Heft 
(1.1.2019) 07
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LUST AN KUNST

Angehörige der Universität Potsdam vor­zustellen, die künstlerisch arbeiten, teils professionell, teilsnebenberuflich, ist das Anliegen der ReiheLust an Kunst. Jene interessierten und engagierten Mit­arbeiter und Studierenden sind aus eige­nem Antrieb und nicht zuletzt zum eige­nen Vergnügen kulturell-künstlerisch tä­tig. Deutlich werden soll auch die Motiva­tion für diese Arbeit.

Ein Stück zu inszenieren, finde ich wichtig, So Marek Schaller, Leiter der universitären TheatertruppeDrei Sardanapalen ohne Kon­trabaß. ‚Von der Stückauswahl übers Schau­spielern und die Regieführung, die Auftritte organisieren alles hat man selbst geschafft. Seit Frühjahr dieses Jahres arbeitet die Trup­pe in der Besetzung von Marek Schaller(23), Julia Harbeck(26) und Josefine Hendrik(19) zusammen. So entstand die Inszenierung Die Unterrichtsstunde von Eugene Iones­Co, mit der sich die Gruppe im Kulturhaus Babelsberg vorstellte.

Marek Schaller studiert Geschichte und Po­litikwissenschaft im Magisterstudiengang. Seit seinem Abitur spielte er in verschiede­nen Gruppen u.a. Stücke von Dario Fo, Ephraim Kishon, Stawomir Mrozek, bevor er vor einem Jahr mit dem Jugendklub des Hans Otto Theaters in Verbindung kam und in der ProduktionOos mitarbeiten durfte, die die Spieler nach South Dakota(USA) zu fünf Auftritten in Schulen und im Stadtthea­ter von Sioux Falls führte.

Julia Harbeck kommt aus Neumünster, sie

Julia Harbeck und Marek Schaller Foto: Mas studiert ebenfalls Geschichte und Politik­wissenschaft in Potsdam und hat sich der Theaterarbeit schon seit 15 Jahren verschrie­ben. Stark war sie in der Stadtspieltruppe ih­rer Heimatstadt engagiert. Die Studentin ist überdies freie Mitarbeiterin beim Info-Radio Berlin. Sie war beeindruckt davon,die Rol­len der Personen des Stücks zu modernisie­ren und auf eigene Erfahrungen zu projizie­ren. Ganz ähnlich versteht Josefine Hendrik Theaterarbeit und meint: ‚Wörter können eine vollkommen neue Bedeutung erhalten, wenn man die Phantasie frei mit ihnen spie­len läßt. Sie hat jetzt das Abitur mit Erfolg ab­geschlossen, ist Mitglied im Jugendklub des Hans Otto Theaters und besetzte eine der Hauptrollen in Marco Balianis StückOos. Sie gehört neben denDrei Sardanapalen ohne Kontrabaß ebenso zur Theatertruppe ihres Gymnasiums, wo sie im Frühjahr mit dem selbstgeschriebenen StückSchnee­wittchen Premiere hatte.

Marek Schallers InzenierungDie Unter­richtsstunde führt vor, wie sich radikale Veränderung menschlicher Charaktere hier in den Figuren der Schülerin und des Professors vollziehen kann. Sch./Fr.

KINDER UND ERWACHSENE ERLEBEN MUSIK

Mit dem Wintersemester 1998/99 startete die Abteilung Elementare Musikpädagogik am Institut für Musik und Musikpädagogik eine Lehrpraxisgruppe für Kleinkinder zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr in Be­gleitung eines Elternteils. Erste Begegnun­gen mit der faszinierenden Welt der Töne und Klänge sowie Anregungen aus den Be­reichen Körperbewußtmachung und Bewe­gungsspiele werden dabei ermöglicht. Für die Entwicklung von Auffassungsvermögen und Lernfähigkeit, aber auch für die Förde­rung der Phantasie und des sozialen Verhal­tens ist kein Abschnitt so entscheidend wie die ersten vier Lebensjahre. Mit Liedern und Versen zum Berühren und Berührtwerden, zum Kitzeln und Lachen, zum Schaukeln und Träumen sollen alle Sinne der Beteiligten an­gesprochen werden. Prof. Dr. Werner Bei­dinger und seine Studierenden möchten ge­meinsam mit den Eltern eine Umgebung schaffen, in der Musik nicht nur gehört, son­dern auchgespielt und über Bewegungs­formen aufgenommen werden kann.

Ab Mitte Oktober beginnen auch wieder

fünfähnge Vorschulkinder und eine Gruppe von Grundschulkindern, sechs bis sieben Jahre, mit einem erlebnisonentierten Unter­richt inMusikalischer Früherziehung. Beim gemeinsamen Singen und Tanzen werden die musikalisch-tänzerischen Fähigkeiten sowie das kreative und eigenschöpferische Potential der Kinder gefördert. Erwachsene ohne Kleinind können an der Erwachsenen­gruppeMusik und Bewegung teilnehmen. Studierende aller Fachrichtungen, Eltern aus den Lehrpraxisgruppen und andere Laien treffen sich ebenfalls einmal wöchentlich zum Musizieren und Bewegen. Neben ein­fachen Kanons, Folkloretänzen und rhythmi­schen Koordinationsübungen geben diese Abende auch Impulse zur Körpererfahrung und bieten Improvisationsaufgaben aus den Bereichen Musik und Bewegung.

Wer sich für diese kostenlosen Angebote interessiert, wende sich an das Institut für Musik und Musikpädagogik, Abt. Elementa­re Musikpädagogik, Tel. 0331/977-2002. Der Unterricht finden auf dem Universitätsgelän­de in Golm statt. Werner Beidinger

DER ZERBROCHNE KRUG

Im niederländischem Huisum, einem kleinen Dorf zwischen Holla und Hussahe, sorgt die Ver­handlung um einen zerbrochenen Krug für Auf regung. Wie die Scherben des irdenen Gefäßes, so fügt der Autor Heinrich von Kleist Stück für Stück die Ereignisse zusammen, bis der dahin­ter verborgene Fall ausgebreitet vor uns liegt, Und wie der Krug, würde man ihn kitten, die Spuren der Verwüstung sichtbar trüge, So auch die Welt des Dörfchens Huisum. Nicht nur ein Krug ist zerbrochen, auch die Ehre eines Mäd­chens wurde beschädigt, ein Amt mißbraucht, es wurde erpreßt und gelogen- die Welt ist aus den Fugen. Besonders der Dorfrichter Adam vollführt während der Verhandlung eine listen

reiche Gratwanderung zwischen Richteramt und persönlichen Vorteilen.

Kleist schneidet sein Bild der bäuerlichen Dor! gemeinschaft Huisum mit scharfem Skalpell aus dem Gesellschaftsrahmen. Dabei formt er Mer schen, deren Verbrechen wir plötzlich mit Syn pathie betrachten und deren tragische Unfähig keit, einander zuzuhören und zu verstehen, un lachen macht. Auf unserem Foto v.l.n.r.: Olef Polenske als Licht, Stefan Eichberg als Adan Esther Linkenbach als Eve, Thomas Mathys als Ruprecht und Joachim Schönitz als Veit Tümpe Weitere Vorstellungen finden am 8. Novembe um 16.00 Uhr und am 12. November um 19.30 Uhr im Theaterhaus Am Alten Markt statt. Tele fonische Bestellungen sind unter 0331/27571-0 möglich. HOT/Foto: Stefan Gloede

IMPRESSUM ISSN 0947-1650 PUTZ. Die Potsdamer Universitätszeitung

Prof. Dr. Wolfgang Loschelder

arbeit; Dr. Barbara Eckardt(B.E.)(v.i.S.d.P), Petra Görlich (PG.), Dr. Antonia Rötger(ar)

Texterfassung: Andrea Benthien Titelfotos: News& Media(0.), Eska Tribukeit(M., u.)

Anschrift der Redaktion:

Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam,

"Telefon(03 31) 9 77-1474 oder 1496,-1668,-1675 Telefax(03 31) 9 77-1148 oder-1130_

E-mail: putz@rz.uni-potsdam.de:

Internet: Tip een uni Pokale def pin hıma

Redaktionsschluß der November-Ausgabe: Mittwoch, 14. Oktober 1998 Nr ani geo Delegstemplar Dei Oasen mm

Verlag und Anzeigenverwaltung News& Media Public Relations, Marcus v. y. Amsberg

Seite 30

PUTZ 7/98