50 JAHRE ALLGEMEINE ERKLÄRUNG DER MENSCHENRECHTE
Am 14. Mai 1998 eröffnete das Menschenrechtszentrum der Universität Potsdam sein Jahresprogramm aus Anlaß des 50jährigen Jubiläums der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Für die Auftaktveranstaltung im Theatersaal des Alten Rathauses der Stadt Potsdam konnte der Bundesminister der Justiz, Prof. Dr. Edzard Schmidt-Jortzig, als Redner gewonnen werden.
Sein Vortrag unter dem Titel„Menschenrechtliche Entwicklungen in Deutschland im Lichte des internationalen Vertragsrechts“ lenkte den Blick auf Aktivitäten des deutschen Gesetzgebers, mit denen die Bundesrepublik Deutschland ihren internajonalen Verpflichtungen im Bereich des Menschenrechtschutzes nachkommt. Schmidt-Jortzig rief eindringlich die Motivaion in Erinnerung, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zum Aufbau eines internationalen Systems des Menschrechtschutzes geführt und mit der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10, Dezember 1948 einen ersten Höhepunkt erreicht hatte. Anhand der Weiterentwicklung dieses Systems bis heute zeigte er die vielfältigen Einflüsse der internationalen Menschenrechtsstandards auf das deutsche Rechtssystem auf. Aus der Fülle der Beispiele seien die Kostenfreiheit
Bundesjustizminister in Potsdam
SE
Der Bundesminister der Justiz, Prof. Dr. Edzard Schmidt-Jortzig(Mitte), hier mit dem brandenbur schen Justizminister, Dr. Hans Otto Bräutigam(1.) und dem Direktor des Menschenrechtszentrur
der Uni Potsdam, Prof. Dr. Eckart Klein.
des Dolmetschers für ausländische Beschuldigte im Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren sowle— aus Jüngster Zeit— die umfassende Reform des Kindschaftsechts erwähnt.
Die Veranstaltung, zu der sich rund 120 Besucher eingefunden hatten, wurde mit einem Grußwort des brandenburgischen Ministers der Justiz und für Bundes- und
MESSNETZ FÜR ERDERSCHÜTTERUNGEN
Prof. Dr. Frank Scherbaum hielt seine Antrittsvorlesung
Am 7. Mai 1998 hielt Prof. Dr. Frank Scherbaum als neuer Professor für Geophysik am Institut für Geowissenschaften der Universität Potsdam seine Antrittsvorlesung zum Thema ‚Von Quellclustern und Miniarrays: Arrayseismologie auf neuen Wegen“. Unter einem seismischen Array versteht man die Zusammenschaltung eines dichten Netzwerks seismischer Stationen auf einer einheitlichen Zeitbasis. Mit einem solchen Netz(Array) lassen sich Ausmaß und Art von Erderschütterungen, also seismischen Wellen, richtungsabhängig bestimmen.
Schon seit den 60er Jahren wurden seismische Arrays als Detektionsinstrumente zur Überwachung von unterirdischen Kernexplosionen eingesetzt. Aber auch Haufen von gleichartigen kleinen Erdbeben(ErdbebenCluster) lassen sich als seismisches Array zusammenschalten, wenn Ort und Tiefe nur genau genug bekannt sind. Damit lassen sich die Struktur oder die Streueigenschaften des Mediums im tiefen Erdinnern unter
suchen. Als Beispiel stellte Scherbaum eine Studie über ein Cluster kleiner Beben in der Schweiz vor, in der kleine spätere Wellen als Reflexionen an tiefen Strukturen in der Kruste gedeutet werden konnten.
Beide Ansätze— die Netze von Meßstationen wie auch die Nutzung von bekannten Erdbebenclustern— lassen sich zu einem quasi doppelten Quell-Empfänger-Array kombinieren, wodurch man sowohl die Richtungen der im Quellcluster abgehenden Wellen als auch die Richtungen, unter denen sie an den Meßstationen auftauchen, bestimmen kann. Mit dieser von Scherbaum und seinen Mitarbeitern entwickelten Doppel-Arraymethode konnten zum Beispiel Streukörper im unteren Erdmantel dicht oberhalb der Kernmantelgrenze in der arktischen Region lokalisiert werden.
Die neue Arbeitsgruppe des Institutes für Geowissenschaften ist mit einem portablen Array von 13 hochmodernen seismischen Stationen ausgerüstet. Ein Teil der Arbeitsgruppe von Frank Scherbaum ist beispielsweise mit drei seismischen Miniarrays an
Foto: Tribukeit
Europaangelegenheiten, Dr. Hans Ot Bräutigam, eröffnet. Die Reihe wurde ar 18. Juni mit einer Podiumsdiskussion fo gesetzt. Landespolitiker stellten sich dort den Fragen der Bevölkerung zur Lage der Menschenrechte in Brandenburg. Weite: e Veranstaltungen folgen bis zur Abschlu veranstaltung am 10. Dezember Norman Weiß
Prof. Dr. Frank Scherbaum
Foto: Fritze
der kontinuierlichen Überwachung des Hochrisikovulkans Merapi in Indonesien beteiligt. Damit ist man bestens präpariert, um an der rapiden Entwicklung dieses Zweiges der Seismologie an vorderer Front teilzunehmen. Frank Krüger
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