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(1.1.2019) 05
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50 JAHRE ALLGEMEINE ERKLÄRUNG DER MENSCHENRECHTE

Am 14. Mai 1998 eröffnete das Menschen­rechtszentrum der Universität Potsdam sein Jahresprogramm aus Anlaß des 50jäh­rigen Jubiläums der Allgemeinen Erklä­rung der Menschenrechte. Für die Auf­taktveranstaltung im Theatersaal des Al­ten Rathauses der Stadt Potsdam konnte der Bundesminister der Justiz, Prof. Dr. Edzard Schmidt-Jortzig, als Redner ge­wonnen werden.

Sein Vortrag unter dem TitelMenschen­rechtliche Entwicklungen in Deutschland im Lichte des internationalen Vertrags­rechts lenkte den Blick auf Aktivitäten des deutschen Gesetzgebers, mit denen die Bundesrepublik Deutschland ihren interna­jonalen Verpflichtungen im Bereich des Menschenrechtschutzes nachkommt. Schmidt-Jortzig rief eindringlich die Motiva­ion in Erinnerung, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zum Aufbau eines in­ternationalen Systems des Menschrecht­schutzes geführt und mit der Verabschie­dung der Allgemeinen Erklärung der Men­schenrechte am 10, Dezember 1948 einen ersten Höhepunkt erreicht hatte. Anhand der Weiterentwicklung dieses Systems bis heute zeigte er die vielfältigen Einflüsse der internationalen Menschenrechtsstandards auf das deutsche Rechtssystem auf. Aus der Fülle der Beispiele seien die Kostenfreiheit

Bundesjustizminister in Potsdam

SE

Der Bundesminister der Justiz, Prof. Dr. Edzard Schmidt-Jortzig(Mitte), hier mit dem brandenbur schen Justizminister, Dr. Hans Otto Bräutigam(1.) und dem Direktor des Menschenrechtszentrur

der Uni Potsdam, Prof. Dr. Eckart Klein.

des Dolmetschers für ausländische Be­schuldigte im Straf- und Ordnungswidrig­keitenverfahren sowle aus Jüngster Zeit die umfassende Reform des Kindschafts­echts erwähnt.

Die Veranstaltung, zu der sich rund 120 Be­sucher eingefunden hatten, wurde mit ei­nem Grußwort des brandenburgischen Ministers der Justiz und für Bundes- und

MESSNETZ FÜR ERDERSCHÜTTERUNGEN

Prof. Dr. Frank Scherbaum hielt seine Antrittsvorlesung

Am 7. Mai 1998 hielt Prof. Dr. Frank Scherbaum als neuer Professor für Geo­physik am Institut für Geowissenschaften der Universität Potsdam seine Antrittsvor­lesung zum Thema ‚Von Quellclustern und Miniarrays: Arrayseismologie auf neuen Wegen. Unter einem seismischen Array versteht man die Zusammen­schaltung eines dichten Netzwerks seis­mischer Stationen auf einer einheitlichen Zeitbasis. Mit einem solchen Netz(Array) lassen sich Ausmaß und Art von Erder­schütterungen, also seismischen Wellen, richtungsabhängig bestimmen.

Schon seit den 60er Jahren wurden seismi­sche Arrays als Detektionsinstrumente zur Überwachung von unterirdischen Kernex­plosionen eingesetzt. Aber auch Haufen von gleichartigen kleinen Erdbeben(Erdbeben­Cluster) lassen sich als seismisches Array zusammenschalten, wenn Ort und Tiefe nur genau genug bekannt sind. Damit lassen sich die Struktur oder die Streueigenschaf­ten des Mediums im tiefen Erdinnern unter­

suchen. Als Beispiel stellte Scherbaum eine Studie über ein Cluster kleiner Beben in der Schweiz vor, in der kleine spätere Wellen als Reflexionen an tiefen Strukturen in der Kruste gedeutet werden konnten.

Beide Ansätze die Netze von Meßstatio­nen wie auch die Nutzung von bekannten Erdbebenclustern lassen sich zu einem quasi doppelten Quell-Empfänger-Array kombinieren, wodurch man sowohl die Richtungen der im Quellcluster abgehen­den Wellen als auch die Richtungen, unter denen sie an den Meßstationen auftauchen, bestimmen kann. Mit dieser von Scher­baum und seinen Mitarbeitern entwickelten Doppel-Arraymethode konnten zum Bei­spiel Streukörper im unteren Erdmantel dicht oberhalb der Kernmantelgrenze in der arktischen Region lokalisiert werden.

Die neue Arbeitsgruppe des Institutes für Geowissenschaften ist mit einem portablen Array von 13 hochmodernen seismischen Stationen ausgerüstet. Ein Teil der Arbeits­gruppe von Frank Scherbaum ist beispiels­weise mit drei seismischen Miniarrays an

Foto: Tribukeit

Europaangelegenheiten, Dr. Hans Ot Bräutigam, eröffnet. Die Reihe wurde ar 18. Juni mit einer Podiumsdiskussion fo gesetzt. Landespolitiker stellten sich dort den Fragen der Bevölkerung zur Lage der Menschenrechte in Brandenburg. Weite: e Veranstaltungen folgen bis zur Abschlu veranstaltung am 10. Dezember Norman Weiß

Prof. Dr. Frank Scherbaum

Foto: Fritze

der kontinuierlichen Überwachung des Hochrisikovulkans Merapi in Indonesien beteiligt. Damit ist man bestens präpariert, um an der rapiden Entwicklung dieses Zweiges der Seismologie an vorderer Front teilzunehmen. Frank Krüger

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