steht die vollständige Überho­lung des Hauses 2 im Babelsberger Park auf der Tagesordnung.

Gegenwärtig verzichtet das Studentenwerk trotz denkbarer Auslastung auf weitere Neu­bauten. Es fehlen seit dem Auslaufen des entsprechenden Förderprogramms Ende 1997 die nötigen finanziellen Mittel. Einzige Ausnahme bildet das gerade in Branden­burg fertiggestellte Wohnheim mit 199 Plät­zen. Für die Miete müssen die künftigen Akademiker hier jedoch laut kürzlich einge­führtem Pooling etwas tiefer in die Tasche greifen. Das möblierte Zimmer kostet ‚je nach Größe 340 bis 360 DM. Der Preis wird durch einen besonderen Service versüßt: Es gibt eine direkte Internetanbindung vom Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden an das Rechnernetz der Fachhochschule.

Vorzeige-Objekt des Potsdamer Studentenwerkes ist der Komplex Stahnsdorfer Straße. Errichtet wurde er für 42 Mio. DM. In den neun

Objekten stehen 545 Betten zur Verfügung.

Die Wohnheime sind aber nur die eine Sei­te, betont Falk Richter aus der Arbeitsgrup­peStudentisches Wohnen der Uni. Viele seiner Kommilitonen suchen Alternativen. Sie wünschen sich eine Bleibe mitten in der Stadt.Schließlich sind wir schon die ganze Studienzeit hinweg an den Rand der Stadt verbannt, klagt der Slavist/Polonist und Politikwissenschaftler in spe. Jenes Interes­se der Studis spürt auch Günter Sinner, Bereichsleiter Bestandverwaltung der Ge­meinnützigen Wohn- und Baugesellschaft mbH(Gewoba). Etwa zehn Prozent der bei ihm gemeldeten rund 5.000 Bewerber stam­men demnach aus Studentenkreisen. Die angehenden Spezialisten unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen legten dabei gleich feste Vorstellungen auf den Tisch. So bevorzugten sie als Ansiedlungsstandorte neben dem innerstädtischen Bereich eben­so Babelsberg oder Potsdam-West. Platten­bauten seien dagegen nicht der Traum des Akademikernachwuchses. Übrigens: Genau 15 Wohngemeinschaften nutzen die eher raren Angebote der Gewoba. Bei den sie be­herbergenden Häusern handele es sich um große unsanierte Altbauten, die oft in Eigen­initiative Verschönerungskuren erhielten.

Nicht die erwartete Resonanz hat es offen­sichtlich auf die vom Studentenwerk Pots­dam erbrachte Offerte gegeben, ein zinslo­ses Darlehen für die Instandsetzung von leerstehendem Wohnraum aufnehmen zu können.Bisher liegen uns lediglich drei bewilligte Anträge vor, so Wewetzer dazu. Richter meint die Hintergründe dafür zu ken­nen.Zwar klappt diesbezüglich die Zusam­

menarbeit mit dem hiesigen Studentenwerk_

gut, aber es fehlt die Unterstützung von der Wohnungsverwaltung Potsdam(WVP), die auf den Wohnungen sitzt, sagt er. Ungeklär­te Rückübertragungsansprüche und damit zusammenhängende Probleme erschwer­ten das Vorgehen. ‚Vermutlich aber will man solche Projekte nicht wirk­lich fördern, so seine Ein­schätzung.

In diesem Zusammenhang verweist er nochmals auf die Beratung in Sachen Wohn- und Mietangele­genheiten beim Studieren­denrat. Sprechstunden fin­den in dessen Räumen im Uni-Komplex Am Neuen Palais, donnerstags von 12.80 bis 15.30 Uhr, statt, Am Standort II/1, August­Bebel-Str. 89, werden mitt­wochs zwischen 16.00 und 19.00 Uhr in der Mensa

Foto: Tribukeit Auskünfte erteilt. PG.

Deutsche ERASMUS­Studierende vorn

Die deutschen Studierenden haben im Hochschuljahr 1996/97 europaweit am stärksten vom EU-Programm SOKRATES/ ERASMUS profitiert. Dies belegt die aktu­elle Bilanz des Deutschen Akademische Austauschdienstes(DAAD), der die Aufga­ben einer Nationalen Agentur für dieses Programm wahrnimmt. Von den jährlic rund 80.000 ERASMUS-Studierenden i Europa kamen über 13.070 Studenten aus deutschen Hochschulen. Damit liegen sie deutlich vor den spanischen(10.841), fran­zösischen(10.782) und den britischen (10.537) Hochschulen. Zu wenige Stucie­rende aus den europäischen Partnerein­richtungen kommen jedoch an die deut­schen Hochschulen. Mit 9.701 auslärdi­schen ERASMUS-Studierenden ist Deutsch­land nur das drittgrößte Aufnahmeland!in­ter Großbritannien(19.601) und Frankreich (14.086). Die Hauptzielländer der deutschen ERAS­MUS-Studierenden waren Großbritann e (31,7 Prozent), Frankreich(20,8 Proze:1t), Spanien(13,4 Prozent) und Italien(7,3 Prozent). Die meisten Geförderten<dierten Betriebswirtschaftslehre(21,3 Prozent), Sprachen(15,7 Prozent), Inye­nieurwissenschaften(11,3 Prozent) und Jura(10,1 Prozent). Am Austausch beteiligten sich 1996/9. i Deutschland 211 Hochschulen, darur 100 Fachhochschulen. Nahezu drei V tel der deutschen Geförderten kamen Universitäten, rund ein Viertel aus Fach­hochschulen. Die meisten Studierenc en stellten die Universität Mainz, die Univer­sität des Saarlandes, die FU Berlin und die Universität Göttingen. DA 0D

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Rekordzahlen zum 50. IAESTE-Geburtstag

Die International Association for the x Change of Students for Technical Expe­rience(IAESTE) blickt auf 50 Jahre er folgreicher Arbeit zurück: Neue Rekord zahlen weltweit, vor allem im Bereich«de! deutschen Wirtschaft, dokumentier2n, daß Auslandspraktika für Studiererde nichts von ihrer Attraktivität verloren 12: ben. Noch nie wollten so viele junge L2u­te aus ingenieur- und naturwissensch aft­lichen Fächern ihre studienbegleitenc en Praxiserfahrungen im Ausland erwerb2n. Noch nie waren deutsche Betriebe in 50 hohem Maße bereit, ausländische Studie: rende als Praktikanten und Praktikantin nen aufzunehmen. Der Deutsche Akade­mische Austauschdienst(DAAD) hat als nationale Agentur der IAESTE für 199 rund 1.300 Praktikastellen in der deut schen Wirtschaft eingeworben. Im

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PUTZ 4/9