Schüler der Potsdamer Grundschule 56 im Kirchsteigfeld hatten kürzlich Grund zur Freude. Dr. Jürgen Lampe von der Potsdamer Universitätsgesellschaft e.V. überbrachte fünf Monitore, die die Kinder sofort in Besitz nahmen. Die Geräte im Wert von insgesamt etwa 1500,- DM entstammen einem Mitgliedsunternehmen der Gesellschaft, der Philipp Holzmann BauProjekt AG. Der Aktion war ein Hilferuf der Schule vorausgegangen. Es gab weder Rechner— ihre Anschaffung steht jetzt bevor— noch Monitore. Die Uni-Freunde halfen deshalb unkompliziert und schnell. Eigentlich engagieren sich die 80 Einzelpersonen und 35 Firmen insbesondere für die Potsdamer Hochschule. Dies könne durchaus auch die Förderung einzelner Schulen bein
AUS DEM SENAT BERICHTET
In seiner 55. Sitzung am 5. November 1998 hat sich der Senat mit folgenden Themen befaßt bzw. nachstehende Beschlüsse gefaßt:
Das Gremium bestätigte die Mitglieder der Personalkommission für die Professoren und das sonstige Personal sowie den Vorsitzenden bzw. die Stellvertreterin der Kommission für Bibliothekswesen. Des weiteren beschlossen die Senatoren die personelle Zusammensetzung der HSP IIl-Kommission. Zustimmung erfuhren ebenso die von der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät eingebrachte Studienordnung und die Besonderen Prüfungsbestimmungen für das Lehramt Biologie. Die Universitätsbibliothek und die Philosophische Fakultät legten Frauenförderpläne mit einer Geltungsdauer von vier Jahren vor. Der Senat verabschiedete sie nun.
Für den Zeitraum vom 1. November 1998 bis zum 31. Oktober 2001 fungiert Prof. Dr. Christoph Reichard aus der Wirtschaftsund Sozialwissenschaftlichen Fakultät als Geschäftsführender Direktor des Kommunalwissenschaftlichen Instituts, Prof. Dr. Michael Nierhaus aus der Juristischen Fakultät als sein Stellvertreter, B.E.
halten, betonte Lampe bei der Geschenkübergabe. Die Uni existiere schließlich nicht im Iuftleeren Raum, so sein Credo, sondern brauche auch künftig gut vorbereitete Abiturienten. Am Kirchsteigfeld jedenfalls scheint man auf dem besten Weg. Geplant ist die Nutzung der neuen Geräte vor allem im naturwissenschaftlichen Unterricht, aber auch bei der Förderung von Schülern mit Lese-/Rechtschreib- oder Rechenschwäche. PG./Foto: Tribukeit
PREIS DER UNI-GESELLSCHAFT
Die Universitätsgesellschaft Potsdam e.V. widmet sich künftig auch jungen Promovenden. Mit einem Preis möchte sie Nachwuchswissenschaftler ehren, die herausragende Dissertationen an der Universität Potsdam ablegen. Dotiert ist er mit 5.000,— DM. Einmal im Jahr, am Ende des Sommersemesters, soll die Auszeichnung erfolgen, für die die Institutsdirektoren und Dekane gemeinsam Vorschläge unterbreiten sollen. Die Preisträger kürt ein eigens dafür geschaffenes Gremium. Es besteht aus dem Prorektor für Forschung und wissenschaftichen Nachwuchs, dem Vorstand der Universitätsgesellschaft sowie dessen Beirat. Geplant ist für den Prozeß der Entscheidungsfindung ein Zeitraum von insgesamt acht Wochen. Genauere Termine stehen jedoch derzeit noch nicht fest. Sollten mehrere Dissertationen in einem Jahr zur Prämierung vorliegen, will man den Preis auch teilen. Bei Ausbleiben geeigneter Kandidaten allerdings beabsichtigen die Uni-Förderer sein Aussetzen. PG.
STELL DIR VOR, ES BRENNT
Für eine besondere Umrahmung der feierlichen Eröffnung des Akademischen Jahres 1998/’99 im Auditorium maximum sorgte der Sirenenklang des Rauchfeuermelders im Haus 8. Als würde dies zum Festakt selbst gehören und nicht auf eine drohende Gefahr verweisen, bewahrten die Anwesenden nach einer kurzen Verwunderung die nötige Ruhe und konzentrierten sich voll und ganz auf den Fortgang der Veranstaltung. Wie die gut 200 Gäste und alle diejenigen, die sich zu dieser Zeit außerdem in diesem Gebäude aufhielten, ahnen konnten, daß blinder Feueralarm am Werke war, bleibt ein wunderliches Rätsel, dem auch die anrückenden Löschzüge der städtischen Feuerwehr nur mit entrüstetem Kopfschütteln begegneten, Denn immerhin, das Signal scheint eindeutig. Ist die Sirene da Routine? Aufklärung tut also not. Bekanntermaßen zeigt sich die Rauchmeldeanlage dort vor Ort als hochsensibles Frühwarnsystem. Seit dem Einbau durch das Landesbauamt vor etwa anderthalb Jahren und nach mehreren Qualitätsprüfungen erwies sich die Apparatur bereits durch mehrere Fehlalarme als strenger, empfindlicher und unerbittlicher Garant für Katastrophenschutz, Ordnung und Sicherheit,
©) kommt es schon mal vor, daß ein mit ] ssenem Motor und rückwärts zum g des Audimax parkendes Möbelhen infolge der qualmigen Schadstoffausfuhr eine Überreaktion der Rauchmeldeanlage provoziert. Und schon neh
UND KEINER RENNT...
men die Dinge ihren gewohnten Lauf. Niemand kann das eilige Herannahen der Feuerwehr stoppen, da der Alarm durch eine Art„heißen Draht“ direkt bei ihr ausgelöst wird. Und niemand kann den Alarm aufheben, nur die Feuerwehrmänner selbst. So geschehen am 27. Oktober 1998. Selbstverständlich streiten gleich mehrere Anhänger von Theorien miteinander, um den Zwischenfall zu klären. Der Melder scheint in jedem Falle eigensinnig, in seinem Reaktionsverhalten schwer kalkulierbar und bestärkt einmal mehr die Gewißheit, daß der(Feuer)teufel im technischen Detail steckt.
De facto aber nimmt anscheinend niemand die Gefahrenmeldung ernst, und die Frage, wann ein solcher Fall tasächlich zur Falle wird, schließt sich an.
Wie sich zeigt, muß also ein Fluchtverhalten erst entwickelt und ein Gefahrentraining anberaumt werden. Deshalb steht denjenigen Bereichen, die in diesem Gebäudekomplex ihre Arbeitsräume besitzen, demnächst eine Alarm- bzw. Evakuierungsübung ins Haus; Übung soll den Meister machen. Denn, so der pädagogisch richtige Ansatz, wird das Ertönen der Sirene erst einmal prinzipiell als fingierter Ernstfall akzeptiert und mit notwendigen, lebenserhaltenden Bewegungen von einem Ort zum anderen in Verbindung gebracht, dann wird's nicht schwerfallen, daß alles rennt, wenn's wirklich brennt. Mikosch
PUTZ 9/98
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