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(1.1.2019) 07
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AUS DEM KONZIL BERICHTET

Die Mitglieder des 3. Konzils der Univer­sität Potsdam trafen sich am 25. Juni 1998 zu ihrer sechsten Sitzung.

Im Zentrum dieser Zusammenkunft stand der Rechenschaftsbericht des Rektorates für den Zeitraum vom 1. Oktober 1996 bis 30. September 1997 und die Stellungnahme des Konzils dazu. Das den Gremienmitgliedern vorgelegte Papier enthält sowohl den Bericht zur Tätigkeit des Rektorates als auch die in eigener Verantwortung enstandenen Berich­te der einzelnen Einrichtungen. Der Rektor, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder, widmete sich in seinen mündlichen Ausführungen der Ge­samtentwicklung der Universität im Berichts­zeitraum, äußerte sich zu ihm wichtigen Einzelpunkten und schätzte die gegenwärti­ge schwierige Situation der Hochschule ein. Prof. Loschelder konstatierte eine erhebliche Unterfinanzierung im Sachmittelbereich. Diese Engpässe müßten durch Personal­mittel(unbesetzte Stellen) ausgeglichen werden. Was die Mittelfristige Finanzpla­nung betreffe, so sei die geforderte Anpas­sung der Haushaltsentwicklung an den Hochschulentwicklungsplan nur bei einer vernünftigen Prioritätensetzung möglich. Diese fehle aber nach Aussagen des Rek­tors. Er kritisierte des weiteren, daß die Bran­denburgische Hochschulrektorenkonferenz in die Novellierung des Brandenburgischen Hochschulgesetzes so gut wie nicht einbe­zogen wurde. Prinzipiell würden mit der Novelle zwar richtige Ziele angesteuert. Sie erwiesen sich aber deshalb als unerreich­bar, weil Regelungen in vielen Einzelheiten, wieStärkung der Hochschulautonomie, kontraproduktiv seien. Die Hierarchisierung und Bürokratisierung nehme durch die offen­bar angestrebte Installation von Unter­nehmensstrukturen zu. Die Hochschulen würden ihrer kollegialen Strukturen beraubt, durch die Beseitigung der Gruppenstruktu­ren erfolge eine Schwächung der Hochschu­len auf dem Gebiet der inneren Demokratie, so Wolfgang Loschelder weiter.

Fortschritte bei der Entwicklung der Univer­sität Potsdam zeigen sich nach Auffassung des Referenten beispielsweise in ihrer Auf­nahme in die Deutsche Forschungsgemein­schaft, im Ausbau der Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen oder im gesteigerten Drittmittelaufkommen.

In der sich an die Ausführungen des Rek­tors anschließenden Diskussion brachten die Gremienmitglieder ihre Betroffenheit angesichts der angespannten Hochschul­situation zum Ausdruck. Die Universität gerate zunehmend in die Defensive und drohe zu einerSpartenuniversität zu ver­kommen, so ihr Eindruck. Die zunehmen­

de Mittelknappheit habe unter den Fakultä­ten Verteilungskämpfe zur Folge, die sinn­voller in Lehre und Studium eingesetzte Kräfte binde. Ebenso kritisierten Konzils­mitglieder den fehlenden politischen Willen der Landesregierung zur Prioritätensetzung für Bildung und Wissenschaftsförderung. Dem Rektorat wurde Anerkennung für den Mut und das Bemühen ausgesprochen, die Fehler der Politik ausbessern zu wollen.

Das Gremium beschloß, das Positionspa­pier der KonzilskommissionHochschulre­form weiter zu konkretisieren und dem Senat als Empfehlung zu übergeben. B.E.

AUS DEM SENAT BERICHTET

In seiner 53. Sitzung am 9. Juli 1998 hat sich der Senat mit folgenden Themen be­schäftigt bzw. nachstehende Beschlüsse gefaßt:

Die Senatoren wählten Dr. Irma Bürger von der Zentralen Studienberatung und Zustän­

- dige für die Beratung Studierender mit Be­

hinderung zur Beauftragten für Behinderte und Heide Simm zu ihrer Stellvertreterin. Irma Bürger wird in dieser Funktion die Belange der Studierenden mit Behinde­rung, Heide Simm die der Mitarbeiter mit Behinderung vertreten.

Des weiteren stimmten die Gremienmitglie­der den Änderungen sowohl der Studien­ordnung als auch der Besonderen Prü­fungsbestimmungen für den Diplomstu­diengang Chemie zu.

Die Psychologische Beratungsstelle der Universität wurde in Psychologisch-Psycho­therapeutische Ambulanz umbenannt. Dies ergibt sich aus dem am 1. Januar 1999 in Kraft tretenden Psychotherapeutengesetz. Dadurch wird eine staatlich anerkannte Ausbildung zum Psychologischen Psycho­therapeuten bzw. zum Kinder- und Jugend­lichenpsychotherapeuten gesichert. In die­sem Gesetz ist auch der gesetzliche An­spruch poliklinischer Institutsambulanzen an Psychologischen Universitätsinstituten auf Ermächtigung zur ambulanten Kranken­behandlung geregelt.

Der Senat nahm den von der Wirtschafts­und Sozialwissenschaftlichen Fakultät vorge­legten Frauenförderplan für die Geltungs­dauer von vier Jahren zustimmend zur Kennt­nis. Zustimmung erfolgte auch zum Koope­rationsvertrag der Universität Potsdam, ins­besondere der Wirtschafts- und Sozialwis­senschaftlichen Fakultät mit der Finanz­akademie bei der Regierung der Russischen Föderation bei gleichzeitiger Überarbeitung des Vertragstextes. Der Vertrag dient als Grundlage für wissenschaftliche Zusam­menarbeit in Forschung und Lehre auf dem Gebiet des Finanz- und Bankwesens. B.E.

Kompass durch deutsche Hochschulen

Die Hochschulrektorenkonferenz(HRK) bie­tet mit dem elektronischen Informationssy­stemHRK-Hochschulkompass auch über das Internet Informationen zu allen staatli­chen und staatlich anerkannten Hochschu­len in Deutschland, allen von den deuvt­schen Hochschulen angebotenen grund­ständigen Studiengängen, allen weiterfüh­renden Studienangeboten und allen Promo­tionsmöglichkeiten. In absehbarer Zeit wer­den auch Angaben über die mehr als 12.000 internationalen Kooperationsvereinbarun­gen deutscher Hochschulen verfügbar sein. Für die über 8.000 grundständigen, rund 1.200 weiterführenden und rund 2.700 Promotionsstudienangebote der Hochsch:­len in Deutschland hat die HRK ein Such­und Abfrage-System entwickelt, das de: Benutzer erlaubt, rasch die ihn interessie­renden Informationen aufzufinden.

Wer detailliertere Auskünfte braucht, karn sich über Links direkt in die Informations­seiten der jeweiligen Hochschule ein­wählen. Der Zugang zum Hochschulkor­pass ist über www.hrk.de oder www. hoch­schulkompass.hrk.de möglich. HRK

Emmy Noether-Programm

Das Qualifikationssystem an deutschen Hochschulen steht in der Diskussion. Mit dem Problem beschäftigt sich auch das neue Emmy Noether-Programm der Deuvt­schen Forschungsgemeinschaft(DFC). Seine Absicht ist es, ein deutliches Signal zur Veränderung der verfestigten Strukti:­ren zu geben, wirken könne es aber nach Ansicht von DFG-Präsident Prof. Dr. Ernst­Ludwig Winnacker nur mentalitäts- und modellbildend. Die Veränderung der Ve-­hältnisse gerade für Spitzennachwuchs­kräfte müsse durch die Hochschulen selbst erfolgen.

Ziel des neuen Programms ist es, beson­ders qualifizierten jungen Nachwuchs­wissenschaftlern unmittelbar nach der Pro­motion die Möglichkeit zu eröffnen, inner­halb von fünf Jahren durch einen For­schungsaufenthalt im Ausland und eine anschließende selbständige Forschungs­tätigkeit an einer deutschen Hochschule die wissenschaftlichen Voraussetzungen für eine Berufung als Hochschullehrer zu erlar­gen. Gedacht ist an einen Programmum­fang von 100 Neubewilligungen pro Jahr, also 500 laufende Förderungen bei einer fünfjährigen Aufbauphase. pm.

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PUTZ 7/98