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NANOCHIPS AUS MOLEKÜLEN?
7. Europäische Konferenz über dünne organisierte Schichten in Potsdam
Fast 250 Teilnehmer aus 27 Ländern waren zur 7. Europäischen Konferenz über dünne organisierte Schichten gekommen, die vom 14, bis zum 18. September in den Räumen der Universität Potsdam stattfand. Organisator der Konferenz war der Physiker Prof. Dr. Ludwig Brehmer, der diesen Forschungsschwerpunkt sowohl am Institut für Physik der Uni als auch am Interdisziplinären Forschungszentrum für Organische und Dünne Biochemische Schichten vertritt.
Dünne organisierte Schichten sind im Prinzip aus nur einer einzigen Lage von Molekülen aufgebaut und nur wenige millionstel Millimeter(Nanometer) dick. Durch verschiedene Techniken lassen sich die Moleküle in den Schichten ordnen, so daß Strukturen mit besonderen Eigenschaften entstehen. Einige dieser Molekülschichten ordnen sich sogar von selbst. Die winzigen Strukturen in den nanometerdünnen Schichten könnten mittel- und langfristig zu Anwendungen in der Sensorik und sogar einer neuartigen Form von molekularer Elektronik führen. Vielleicht gehören sie in Zukunft ähnlich selbstverständlich zum Alltag, wie heute die Mikrochips aus Halbleiterkristallen.
Während die Miniaturisierung in Halbleitern vom„Groben“ zum„Feinen“ geht, bauen die Molekülarchitekten aus organischen Molekülen die Ordnungen gleich aus dem kleinstmöglichen Abstand auf, nämlich den Abmessungen von organischen Molekülen, die im Nanometerbereich liegen. Die verwendeten Moleküle sind auf Kohlenstoffbasis aufgebaut, von wenigen Atomen bis hin zu riesigen Polymeren aus Tausenden von Atomen oder Molekülbausteinen. Praktisch unendlich ist die Vielfalt der organischen Stoffe, und Chemiker können heute schon recht gezielt Moleküle mit ganz speziellen Eigenschaften synthetisieren. Forschung mit dünnen organi
Kontinuität und Stetigkeit
Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft(DFO), Prof. Dr. Ernst-Ludwig _ Winnacker, drängt auf eine jährliche Erhöhung des DFG-Etats um fünf Prozent. Damit könnten Kontinuität und Stetigkeit als Bedingungen für erfolgreiche Forschung geschaffen werden.
Fakultäten und Forschungseinrichtungen sollten wesentlich breiter und weniger hierarchisch strukturiert sein. In den Universitäten müßten Schwerpunktbildungen erfolgen. Überprüfenswert sei das Instrument der Habilitation als heute noch üblicher Meilenstein der akademischen Karriere. mt.
schen und organisierten Schichten ist ausgesprochen interdisziplinär: Chemie, Physik, Technologie, Materialwissenschaften, Mathematik, all das fließt zusammen.
Ein Schwerpunkt, zu dem es viele Beiträge gab, waren erste Anwendungsmöglichkeiten, zum Beispiel als Feuchtesensoren, als Temperaturmeßfühler oder andere Sensoren. Bis es zuverlässig arbeitende elektronische Schaltungen aus molekularen Schichten gibt, muß jedoch noch viel Grundlagenforschung geleistet werden. Auch im Fall der klassischen Halbleiterkristalle sind zwischen der ersten Realisation eines Halbleitertransistors (1947) und der Massenproduktion von hochintegrierten Schaltungen auf Mikrochips gut 25 Jahre vergangen.„Die Prozesse in den organischen Schichten sind sehr komplex, und eine Molekularelektronik ist zur Zeit noch Zukunftsmusik. Ein Schritt in diese Richtung, an dem wir auch hier im Lehrstuhl arbeiten, sind zum Beispiel molekulare Schalter und Gleichrichter für elektrischen Strom“, erklärt
Ludwig Brehmer. Aber an dünnen Schichten sind nicht nur die elektronischen Eigenschaften bemerkenswert, sondern auch ihre optischen und mechanischen Qualitäten. Deren Nutzung wäre interessant, meint Brehmer, weil Moleküle in solchen winzigen Strukturen völlig andere Eigenschaften haben, als in einem großen makroskopischen System. Als di rektes Resultat der Konferenz wird ein Sonder band über Supramolecular Science heraus gegeben und möglicherweise auch eine Mo nographie, in der die wissenschaftlichen Er gebnisse dieser Konferenz in Buchform er scheinen. ar
Diese Aufnahme, entstanden mit einem Raster Kraft-Mikroskop, zeigt die strenge Ordnung ir einer molekularen Schicht aus Arachinsäure Molekülen. Die Auflösung liegt deutlich unter halb von zehn Angström oder einem Nanometer
Abb.: Uni Potsdam, Stiller/Brehme
ERFOLGREICH BEIM BIOFUTURE-WETTBEWERE
Über 200 Bewerbungen gab es beim Nachwuchswettbewerb„BioFuture“ des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie(BMBF) zum ersten Abgabetermin. Junge Wissenschaftler erhalten so die Chance, eigenverantwortlich und unabhängig an deutschen Forschungseinrichtungen oder Universitätsinstituten Arbeitsgruppen zu betreiben. Es sollen insgesamt 50 Forschergruppen in den Grenzgebieten zwischen den Biowissenschaften und Nachbardisziplinen gegründet werden, die für eine Dauer von fünf Jahren Projektförderung und damit erstklassige Arbeitsmöglichkeiten erhalten. Dafür stellt der Bundesminister 150 Millionen DM bereit. Der Wettbewerb verfolgt zwei Ziele: Nachwuchsförderung und Basisinnovation. Im Rahmen der jährlich stattfindenden BioRegio-Konferenz kürte kürzlich der Bundesminister Dr. Jürgen Rüttgers in Köln neun Preisträger.
Zu ihnen gehört Dr. Frank Bier von der Universität Potsdam, Institut für Biochemie und Molekulare Physiologie, Bereich Analytische Biochemie. Er bewarb sich mit dem Projekt„Biomolekulare Nanostrukturierung von Oberflächen mittels Nucleinsäuren“. Das Forschungsvorhaben führt zur kontrollierten, biochemischen Erzeugung von Mikrostrukturen auf Chips. Es eröffnet neue Perspektiven für die biochemische Analytik, die biotechnologische Synthese und die Informationsverarbeitung.
Frank Bier, Jahrgang 1959, studierte Physi} und Mathematik an den Universitäten Mün ster und Heidelberg. 1989 promovierte er iı Heidelberg zu einem Thema der Medizini schen bzw. Biophysik. Seit 1996 arbeitet e: an der Universität Potsdam als Projekt- unc Laborleiter. Mit einer Schrift zum Them: „Biomolekulare Erkennung und Signal transduktion in Affinitätssensoren“ habilitier te sich der Wissenschaftler 1998 an de Potsdamer Hochschule.
Mit dieser Arbeitsgruppe von Frank Bie wird ein weiterer Schwerpunkt der Bioche mie an der Universität etabliert. Gemein sam mit dem jüngst von einer Gutachter kommission der Deutschen Forschungsge meinschaft zur Verlängerung empfohlene: Innovationskolleg„Biomolekulare Erken nungssysteme für biochemische Analytik" unter Leitung von Prof. Frieder Schelle: werden damit Kompetenzen in der Biochemie gebündelt und in erheblichem Umfanc Drittmittel eingeworben. Derzeit sind meh rere biochemische Arbeitsgruppen in Lukkenwalde tätig und bereichern den dortigen Biotechnologiepark. Nach Fertigstellung des in Bau befindlichen ersten Verfügungsgebäudes der Naturwissenschaften werden diese Arbeitsgruppen in den Naturwissenschaftspark Golm wechseln und ein wesentliches Element für die Entwicklung des gemeinsam von Bund, Land und EU geförderten 450 Millionen-Projektes„Naturwissenschaftspark Golm“ darstellen. B.E.
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