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(1.1.2019) 09
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DEUTSCH-FRANZÖSISCHER GIPFEL IN POTSDAM

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Die 72. deutsch-französischen Konsultatio­nen fanden am 30. November und 1. Dezem­ber 1998 in Potsdam statt. Bundeskanzler Gerhard Schröder(Iks.) und seine Regie­rung waren dabei erstmalig Gastgeber von Präsident Jacques Chirac(re.), Premiermi­nister Lionel Jospin(Mitte) und ihren Mini­stern. Das Schulungszentrum der Ostdeut­schen Sparkassenakademie diente als Ta­gungsort. Aber auch Bilder der Universität Potsdam gingen von diesem Treffen um die Welt. Denn die Pressekonferenz des Gipfels fand im Auditorium maximum des Uni-Kom­plexes Am Neuen Palais statt. Über 500 Akkreditierungen von in- und ausländischen Journalisten lagen dem Presse- und Informa­tionsamt der Bundesregierung vor. Uni-Rek­tor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder begrüßte die Regierungschefs auf dem Hochschul­gelände. B.E./Foto: Fritze

MUSEUM DES DREISSIGJÄHRIGEN KRIEGES

Uni Potsdam an Konzeption beteiligt

Ein Museum für den Krieg? Dies war wohl eine der häufigsten Fragen, die in den letzten drei Jahren entweder zweifelnd oder provokant an dieAufbauhelfer des Museums des Dreißigjährigen Krieges in Wittstock/Dosse gestellt wurde. Das Er­gebnis ihrer Arbeit ist jetzt zu betrachten. Seit Ende September dieses Jahres lockt das Museum Fachleute wie geschichts­interessierte Laien in seine Räume.

Krieg bedeutet auf der einen Seite ein Schreckensszenario für die Kämpfenden, er ist andererseits Mittel zur Durchsetzung politischer oder ideeller Zielsetzungen ver­schiedenster Couleur und nicht zuletzt prä­gend für viele Einzelschicksale auch der

zivilen Bevölkerung. Diese unterschiedli­chen Facetten des Kriegsbildes zu verdeut­lichen, ist Anliegen des Museums ın Wittstock und angesichts der Erfahrungen dieses Jahrhunderts wohl legitim. Als Rah­men wurde der Dreißigjährige Krieg ge­wählt. Er ist die kriegerische Urkatastrophe der Neuzeit und prägte mit seiner langen Dauer eine ganze Generation direkt, in sei­nen landschaftsverheerenden Folgen auch auf hundert Jahre deren Nachkommen Noch heute ist er in unserem Sprachge­brauch gegenwärtig.

In Wittstock, hier fand am 24. September 1636 eine der entscheidenden Schlachten des Krieges statt, wurde im ehemaligen Amtsturm der Bischöfe von Havelberg der

Kaiserliche Truppen besetzen ein Dorf in Flandern. Ölgemälde von Nicolas I. van Eyck.

Aus: KatalogMuseum des Dreißigjährigen Krieges

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passende Platz zur Präsentation gefunden Gefördert von der Europäischen Union, vom Land Brandenburg und dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin konnte hier das erste Museum dieser Art in Europa entstehen. Ein wissenschaftlicher Beirat mit Professoren aus Schweden, Österreich und Deutschland unter Vorsitz Prof. Dr. Bernhard R. Kroeners von der Universität Potsdam erarbeitete die Konzeption, die später Ausstellungsdesigne­rinnen und ein an lebendiger Geschichte interessiertes Team Potsdamer und Berliner Studenten in eine moderne Museumsspra che übersetzten. Unter anderem wurde in einem gemeinsamen Projekt zwischen der Universität Potsdam und der Fachhochschu­le für Wirtschaft und Technik in Berlin eine CD-ROM eigens für das Museum produ­ziert. Daneben finden ebenso sehr seltene Originalobjekte ihren Platz, beispielsweise eine Originalausgabe Grimmelshausens Simplicissimus. Das Museum verdeutlicht nach dem Willen seiner Initiatoren das PhänomenKrieg in unterschiedlichen Erscheinungsformen und Erlebniswelten. Die Dauerausstellung will, so Kroener, am konkreten Beispiel zun Nachdenken über Krieg, seine Ursachen und Folgen anregen. In diesem Zusammen hang sollen künftig auch Sonderausstellu gen, Buchpublikationen, kulturelle Veranstal­tungen aller Art durchgeführt werden, die sich dem Phänomen in unterschiedlicher Betrachtungsperspektive nähern. Hier aktiv mitzuwirken, ist jeder Potsdamer Student herzlich eingeladen.

Beate Käser/Olaf Gründel

Öffnungszeiten des Museums, Amtshof 1-5: Di.-Do. 9 bis 16 Uhr, Fr. 9 bis 13 Uhr, Sa. 9 bis 16 Uhr, So. 11 bis 16.30 Uhr.

PUTZ 9/98