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(1.1.2019) 07
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SPORT IST MEHR ALS NUR BEWEGUNG Uni beteiligte sich an REHAbilitation Berlin98

UNIVERSITAT Pot

AM

SD.

Zu den 269 Ausstellern auf der REHAbilitation Berlin98 zählte auch die Universität Potsdam. Es infor­

Zwischen fünf und sechs Millionen Men­

chen mit Behinderungen leben in Deutschland. Die meisten von ihnen ver­int vermutlich ein gemeinsamer Wunsch: sie wollen mehr Selbständigkeit erlan­gen, ein höheres Selbstwertgefühl be­kommen, die Anforderungen im Alltag besser meistern. Das Anliegen findet zu­nehmend Gehör. Nach dem Auftakt 1996 jab es jetzt die zweite Reha-Messe für Berlin und die neuen Bundesländer, die XEHAbilitation Berlin98. Im Sportforum ler Bundeshauptstadt erhielten renom­mierte Firmen, Händler, Leistungsan­hieter Kontakt zu Fachleuten; Behinder­tenverbände und-vereine, Ämter, Behör­den und Kontaktstellen vermittelten Ein­blick in ihre Arbeit. Mit von der Partie war ıls einzige Hochschule der Region auch die Universität Potsdam.

Uns hat sehr beeindruckt, wie kreativ hier Problemlösungen aufgezeigt wurden, re­‚ümiert Prof. Dr. Jürgen Beckmann aus dem 'nstitut für Sportwissenschaft der Alma nater. Er und seine Mitarbeiter, verstärkt durch Vertreter des Brandenburgischen Vereins für betriebliche Gesundheits­förderung e.V., seien mit ihrer Präsentation vom Gesamtprofil der Einrichtung bis hin zu einzelnen Kooperationen und Vorhaben teichend- auf starkes Interesse der insge­samt mehr als 18.000 Messe-Besucher ge­stoßen. Großen Anteil daran besitze die Darstellung des gerade eingeführten StudienangebotsIntegrativer Behinderten­sport, Es steht in Potsdam sowohl für Lehr­amts- als auch Diplom-Studenten auf dem

| mierten unter anderem Prof. Dr. Jürgen Beckmann(r.), Dr. Hans Henning Ohlert(1). aus dem Institut | für Sportwissenschaft und Thomas Kotsch vom Brandenburgischen Verein für betriebliche Gesund­eitsförderung e.V.(2.v.1.), hier im Gespräch mit einem der zahlreichen Besucher.

Foto: Gläser

Studienplan. Sein Vorteil: In den Lehrveran­staltungen will man nicht nur graue Theo­re, sondern zugleich praktische Erfahrun­

gen vermitteln. Spezielle Übungseinheiten bieten dazu Gelegenheit. Gedacht ist der­zeit sogar an eine Fortbildung für externe Studierende.Die steigende Nachfrage si­gnalisiert uns den vorhandenen Bedarf, erläutert Beckmann. Noch allerdings ist es nicht soweit.Die Gespräche mit dem bran­denburgischen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport beginnen erst, so der Uni-Wissenschaftler zum gegenwärtigen Stand der Vorbereitung.

Viel Aufmerksamkeit habe es während der Messe auch für die Vorstellung des interdis­ziplinären ProjektsTauchen mit Behinderten und Nichtbehinderten gegeben. Seit Okto­ber vergangenen Jahres nehmen daran fünf nichtbehinderte und sechs behinderte Tauchanfänger teil. Der jüngste unter ihnen ist 14, die älteste Teilnehmerin 54 Jahre. Für die Potsdamer Sportwissenschaftler liegt es seit langem auf der Hand: Noch klafft die Lücke zwischen Behinderungen unterschiedlicher Ursache, möglichen Re­habilitationskuren und anderen Maßnah­men sowie konkreten Angeboten im inte­grativen Breitensportbereich.Das zwingt uns als Hochschule, für eine Ausbildung kompetenter Lehrkräfte auf diesem Gebiet zu sorgen, betont Beckmann und hofft auf eine Verringerung jenes Defizits in den nächsten Jahren. PG.

VON BABYLON NACH AVGINON, VON

ROM NACH POTSDAM Epos-Tagung an Uni

Antike Kulturen historisch zu rekonstmuie­ren, aber auch die Geschichte der Rekon­struktion der Antike und die Wirkungs­geschichte antiker Kultur darzustellen, gehört zu den Aufgaben der Klassischen Philologie, für die Gesprächspartner über das Institut für Klassische Philologie der Uni Potsdam hinaus gesucht werden. Zu erleben war das zuletzt am Ende des Wintersemesters, als in Golm insgesamt knapp hundert Studierende, Lehrer- und Wissenschaftlerinnen einen ganzen Tag lang eine Gattung diskutierten, die für die antike Literatur- und darüber hinaus zentral ist: die Epik.

Ausgehend von der Provokation der Alt­orientalistin Beate Pongratz-Leisten, den klassisch-antiken Epos-Begriff in der meso­potamischen Literatur zu testen, war der Kerngedanke, auch unter Ausblendung zentraler antiker Epen(Ilias und Odyssee zum Beispiel) einen, nämlich den lateini­schen Strang möglichst kontinuierlich zu verfolgen: Welche Konstanzen, welchen Wandel zeigen die Formen und Funktionen epischer Dichtung? Die Themen reichten überdas Augusteische des augusteischen Epos Vergils, der Aeneis(Ernst A, Schmidt),

das Epos in der Spätantike(Karla Poll­mann) bis hin zumEpos in der neulateini­schen Literatur(Heinz Hofmann). Ein Po­dium aus Potsdamer und Berliner Neu- und Altphilologen und ein aktives Publikum klopften das präsentierte Material auf sei­ne Funktion in den veränderten Öffentlich­keiten, von Augusteischen Literatenzirkeln bis hin zu frühneuzeitlichen Höfen ab. Ge­rade in der Situation des Umbruchs, des neuen Umgangs mit dem Mythos, be­schleunigten politischen und religiösen Wandels, so die Teilnehmer, blieb die epi­sche Form ein Instrument, Weltdeutungen mit hohem Anspruch zu formulieren.

Der Erfolg der Tagung schlug sich in der Entscheidung nieder, die im Licht der Dis­kussion überarbeiteten Beiträge den Teil­nehmern und einer weiteren Öffentlichkeit im Frühjahr 1999 in den Potsdamer alter­tumswissenschaftlichen Beiträgen zur Ver­fügung zu stellen. Aber auch Neues ist ge­plant: Mit einer Tagung im Februar kom­menden Jahres zum ThemaCaesar möchte das Institut die angeknüpften Ge­sprächsfäden fortspinnen. Dann wird die Linie vomersten Kaiser zum Militär- und Schulschriftsteller der Frühen Neuzeit und Gegenwart zu ziehen sein. Jörg Rüpke

PUTZ 7/98

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