DEUTSCH-FRANZÖSISCHER GIPFEL IN POTSDAM
DL
Die 72. deutsch-französischen Konsultationen fanden am 30. November und 1. Dezember 1998 in Potsdam statt. Bundeskanzler Gerhard Schröder(Iks.) und seine Regierung waren dabei erstmalig Gastgeber von Präsident Jacques Chirac(re.), Premierminister Lionel Jospin(Mitte) und ihren Ministern. Das Schulungszentrum der Ostdeutschen Sparkassenakademie diente als Tagungsort. Aber auch Bilder der Universität Potsdam gingen von diesem Treffen um die Welt. Denn die Pressekonferenz des Gipfels fand im Auditorium maximum des Uni-Komplexes Am Neuen Palais statt. Über 500 Akkreditierungen von in- und ausländischen Journalisten lagen dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vor. Uni-Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder begrüßte die Regierungschefs auf dem Hochschulgelände. B.E./Foto: Fritze
MUSEUM DES DREISSIGJÄHRIGEN KRIEGES
Uni Potsdam an Konzeption beteiligt
Ein Museum für den Krieg? Dies war wohl eine der häufigsten Fragen, die in den letzten drei Jahren entweder zweifelnd oder provokant an die„Aufbauhelfer“ des Museums des Dreißigjährigen Krieges in Wittstock/Dosse gestellt wurde. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist jetzt zu betrachten. Seit Ende September dieses Jahres lockt das Museum Fachleute wie geschichtsinteressierte Laien in seine Räume.
Krieg bedeutet auf der einen Seite ein Schreckensszenario für die Kämpfenden, er ist andererseits Mittel zur Durchsetzung politischer oder ideeller Zielsetzungen verschiedenster Couleur und nicht zuletzt prägend für viele Einzelschicksale auch der
zivilen Bevölkerung. Diese unterschiedlichen Facetten des Kriegsbildes zu verdeutlichen, ist Anliegen des Museums ın Wittstock und angesichts der Erfahrungen dieses Jahrhunderts wohl legitim. Als Rahmen wurde der Dreißigjährige Krieg gewählt. Er ist die kriegerische Urkatastrophe der Neuzeit und prägte mit seiner langen Dauer eine ganze Generation direkt, in seinen landschaftsverheerenden Folgen auch auf hundert Jahre deren Nachkommen Noch heute ist er in unserem Sprachgebrauch gegenwärtig.
In Wittstock, hier fand am 24. September 1636 eine der entscheidenden Schlachten des Krieges statt, wurde im ehemaligen Amtsturm der Bischöfe von Havelberg der
Kaiserliche Truppen besetzen ein Dorf in Flandern. Ölgemälde von Nicolas I. van Eyck.
Aus: Katalog„Museum des Dreißigjährigen Krieges”
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passende Platz zur Präsentation gefunden Gefördert von der Europäischen Union, vom Land Brandenburg und dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin konnte hier das erste Museum dieser Art in Europa entstehen. Ein wissenschaftlicher Beirat mit Professoren aus Schweden, Österreich und Deutschland unter Vorsitz Prof. Dr. Bernhard R. Kroeners von der Universität Potsdam erarbeitete die Konzeption, die später Ausstellungsdesignerinnen und ein an lebendiger Geschichte interessiertes Team Potsdamer und Berliner Studenten in eine moderne Museumsspra che übersetzten. Unter anderem wurde in einem gemeinsamen Projekt zwischen der Universität Potsdam und der Fachhochschule für Wirtschaft und Technik in Berlin eine CD-ROM eigens für das Museum produziert. Daneben finden ebenso sehr seltene Originalobjekte ihren Platz, beispielsweise eine Originalausgabe Grimmelshausens „Simplicissimus“. Das Museum verdeutlicht nach dem Willen seiner Initiatoren das Phänomen„Krieg“ in unterschiedlichen Erscheinungsformen und Erlebniswelten. Die Dauerausstellung will, so Kroener, am konkreten Beispiel zun Nachdenken über Krieg, seine Ursachen und Folgen anregen. In diesem Zusammen hang sollen künftig auch Sonderausstellu gen, Buchpublikationen, kulturelle Veranstaltungen aller Art durchgeführt werden, die sich dem Phänomen in unterschiedlicher Betrachtungsperspektive nähern. Hier aktiv mitzuwirken, ist jeder Potsdamer Student herzlich eingeladen.
Beate Käser/Olaf Gründel
Öffnungszeiten des Museums, Amtshof 1-5: Di.-Do. 9 bis 16 Uhr, Fr. 9 bis 13 Uhr, Sa. 9 bis 16 Uhr, So. 11 bis 16.30 Uhr.
PUTZ 9/98