Heft 
(1.1.2019) 07
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KONVERSION UND MULTIMEDIA

Viel Aufmerksamkeit für Döberitzer Heide

Im Juni dieses Jahres eröffnete der bran­denburgische Ministerpräsident Dr. Man­fred Stolpe im Naturschutzzentrum Döbe­ritzer Heide denKonversionssommer 1998. Ihren Abschluß findet die Veran­staltungsreihe im Oktober mit einer inter­nationalen Tagung in Potsdam.

Unter den Experten ist längst unumstritten, daß die Döberitzer Heide zu den wichtigsten Konversionsflächen in Deutschland zählt. Mit einer Fläche von mehr als 4500 ha ist sie eine der größten und wahrscheinlich auch die älteste Militärliegenschaft in Deutschland, die nun zivil genutzt werden soll. Die Bewäl­tigung der damit verbundenen Aufgaben, an der auch verschiedene Einrichtungen der Universität Potsdam beteiligt sind, wird vom Europäischen Fond für Regionalentwicklung im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative KONVER II finanziert. Das virtuelle AGEN­DA21 Zentrum Döberitzer Heide begleitet das Vorhaben. Zu seiner Unterstützung hat die Professur Umweltbildung der Uni Pots­dam in einem von der Europäischen Union und dem Landkreis Havelland geförderten Drittmittelprojekt die multimediale Software Döberitzer Heide und Ferbitzer Bruch ent­wickelt. Unter dem MottoNur was wir ken­nen, können wir auch schützen wird hier mit dem Naturschatz im Umland von Berlin und Potsdam bekanntgemacht. Informationen zur Geschichte, über Nutzungskonzepte, Landschaftsstrukturen, Tiere und Pflanzen dieses großen Areals können interaktiv ab­gerufen werden. Spielerische Angebote be­reiten die Erkundung der für Besucher frei­gegebenen Abschnitte vor. Einesensitive Karte ermöglicht zudem per Mausklick den

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Abb.: zg.

Zugang zu typischen Bereichen der Döbe­ntzer Heide.

Ein Vorzug der Software besteht nach An­sicht seiner Hersteller darin, daß es sowohl die breite Öffentlichkeitsarbeit als auch die Tätigkeit von Fachleuten unterstützt. Fachtex­te bieten zum Beispiel Detailinformationen an. Besonders hervorzuheben sei die Mög­lichkeit der ständigen Fortschreibung und Ergänzung der Inhalte. Damit ergäben sich hervorragende Chancen einer Langzeitdo­kumentation in Wort, Ton und Bild.

Die bisher in der Demoversion vorgestellten Arten sollen um weitere in der Döberitzer Heide vorkommende Organismen ergänzt werden. Dieser Aufgabe wollen sich Mitglie­der des Naturschutz-Fördervereins Döberit­zer Heide e.V. widmen. Die Professur Um­weltbildung der Uni will später eine aktua­lisierte und erweiterte Version des Vorhan­denen erstellen und dem Naturschutz-För­derverein Döberitzer Heide e.V. auf einer CD-ROM übergeben. Renate Wipper

TAGUNG ZU ALLGEMEINER ALGEBRA UND DISKRETER MATHEMATIK

Unmittelbar nach dem Internationalen Ma­thematikerkongreß in Berlin fand am Institut für Mathematik der Universität Potsdam eine internationale Tagung über Allgemeine Alge­bra.und Diskrete Mathematik statt. Dieses lebendige Teilgebiet der Mathematik fächert sich inzwischen in viele Spezialgebiete auf, deren einzelne Vertreter auf der Potsdamer Tagung miteinander ins Gespräch kommen konnten. Das ist in einer Zeit hochentwickel­ten Spezialistentums, in der jeder Mathema­tiker vorwiegend an seinem engeren For­schungsgebiet interessiert ist, besonders wichtig, um Ignoranz gegenüber anderen Ergebnissen abzubauen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Drei Tage lang, vom 27. bis 29. September dieses Jahres, konferier­ten 64 Wissenschaftler aus Osteuropa,

Deutschland, Asien und Nordamerika.

Teilgenommen haben auch vier jüngere Wissenschaftler aus Thailand, die sich wäh­rend zweier Gastprofessuren von Prof. Dr. Klaus Denecke an den Universitäten Chiang Mai und Khon Kaen in die Grundlagen der Allgemeinen Algebra eingearbeitet haben. Nun konnten sie auf diesem Gebiet erste eigene Forschungsresultate vorstellen. Die­se Zusammenarbeit zwischen der Universi­tät Potsdam und den thailändischen Part­neruniversitäten wird durch ein deutsch­thailändisches(DFG-NRSCT-)Gemein­schaftsprojekt gefördert. Ein schon jetzt sichtbares Ergebnis dieser Kooperation ist das Erscheinen der ersten thailändischen mathematischen Zeitschrift, desEast­West-Journal of Mathematics. K.D.

DEUTSCH-AMERIKANISCHES SYMPOSIUM ZU MENSCHENRECHTEN

Probleme der Einwanderungskontrolle und der Menschenrechte standen auf dem Pro­gramm eines zweitägigen Symposiums, das Ende Juni dieses Jahres das Men­schenrechtszentrum der Uni Potsdam und das Forschungszentrum für Internationales und Europäisches Ausländer- und Asyl­recht der Uni Konstanz gemeinsam veran­stalteten. In Potsdam suchte man damit nach Antworten auf brennende Fragen der Gegenwart. Dabei stand auch die Feststel­lung im RaumDeutschland ist kein Ein­wanderungsland. So jedenfalls laute der Kommentar der Bundesregierung, wenn es um die Diskussion einer Neuregelung des Zuzugs von Ausländern und ihrer Familien gehe. Trotzdem aber lebten 1995 in Deutsch­land bereits mehr als sieben Mio. Auslän­der, davon rund eine Mio. Asylsuchence und eine Mio. Bürgerkriegsflüchtlinge.

Im Gegensatz dazu sei die USA ein traditio­nelles Einwanderungsland. 1992 habe es rund eine Mio. Einbürgerungen gegeben, während sich die Zahl der illegalen Auslän­der nach Schätzungen auf 3,2 Mio. belief. Eine neue Herausforderung für das Lard stellten die Flüchtlinge aus Kuba, Bosnien und anderen Krisengebieten, die in der USA Zuflucht vor den Verhältnissen in ihren Län­dern suchten, dar. Daraus ergäben sich sehr aktuelle Fragen. Einige davon lauteten: Un­ter welchen Voraussetzungen werden in bei­den Ländern humanitäre Flüchtlinge aufge­nommen? Wann besteht nach internationa­lem Recht ein Bleiberecht für Ausländer im Aufnahmestaat? Wie ist der Familiennachzug geregelt? Unter welchen Voraussetzungen können in beiden Ländern straffällig gewcor­dene Ausländer ausgewiesen werden?

Ein rechtsvergleichender Dialog über die Lösungen und Motive der jeweils anderen Seite könnte, so die Ansicht der Teilnehmer, in Deutschland und in den USA die Diskus­sion von Lösungsvorschlägen fördern. Vor der praktischen Lösung jedoch stehe als not­wendige Voraussetzung die wissenschaflli­Che Aufarbeitung. Ekkehard Strauß

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