»- Schmidt sieht einen Schwerpunkt der künftigen Arbeit darin, die Bedeutung der Hochschulen für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes Brandenburg im politischen Raum nachdrücklich zu vertreten. Neben der finanziellen Absicherung der Hochschulen gehe es vorrangig um die Förderung der Zusammenarbeit von politischen Entscheidungsträgern, Hochschulen und Vertretern aus Wirtschaft und Kultur. Weiterhin werde eine wichtige Aufgabe der BLRK darin bestehen, das Engagement der Hochschulen gegen Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Rechtsextremismus auszuweiten, um in enger Zusammenarbeit mit kommunalen Behörden und Stadtverwaltungen die Entwicklung eines gastfreundlichen Klimas für ausländische Studierende im Land Brandenburg zu fördern. FB
Hochschul-Personal fast konstant
Nach vorläufigen Angaben des Landesames für Datenverarbeitung und Statistik 3randenburg waren im Dezember 1997 an len elf brandenburgischen Hochschulen ‚nsgesamt 4.602 Personen hauptberuflich ‘ätig, nur 22 Beschäftigte weniger als im ahr zuvor. Der Anteil der Teilzeitjeschäftigung stieg allerdings in dieser )ersonalgruppe von 9,1 Prozent des Vorjahes auf 12,2 Prozent 1997. Von den hauptberuflich Tätigen gehörten 2.445 Beschäftigte zum wissenschaftlichen sowie künstlerischen und 2.157 zum Verwaltungs-, technischen und sonstigen Personal. Zu letzterem zählten auch 72 Auszuıildende und Praktikanten. Weiterhin meldeten die Hochschulen des liaandes Brandenburg für 1997 noch 2.506 nebenberuflich tätige Personen. Hierbei entfiel der überwiegende Teil auf die wıssenschaftlichen und studentischen Hilfs)räfte(1.861) und Lehrbeauftragten(634). Habilitiert haben sich an den drei brandenhurgischen Universitäten in Potsdam, Cottbus und Frankfurt/Oder im vergangenen Jahr nur insgesamt sieben Wissenschaftler, darunter drei Frauen. Das sind nach Angaben des Landesamtes für Datenverarbeitung ind Statistik Brandenburg über die Hälfte weniger als im Jahr zuvor. Erstmalig wurde an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus ein Habilitationsverfahren erfolgreich abgeschlossen, vier weitere an der Universität Potsdam und zwei an der Europa-Universität ‚Viadrina“. Drei der Habil'tationsschriften gehörten zur Fächergruppe Sprach- und Kulturwissenschaften, ebensoviel in den Bereich Mathematik, Naturwissenschaften und nur eine in die Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Das Durchschnittsalter der Habilitanden betrug 40 Jahre, der jüngste von ihnen war 36 und der älteste 47 Jahre alt. mt.
Englisch an erster Stelle
Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik mitteilt, lernen an Brandenburgs allgemeinbildenden Schulen 252.252 Schülerinnen und Schüler die Fremdsprache Englisch. In Französisch werden 71 176, in Russisch 31.808 und in Latein 10.945 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. In den Jahrgangsstufen 9 und 10 haben 3.915 Schülerinnen und Schüler Latein als dritte Fremdsprache gewählt, von diesen besuchen 3.709 das Gymnasium. Weitere 675 Schülerinnen und Schüler wählten Französisch und 410 Russisch als dritte Fremdsprache. Der statistische Bericht„Fremdsprachenunterricht an allgemeinbildenden Schulen 1997/98“ gibt dazu nähere Auskünfte und kann beim Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg, Dezernat Öffentlichkeitsarbeit, bestellt werden(Fax 0331/3 94 18). pm.
Ein Haus für die Aufklärung
In Halle gibt es seit Februar dieses Jahres das„Interdisziplinäre Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung“ (LZ.E.A.) der Martin-Luther-Universität. Die Einrichtung verfügt nicht nur über reiche Quellenbestände aus der Vergangenheit, sondern auch über eine Forschungsbibliothek und ein von Grund auf renoviertes Gebäude. Die Universität hat durch gezielte Berufungspolitik in den letzten Jahren Sorge getragen, daß das Zentrum unter seinem Geschäftsführenden Direktor, dem Romanisten Prof. Dr. Heinz Thoma, personell auf die kommenden Aufgaben vorbereitet ist. Ein internationaler Wissenschaftlicher Beirat begleitet die Arbeit und ist in die Verwirklichung der Forschungsaufgaben eingebunden. Darüber hinaus bestehen Verbindungen zu zahlreichen anderen Wissenschaftlern in aller Welt. mt.
HRK kritisiert Studienförderungsreformgesetz
Das sogenannte„Studienförderungsreformgesetz“ hat der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz(HRK), Prof. Dr. Klaus Landfried, als unbefriedigend kritisiert. Zwar sei die Absicht der Bundesregierung begrüßenswert, die Verteilungsgerechtigkeit in der Studienfinanzierung zu erhöhen. Gleichwohl bleibe die dringend erforderliche nachhaltige Verbesserung der finanziellen Studienförderung aus, weil die Struktur des BaföG unangetastet bleibe. „Die Ausbildungsförderung bleibt als Sozialleistung ausschließlich vom Elterneinkommen abhängig, Kindergeld und elterliche Steuerfreibeträge bleiben unverändert“, sagte Landfried. Von einer Reform der individuellen Ausbildungsförderung
und insofern von einem„Studienförderungsreformgesetz“ könne erst gesprochen werden, wenn der ursprüngliche sozlalpolitische Auftrag des BAföG wiederhergestellt und eine Förderung entsprechend der tatsächlichen Bedürftigkeit und Leistung gerantiert werde.
Der HRK-Präsident wies weiter darauf hin, daß die geltenden restriktiven Regelungen des BAföG zur Berücksichtigung von Gremientätigkeit und Auslandsaufenthalten bei der Festsetzung der Förderungshöchstdauern in dem Gesetzentwurf nicht zurückgenommen werden. Insbesondere die unzureichende Berücksichtigung von Auslandsaufenthalten bei der Festsetzung der Förderungshöchstdauer sei mit dem Internationalisierungsanspruch der Bundesregierung unvereinbar. Landfried forderte, daß die erwarteten Einsparungen aufgrund der Neuregelungen vollständig für Verbesserungen der Leistungen des Ausbildungsförderungssystems eingesetzt werden. Geplant ist ein Inkrafttreten des neuen Gesetzes zum 1. Januar 1999. Von da an müssen Studierende bis Abschluß des vierten Fachsemesters einen Leistungsnachweis erbringen und dürfen die im Bundesausbildungsförderungsgesetz vorgesehene Förderungsdauer nicht überschreiten. mt.
Vier neue DAAD-Programme
Der Deutsche Akademische Austauschdienst(DAAD) hat vier neue Programme mit Partnern in Indonesien, Vietnam, Indien und zum ersten Mal auch in Singapur eingerichtet. Ziel ist es, den wissenschaftlichen Austausch in beiden Richtungen zu intensivieren. Die Programme sind offen für alle FachYchtungen; die Dauer der Studienaufenthalte im Gastland soll mindestens drei Wochen und höchstens drei Monate betragen. Jede Seite trägt die Reisekosten der eigenen Teilnehmer sowie die Aufenthaltskosten der Gastwissenschaftler in ihrem Land. Der DAAD hat diese Abkommen mit Wissenschaftsministerien, nationalen Forschungseinrichtungen und führenden Hochschulen selbst geschlossen. Für Indonesien und Vietnam sollen durch sie bestehende Kontakte weiter ausgebaut werden. Dagegen ist der Wissenschaftleraustausch mit Singapur noch ein völlig unbeschriebenes Blatt. Hier dient das Abkommen einer ersten Anbahnung gemeinsamer wissenschaftlicher Projekte. Auf indischer Seite sind die Partner des DAAD die fünf renommierten Indian Institutes of Technology. Für deutsche Professoren zählt eine Lehrtätigkeit an diesen Einrichtungen zu den ersten Adressen.
Weitere Informationen, Programmablauf, Teilnahmebedingungen und Antragsstellungen deutscher Wissenschaftler direkt beim DAAD, Referat 422, Kennedyallee 50, 53175 Bonn. mt.
PUTZ 4/98
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