NOTEN FÜR DIE LEHRE
Möglichkeiten und Grenzen von Beurteilungsverfahren
Von Hochschulen wird zu Recht erwartet, sich nicht nur an ihren Forschungsleistungen, sondern ebenso an der Qualität ihrer Lehre und ihrer Studiengänge messen zu lassen, was auch erklärter Schwerpunkt der Potsdamer Uni-Leitung ist. Kernforderungen zielen auf größere Transparenz der Leistungen in Lehre und Studium und eine Stimulierung des Wettbewerbs unter den Hochschulen ab. Universitätsrankings werden angestellt, um für einzelne Studiengänge Antworten auf die Frage nach diesbezüglich besseren oder schlechteren Universitäten zu finden. Die Qualität von Lehre und Studium ist zusehends in das Blickfeld einer interessierten Öffentlichkeit geraten.
Mit diesem Interesse korrespondieren auf seiten der Hochschulen vielfältige Bemühungen, die Qualität ihrer Ausbildung sicherzustellen und zu verbessern. Die dabei zum Einsatz kommenden Ansätze und Verfahren, Qualität zu beurteilen, standen im Zentrum einer von der Universität Potsdam und der Professur für Sozialstrukturanalyse zusammen mit der Methodensektion der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) veranstalteten Tagung, die am 6. und 7. November’98 Experten aus dem Kreis dieser Sektion, der Fachgruppe Methoden der Deutschen Gesellschaft für Psychologie sowie des Wissenschaftlichen Zentrums für Berufs- und Hochschulforschung, des CHE Centrums für Hochschulentwicklung und der HIS Hochschul-Informations-System GmbH an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät zusammengeführt hatte. Es war ein erklärtes Ziel der Tagung, innovative Projekte zur Qualitätsbeurteilung von Lehre und Studium vorzustellen. So informierte eine Reihe von Fachvorträgen und eine begleitend zur Tagung ausgerichtete Ausstellung über Projekte, die an verschiedenen Hochschulen Deutschlands bzw. Österreichs durchgeführt wurden. Vorgestellt wurde auch das aktuelle Studienfüh. rer-Projekt von CHE und Stiftung Warentest. Ebenso wurde das an der Uni verfolgte und in der Ausgabe 3/98 der PUTZ beschriebene„Potsdamer Modell der Lehrevaluation“ zur Diskussion gestellt. Mit der Tagung verband sich darüber hinaus das Ziel, die Aussagefähigkeit der üblicherweise zur Qualitätsbeurteilung eingesetzten Verfahren einer fachlichen Bewertung zu unterziehen und sich dazu vor allem auf methodischen und empirischen Sach
und Absolventen als Instrumenten der Qualitätsbeurteilung von Lehre und Studium lag, wandten sich weitere Vorträge der Frage nach der Mög
lichkeit objektiver Qualitätsverglei
che und der Aussagefähigkeit von„Universitätsrankings“ zu. „Methodologische Anforderungen, Aussagefähigkeit und aktuelle Konzeptionen“ lautete der Untertitel der Session, in denen Möglichkeiten und Grenzen einer vergleichenden Qualitätsbewertung von Fächern, Fachbereichen und Hochschulstandorten ausgelotet wurden.
Es ist gelungen, die Diskussion nicht nur innerhalb eines engeren Kreises von Methodenexperten, sondern gemeinsam mit zentralen Entscheidungsträgern ‚für die Hochschulen zu führen. Zweifelsohne setzen fundierte Evaluierungen methodischen Sachverstand voraus. Wichtig ist auch, die
el a a a$ ET tan, Aa ig, a 29 Si N 3 a Da Deka SF A U Aa“ hr, Th kin, I s© oa D 7 8 a N üb, kussion ner über Sinn SE EZ und Zweck SEN einer Qualitätsbeurteilung von Lehre und Studium sowie über die„Möglichkeiten und Grenzen von Beurteilungsver
fahren“, so der Untertitel der Tagung, gemeinsam mit den Universitäten, Hochschulrektoren und Ministerien zu führen. Es war daher erfreulich, daß diese Diskussion nicht nur anläßlich der Fachvorträge, sondern auch im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema„Qualität der Lehre auf dem Prüfstand“ geführt werden konnte. Uwe Engel/Gaby Krekeler
AUF DEN SPUREN GOETHES
Programm für ausländische Studierende
Über fünf Prozent der Studierenden der Uni Potsdam sind Ausländer. Diese etwa 700 jungen Leute sind Vollzeitstudenten und ERASMUS-, DAAD-, Fulbright-Stipendiaten sowie Stipendiaten der Carl Duisberg Gesellschaft. Ihnen den Start und das Leben in einer für sie fremden Umgebung und Kultur zu erleichtern, unternehmen das Akademische Auslandsamt und die studentische Gruppe „Knotenpunkt“ vielfältige Aktivitäten. Teil der Betreuung ist ein breites interkulturelles Angebot. Konzerte, Partys, Faschings- und Weihnachtsfeiern stehen ebenso auf dem Programm wie Theaterbesuche oder Führungen durch Potsdams Schlösser. Die jahrelange gute Zusammenarbeit mit der URANIA und dem Akademischen Austauschdienst macht es den Organisatoren aus der Uni möglich, den Gästen attraktive Reiserou
ten mit fachkundiger Begleitung zu günstigen Konditionen anzubieten.
Ganz im Sinne Goethes— nicht zu reisen, um anzukommen, sondern um zu reisen— beteiligen sich die ausländischen Studierenden besonders zahlreich an den Exkursionen in andere Städte Deutschlands. So wandelten kürzlich ca. 40 von ihnen zwei Tage auf den Spuren von Goethe, Schiller, Herder, Wieland, Cranach und Bach durch Thüringen.
Wer in diesen Tagen in Richtung Weimar aufbricht, kann nicht übersehen, daß große Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen: Die ‚Wiege der deutschen Klassik“ wird 1999 „Kulturhauptstadt Europas“ sein. Runde Geburtstage von Goethe, Schiller und andere Jubiläen tragen überdies zu umfangreichen Verschönerungskuren bei. Bauen, Restaurieren, Rekonstruieren heißt die Devise in der Region. Die Potsdamer auf Zeit überzeugten sich davon, daß nicht nur Weimar eine Reise wert ist. Auch die Schloßkirche in Eisenberg, Erfurts Altstadt, Schloß Friedenstein in Gotha und natürlich die Wartburg erzählten ihnen vor
verstand aus der Psychologie und Soziolo- Ah MEI„ 332 Ort anschaulich deutgie zu stützen. Während ein erster Schwer-. Auch Weimar gehört zum Besuchsprogramm ausländischer Studierender sche Geschichte.
punkt bei Befragungen von Studierenden der Uni Potsdam. Foto: BE. B.E. Seite 6 PUTZ 9/98