KONVERSION UND MULTIMEDIA
Viel Aufmerksamkeit für Döberitzer Heide
Im Juni dieses Jahres eröffnete der brandenburgische Ministerpräsident Dr. Manfred Stolpe im Naturschutzzentrum Döberitzer Heide den„Konversionssommer 1998“. Ihren Abschluß findet die Veranstaltungsreihe im Oktober mit einer internationalen Tagung in Potsdam.
Unter den Experten ist längst unumstritten, daß die Döberitzer Heide zu den wichtigsten Konversionsflächen in Deutschland zählt. Mit einer Fläche von mehr als 4500 ha ist sie eine der größten und wahrscheinlich auch die älteste Militärliegenschaft in Deutschland, die nun zivil genutzt werden soll. Die Bewältigung der damit verbundenen Aufgaben, an der auch verschiedene Einrichtungen der Universität Potsdam beteiligt sind, wird vom Europäischen Fond für Regionalentwicklung im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative KONVER II finanziert. Das virtuelle AGENDA21 Zentrum Döberitzer Heide begleitet das Vorhaben. Zu seiner Unterstützung hat die Professur Umweltbildung der Uni Potsdam in einem von der Europäischen Union und dem Landkreis Havelland geförderten Drittmittelprojekt die multimediale Software „Döberitzer Heide und Ferbitzer Bruch“ entwickelt. Unter dem Motto„Nur was wir kennen, können wir auch schützen“ wird hier mit dem Naturschatz im Umland von Berlin und Potsdam bekanntgemacht. Informationen zur Geschichte, über Nutzungskonzepte, Landschaftsstrukturen, Tiere und Pflanzen dieses großen Areals können interaktiv abgerufen werden. Spielerische Angebote bereiten die Erkundung der für Besucher freigegebenen Abschnitte vor. Eine„sensitive“ Karte ermöglicht zudem per Mausklick den
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Abb.: zg.
Zugang zu typischen Bereichen der Döbentzer Heide.
Ein Vorzug der Software besteht nach Ansicht seiner Hersteller darin, daß es sowohl die breite Öffentlichkeitsarbeit als auch die Tätigkeit von Fachleuten unterstützt. Fachtexte bieten zum Beispiel Detailinformationen an. Besonders hervorzuheben sei die Möglichkeit der ständigen Fortschreibung und Ergänzung der Inhalte. Damit ergäben sich hervorragende Chancen einer Langzeitdokumentation in Wort, Ton und Bild.
Die bisher in der Demoversion vorgestellten Arten sollen um weitere in der Döberitzer Heide vorkommende Organismen ergänzt werden. Dieser Aufgabe wollen sich Mitglieder des Naturschutz-Fördervereins Döberitzer Heide e.V. widmen. Die Professur Umweltbildung der Uni will später eine aktualisierte und erweiterte Version des Vorhandenen erstellen und dem Naturschutz-Förderverein Döberitzer Heide e.V. auf einer CD-ROM übergeben. Renate Wipper
TAGUNG ZU ALLGEMEINER ALGEBRA UND DISKRETER MATHEMATIK
Unmittelbar nach dem Internationalen Mathematikerkongreß in Berlin fand am Institut für Mathematik der Universität Potsdam eine internationale Tagung über Allgemeine Algebra.und Diskrete Mathematik statt. Dieses lebendige Teilgebiet der Mathematik fächert sich inzwischen in viele Spezialgebiete auf, deren einzelne Vertreter auf der Potsdamer Tagung miteinander ins Gespräch kommen konnten. Das ist in einer Zeit hochentwickelten Spezialistentums, in der jeder Mathematiker vorwiegend an seinem engeren Forschungsgebiet interessiert ist, besonders wichtig, um Ignoranz gegenüber anderen Ergebnissen abzubauen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Drei Tage lang, vom 27. bis 29. September dieses Jahres, konferierten 64 Wissenschaftler aus Osteuropa,
Deutschland, Asien und Nordamerika.
Teilgenommen haben auch vier jüngere Wissenschaftler aus Thailand, die sich während zweier Gastprofessuren von Prof. Dr. Klaus Denecke an den Universitäten Chiang Mai und Khon Kaen in die Grundlagen der Allgemeinen Algebra eingearbeitet haben. Nun konnten sie auf diesem Gebiet erste eigene Forschungsresultate vorstellen. Diese Zusammenarbeit zwischen der Universität Potsdam und den thailändischen Partneruniversitäten wird durch ein deutschthailändisches(DFG-NRSCT-)Gemeinschaftsprojekt gefördert. Ein schon jetzt sichtbares Ergebnis dieser Kooperation ist das Erscheinen der ersten thailändischen mathematischen Zeitschrift, des„EastWest-Journal of Mathematics“. K.D.
DEUTSCH-AMERIKANISCHES SYMPOSIUM ZU MENSCHENRECHTEN
Probleme der Einwanderungskontrolle und der Menschenrechte standen auf dem Programm eines zweitägigen Symposiums, das Ende Juni dieses Jahres das Menschenrechtszentrum der Uni Potsdam und das Forschungszentrum für Internationales und Europäisches Ausländer- und Asylrecht der Uni Konstanz gemeinsam veranstalteten. In Potsdam suchte man damit nach Antworten auf brennende Fragen der Gegenwart. Dabei stand auch die Feststellung im Raum„Deutschland ist kein Einwanderungsland“. So jedenfalls laute der Kommentar der Bundesregierung, wenn es um die Diskussion einer Neuregelung des Zuzugs von Ausländern und ihrer Familien gehe. Trotzdem aber lebten 1995 in Deutschland bereits mehr als sieben Mio. Ausländer, davon rund eine Mio. Asylsuchence und eine Mio. Bürgerkriegsflüchtlinge.
Im Gegensatz dazu sei die USA ein traditionelles Einwanderungsland. 1992 habe es rund eine Mio. Einbürgerungen gegeben, während sich die Zahl der illegalen Ausländer nach Schätzungen auf 3,2 Mio. belief. Eine neue Herausforderung für das Lard stellten die Flüchtlinge aus Kuba, Bosnien und anderen Krisengebieten, die in der USA Zuflucht vor den Verhältnissen in ihren Ländern suchten, dar. Daraus ergäben sich sehr aktuelle Fragen. Einige davon lauteten: Unter welchen Voraussetzungen werden in beiden Ländern humanitäre Flüchtlinge aufgenommen? Wann besteht nach internationalem Recht ein Bleiberecht für Ausländer im Aufnahmestaat? Wie ist der Familiennachzug geregelt? Unter welchen Voraussetzungen können in beiden Ländern straffällig gewcordene Ausländer ausgewiesen werden?
Ein rechtsvergleichender Dialog über die Lösungen und Motive der jeweils anderen Seite könnte, so die Ansicht der Teilnehmer, in Deutschland und in den USA die Diskussion von Lösungsvorschlägen fördern. Vor der praktischen Lösung jedoch stehe als notwendige Voraussetzung die wissenschaflliChe Aufarbeitung. Ekkehard Strauß
ANA
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