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(1.1.2019) 05
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KAPITALISMUS MIT MENSCHLICHEM ANTLITZ?

Die provokante, unendliche Frage. Sind Kapi­tal und Menschlichkeit vereinbar oder nicht viel mehr zwei vollkommen gegensätzliche Prinzipien? Derartige Fragen geistern wohl jedem mal durch den Kopf, einigen bereiten sie sogar arge Bauchschmerzen. Die Gegen­wart zeigt so manche Kerbe im System unse­rer sozialen Marktwirtschaft, Problemdis­kussion und Lösungssuche scheinen unum­gänglich. Dies zeigte sich nicht zuletzt beim kürzlichen Gastvortrag Hilmar Koppers, des erklärten Renditemaximierers aus der Füh­ung der Deutschen Bank. Der Fachschaftsrat Wirtschaftswissenschaf­en hatte im April eingeladen, um über Ge­

Der 30. April, der Hochschulinformationstag, war das ganz sicher nicht. Denn Hunderte von Schülerinnen und Schülern informierten Sich in den zahlreichen Veranstaltungen über das ge­samte Studienangebot an der Uni Potsdam. Den ganzen Tag, bis in den späten Nachmittag hinein nutzten die Studieninteressenten vor allem die Angebote der Fächer. Die Info-Stände der Hoch­schule und des Studentenwerkes, an denen Informationen zum Wohnen, über die Möglich­

EIN GANZ NORMALER UNI-TAG?

winnmaximierung, alte Cleichheitsideale, globale Konkurrenz und Soz ale Verantwor­tung zu diskutieren. Prof. Dr. Detlev Hummel sowie Prof. Dr. Erhard Stölting brachten ihre Standpunkte in die Runde mit eın. Circa 50 Teilnehmer kamen und gestalteten einen Mix aus wissenschaftlichen Statements und Dis­kussion. Die Atmosphäre war nach Ansicht der Anwesenden konstruktiv und zugleich anregend genug, um über den Abend hinaus Gedanken aufzunehmen. Komplette Lösun­gen gab es selbstverständlich nicht. Die Veranstaltung wird nicht die letzte ihrer Art gewesen sein. Wiederholungen sind bereits geplant. Henry Sauermann

keiten, Sprachen zu lernen und Sport zu treiben, bis hin zu den kulturellen Angeboten der Stadt eingeholt werden konnten, fanden ebenfalls regen Zuspruch. Umfangreiche Auskünfte erhielten die Besucher über das Studienangebot des gesamten Landes Brandenburg. Als beson­deres Bonbon hielt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg zwei kostenlose Führungen durch das Neue Palais bereit, B./B./Fotos: Tribukeit

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NOVUM AN DER UN!

Erweiterungsstudium Sorbisch/Wendisch am Institut für Slavistik eröffnet

Im Rahmen des Tages der Slavistik wur­de am 22. April 1998 das Erweiterungs­studium Sorbisch/Wendisch zur Qualifi­kation von Grundschullehrem des Faches Sorbisch für die Sekundarstufe I feierlich eröffnet. Dieser Studiengang ist ein No­vum an der Universität Potsdam.

Sorbisch, konkret Niedersorbisch/We disch, wird in der Niederlausitz ein schließlich der Stadt Cottbus- an mehr a 20 Schulen unterrichtet. Bis jetzt ist di Sorbischunterricht nur bis Klasse 6 ge­währleistet. Diese Lücke des kontinuier chen Sorbisch-Unterrichts bis Klasse soll das Erweiterungsstudium schließen Die sorbische Sprache gehört zu den so genannten bedrohten Minderheitsspr chen. Sie wird nur noch von ca. 60.000 Sorben im Land Brandenburg und im Fre staat Sachsen gesprochen. In Sachsen, ın der Oberlausitz, sind die Obersorben a sässig, im Land Brandenburg die Niede sorben, welche Nachfahren des Stammes der Lusizer sind, der im Zuge der Völke wanderung im 6. Jahrhundert die Lausi z besiedelte

Die Sprachpflege und Sprachbewahrur des Sorbischen nimmt einen breiten Rauın in der Nationalitätenpolitik des Landes Brandenburg ein. Im 1994 verabschied ten Gesetz zur Ausgestaltung der Rech der Sorben im Land Brandenburg ist den Paragraphen acht und zehn zu lese Die sorbische Sprache, insbesondere des Niedersorbische, ist zu schützen und zu fördern. Das Land Brandenburg förde die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Le rern der sorbischen Sprache. Vor dem Hintergrund dieser Verpflichtung ist d Einrichtung des Aufbaustudiums für Sc bischlehrer im Bereich Westslavisct Sprachwissenschaft unter Leitung vVc Prof. Dr. Peter Kosta ein wichtiger Schr zur Realisierung des brandenburgische Sorbengesetzes.

Das Studium ist berufsbegleitend, es Sc in drei Durchgängen stattfinden, wobei e Durchgang jeweils zwei Jahre dauert. In­itiatoren und Teilgeldgeber sind neben de Universität Potsdam das brandenburg­sche Ministerium für Bildung, Jugend und Sport(MBJS) und die Stiftung für das sorbische Volk. Verdienste bei der Einfüh­rung des Studienganges erwarb sich Dr. Madlena Norberg, Sorabistin und sorb! sche Muttersprachlerin. Für den ersten Durchgang schrieben sich sechs Studen­tinnen ein. Zur Eröffnung hob Uni-Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder die

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