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(1.1.2019) 05
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VORDENKER DER SOZIALEN MARKTWIRTSCHAFT

Schriften Franz Oppenheimers veröffentlicht

In Deutschland nahezu in Vergessenheit geraten ist der deutsch­jüdische Nationalökonom und Soziologe Franz Oppenheimer (1864-1943). Er gilt als der Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft, war Doktorvater Ludwig Erhards. Der ehemalige Bundeskanzler te seinen Lehrer als einen Mann kennen,der mit heißem Her­zen, aber mit kühlem Kopfe an die Probleme herangegangen ist und der alle verachtete, die in der Umkehrung mit schwülem Kopf ınd kaltem Herzen ein Volk beglücken zu können glaubten. Er

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‚atte das rechte Augenmaß für die Dinge. Um die Erkenntnisse

spute anzuregen, nahm Prof. Dr. Julius H. Schoeps gemeinsam nit anderen Wissenschaftlern vor einigen Jahren ein Forschungs­

u h des Universalgelehrten zu dokumentieren und wissenschaftliche iD N V

‚orhaben in Angriff, welches in einem Buchprojekt mündete.

1 10. Mai 1998 konnte nun Schoeps, Direk­des Moses Mendelssohn Zentrums für ropäisch-jüdische Studien an der Univer­ıt Potsdam(MMZ), den dritten und letzten nd der EditionFranz Oppenheimer. Ge­nmelte Schriften. Schriften zur Demokra­und Marktwirtschaft präsentieren. Der tbegründer der Frankfurter Schule schuf ı umfassendes Werk bahnbrechender hriften zur Soziologie, Okonomie und zu itischen Fragen seiner Zeit. Mit der jetzt rausgegebenen Publikation, die im Berli­ı Akademie Verlag erschien, werden auf gesamt 2.160 Seiten bislang verstreute hriften erstmals zusammengefaßt und mit

einem wissenschaftli­chen Anmerkungsap­parat versehen. Band I enthält Maßgebliches zur Theoretischen Grundlegung, Band II die Politischen Schnif­ten und Band III Schnf­ten zur Marktwirt­schaft, Nationalökonomie und Wirtschafts­politik.

Die Vorstellung der Edition erfolgte auf der vom MMZ in Verbindung mit der Branden­burgisch-Historischen Kommission e.V. ver­anstalteten dreitägigen Konferenz ‚Wirtschaft

KONTAKTE ZU AUSTRALIEN AUSBAUEN

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Australische Gäste konnten Uni und Austra­lienzentrum schon öfter begrüßen. Anfang Mai nun weilten Mitglieder des Australian Vice­Chancellors Committee(AVCC), der austra­lischen Hochschulrektorenkonferenz, in Pots­dam. Der sechsköpfigen Delegation gehörten auch vier Vice-Chancellos, der Flinders Uni­versity, der Central Queensland University, der

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Edith Cowan University und der Macquarie University, an. Im Rahmen ihrer Deutschland­visite informierten sie sich an der Hochschule über die Struktur der Einrichtung, die Finanz­sıtuation, Studienzeiten, Studiengebühren, Be­treuungsverhältnisse, die Verbindungen der Alma mater zur Industrie.

B.E./Foto: Tribukeit

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Überreichte die nun fertiggestellte Edition Gesammelter Schriften Franz Oppenheimers an Sachsens Ministerpräsidenten, Prof. Dr. Kurt Bieden­kopf(links): Prof. Dr. Julius H. Schoeps(rechts).

Foto: Fritze

und Gesellschaft Franz Oppenheimers Grundlegung der sozialen Marktwirtschaft Mitte Mai dieses Jahres. In Anwesenheit des Ministerpräsidenten, Dr. Manfred Stolpe, und der Tochter Oppenheimers, Renata Lenart, diskutierten Fachleute des In- und Auslandes dabei Thesen Oppenheimers zur Wirtschaft und Gesellschaft. Den Eröffnungsvortrag hielt Prof. Dr. Kurt Biedenkopf. Er sprach über ‚Wirtschaftspo­litik und die soziale Frage. Die wohlstands­fördernde Wirkung als einzige Legitimation für ein Wirtschaftssystem anzusehen, be­zeichnete Sachsens Ministerpräsident als gefährlich. Die Soziale Marktwirtschaft sei eine kulturelle Leistung. Soziale Systeme zu reformieren, bedürfe es allerdings der Mit­wirkung der Bevölkerung. Im Interesse des persönlichen Freiheitsgewinns müsse jeder zunächst versuchen, Probleme selbst zu 1ö­sen. Voraussetzung dafür sei Transparenz. Denndie Menschen sind nicht bereit, sich einer Ordnung anzuvertrauen, die sie nicht durchschauen, B.E.

ANA

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