AMERIKANISCHE HOCHSCHULADMINIS TS TOREN ZU GAST
Im Rahmen eines dreiwöchigen Fulbright-Seminars weilten 25 Vertreter verschiedener US-amerikanischer Hochschulen am 6. Mai 1998 an der Universität Potsdam. Nach einer Einführung durch den Prorektor für Forschung und wıssenschaftlichen Nachwuchs, Prof. Dr. Ralf Menzel, in/ormierten sich die Besucher über die EntwickJung und die aktuellen Probleme der Hochschule. In einer Gesprächsrunde standen die Professoren Marianne Vater, Hans-Georg Petersen und Manfred Görtemaker sowie der Koordinator des Studienganges Jüdische Studien, Dr. Michael Bergner, Rede und Antwort. Mit besonderem Interesse verfolgten die Gäste die Ausführungen der amerikanischen Fulbright-Studenten Jonathan Hensley und Steven Weldon, die über ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit dem deutschen Universitätssystem und mit der Universität Potsdam berichteten. Der Besuch klang mit einer durch Prof. Dr. Klaus Klopfer geleiteten Führung durch den Botanischen Garten aus.— Die Fulbright-Kommission bietet seit mehreren Jahren nehrwöchige Informationsseminare mit dem Ziel einander die jeweiligen Hochschulsysteme rtrauter zu machen und damit die deutschamerikanische Wissenschaftszusammenarbeıt zu befördern. In diesem Jahr nahm eine Vertreterin der Universität Potsdam an einem entsprechenden Gegenbesuch teil. R.N./Foto: Tribukeit
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DER ÜBERGANG IN DIE INFORMATIONS- UND WISSENSGESELLSCHAFT
Jubiläen der Gesellschaft für Geistesgeschichte und der Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte
„Is muß uns etwas Neues einfallen. Und die Geistesgeschichte, zum Beispiel die Kommunikationsgeschichte, kann uns helfen, solche Einfälle zu entwickeln und e'nzuordnen.“ Prof. Dr. Peter Glotz, der dies äußerte, ist davon überzeugt, die vor uns stehende Medienwende nur mit einer vorausschauenden Politik vernünftig bewältigen zu können.
Anlaß dieser öffentlich geäußerten Gedanken des Gründungsrektors der Uni_ versität Erfurt war ein Doppeljubiläum. Am 18. April 1998 begingen Beteiligte und Cäste das 40- bzw. 50jährige Bestehen der Gesellschaft für Geistesgeschichte (SGG) und der Zeitschrift für Religionsund Geistesgeschichte(ZRGG) mit einer
Festveranstaltung im Einstein Forum. Die ZRGG wurde 1948, die GGG 1958 gegründet. Die Zeitschrift versteht sich als ein Medium für den fächerübergreifenden Dialog in Religions-, Geistes- und Kulturwissenschaften. Sie will Brücken schlagen zwischen verschiedenen Ansätzen und Methoden, Fach- und Wissenschaftsgebieten. In den zurückliegenden 50 Jahren publizierten in der ZRGG mehr als 800 in- und ausländische Autoren unterschiedlichster Fachgebiete über 1.300 Abhandlungen. Mitherausgeber des Periodikums ist Prof. Dr. Julius H. Schoeps von der Universität Potsdam.
Die GGG versucht, ausgehend unter anderem von wissenschaftstheoretischen Überlegungen Wilhelm Diltheys, den sogenannten Zeitgeist zu erfassen. Auf den Jahrestagun
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Mit Medien-Wenden setzte sich Prof. Dr. Peter Glotz in seinem Festvortrag auseinander. Foto: Fritze
gen der Gesellschaft standen in den vergangenen Jahren deshalb auch solche Themen wie ‚Theodor Fontane— einst und heute“, „Zeitgeist und Jugend“,„Reisen und Reisende im 19. Jahrhundert“ oder„Die Deutschen und ihre Nation— historische Erkundungen“ im Mittelpunkt der Erörterungen. Die GGG hat seit 1993 ihren Sitz in Potsdam, ihr Vorsitzender ist Julius H. Schoeps.
Seinen Festvortrag überschrieb, dem Anlaß angepaßt, Peter Glotz mit„Medien-Wenden? Über die geistesgeschichtliche Bedeutung kommunikationstechnischer Umbrüche für Kultur und Gesellschaft“. Als Beispiele für Medien-Wenden nannte er die 50er Jahre des 12. und die 80er Jahre unseres Jahrhunderts. Gegenwärtig stünde der Übergang der Industrie- in die Informations- und Wis
sensgesellschaft bevor.„Wie die Verschriftichungsrevolution des 12. Jahrhunderts ei
nen neuen Typus des Lesens entstehen ließ, Jäßt die in Deutschland in den 50er Jahren sich durchsetzende Audiovision— vor allem in der Gestalt des Fernsehens—- in den 80er Jahren neue Rezeptionsgewohnheiten aufkommen“, resümierte Glotz. Im Personalcomputer stecke eine ungeheure Individualisierungsmacht. Nach Schätzungen des Referenten nutzen aber derzeit lediglich fünf bis zehn Prozent der Deutschen den Computer als Kommunikationsapparat. Positiv gesehen, sei die Selbstbestimmung des Menschen über seine Zeit und über den Ort, an dem er kommuniziert, gewachsen. BE.
PUTZ 5/98
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