Heft 
(1.1.2019) 09
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NOTEN FÜR DIE LEHRE

Möglichkeiten und Grenzen von Beurteilungsverfahren

Von Hochschulen wird zu Recht erwartet, sich nicht nur an ihren Forschungsleistun­gen, sondern ebenso an der Qualität ih­rer Lehre und ihrer Studiengänge mes­sen zu lassen, was auch erklärter Schwer­punkt der Potsdamer Uni-Leitung ist. Kernforderungen zielen auf größere Transparenz der Leistungen in Lehre und Studium und eine Stimulierung des Wett­bewerbs unter den Hochschulen ab. Universitätsrankings werden angestellt, um für einzelne Studiengänge Antworten auf die Frage nach diesbezüglich besse­ren oder schlechteren Universitäten zu finden. Die Qualität von Lehre und Studi­um ist zusehends in das Blickfeld einer in­teressierten Öffentlichkeit geraten.

Mit diesem Interesse korrespondieren auf seiten der Hochschulen vielfältige Bemü­hungen, die Qualität ihrer Ausbildung si­cherzustellen und zu verbessern. Die dabei zum Einsatz kommenden Ansätze und Ver­fahren, Qualität zu beurteilen, standen im Zentrum einer von der Universität Potsdam und der Professur für Sozialstrukturanalyse zusammen mit der Methodensektion der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) veranstalteten Tagung, die am 6. und 7. November98 Experten aus dem Kreis dieser Sektion, der Fachgruppe Methoden der Deutschen Gesellschaft für Psychologie sowie des Wissenschaftlichen Zentrums für Berufs- und Hochschulforschung, des CHE Centrums für Hochschulentwicklung und der HIS Hochschul-Informations-System GmbH an der Wirtschafts- und Sozialwis­senschaftlichen Fakultät zusammengeführt hatte. Es war ein erklärtes Ziel der Tagung, inno­vative Projekte zur Qualitätsbeurteilung von Lehre und Studium vorzustellen. So infor­mierte eine Reihe von Fachvorträgen und eine begleitend zur Tagung ausgerichtete Ausstellung über Projekte, die an verschie­denen Hochschulen Deutschlands bzw. Österreichs durchgeführt wurden. Vorge­stellt wurde auch das aktuelle Studienfüh­. rer-Projekt von CHE und Stiftung Warentest. Ebenso wurde das an der Uni verfolgte und in der Ausgabe 3/98 der PUTZ beschriebe­nePotsdamer Modell der Lehrevaluation zur Diskussion gestellt. Mit der Tagung verband sich darüber hin­aus das Ziel, die Aussagefähigkeit der üb­licherweise zur Qualitätsbeurteilung einge­setzten Verfahren einer fachlichen Bewer­tung zu unterziehen und sich dazu vor allem auf methodischen und empirischen Sach­

und Absolventen als Instrumenten der Qualitätsbeurteilung von Lehre und Studium lag, wandten sich weitere Vorträge der Frage nach der Mög­

lichkeit objektiver Qualitätsverglei­

che und der Aussagefähigkeit vonUniversitätsrankings zu. Methodologische Anforderun­gen, Aussagefähigkeit und aktuel­le Konzeptionen lautete der Untertitel der Session, in denen Möglichkeiten und Gren­zen einer vergleichenden Qualitätsbewer­tung von Fächern, Fachbereichen und Hoch­schulstandorten ausgelotet wurden.

Es ist gelungen, die Diskussion nicht nur in­nerhalb eines engeren Kreises von Me­thodenexperten, sondern gemeinsam mit zentralen Entscheidungsträgern ‚für die Hochschulen zu führen. Zweifelsohne set­zen fundierte Evaluierungen methodischen Sachverstand voraus. Wichtig ist auch, die

el a a a$ ET tan, Aa ig, a 29 Si N 3 a Da Deka SF A U Aa hr, Th kin, I s© oa D 7 8 a N üb, kussion ner über Sinn SE EZ und Zweck SEN einer Qua­litätsbeur­teilung von Lehre und Stu­dium sowie über dieMög­lichkeiten und Grenzen von Beurteilungsver­

fahren, so der Untertitel der Tagung, ge­meinsam mit den Universitäten, Hochschul­rektoren und Ministerien zu führen. Es war daher erfreulich, daß diese Diskussion nicht nur anläßlich der Fachvorträge, son­dern auch im Rahmen einer Podiumsdis­kussion zum ThemaQualität der Lehre auf dem Prüfstand geführt werden konnte. Uwe Engel/Gaby Krekeler

AUF DEN SPUREN GOETHES

Programm für ausländische Studierende

Über fünf Prozent der Studierenden der Uni Potsdam sind Ausländer. Diese etwa 700 jun­gen Leute sind Vollzeitstudenten und ERAS­MUS-, DAAD-, Fulbright-Stipendiaten sowie Stipendiaten der Carl Duisberg Gesell­schaft. Ihnen den Start und das Leben in ei­ner für sie fremden Umgebung und Kultur zu erleichtern, unternehmen das Akademische Auslandsamt und die studentische Gruppe Knotenpunkt vielfältige Aktivitäten. Teil der Betreuung ist ein breites interkulturelles An­gebot. Konzerte, Partys, Faschings- und Weihnachtsfeiern stehen ebenso auf dem Programm wie Theaterbesuche oder Füh­rungen durch Potsdams Schlösser. Die jah­relange gute Zusammenarbeit mit der URA­NIA und dem Akademischen Austausch­dienst macht es den Organisatoren aus der Uni möglich, den Gästen attraktive Reiserou­

ten mit fachkundiger Begleitung zu günsti­gen Konditionen anzubieten.

Ganz im Sinne Goethes nicht zu reisen, um anzukommen, sondern um zu reisen beteiligen sich die ausländischen Studie­renden besonders zahlreich an den Exkur­sionen in andere Städte Deutschlands. So wandelten kürzlich ca. 40 von ihnen zwei Tage auf den Spuren von Goethe, Schiller, Herder, Wieland, Cranach und Bach durch Thüringen.

Wer in diesen Tagen in Richtung Weimar aufbricht, kann nicht übersehen, daß große Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen: Die ‚Wiege der deutschen Klassik wird 1999 Kulturhauptstadt Europas sein. Runde Geburtstage von Goethe, Schiller und an­dere Jubiläen tragen überdies zu umfang­reichen Verschönerungskuren bei. Bauen, Restaurieren, Rekon­struieren heißt die Devise in der Region. Die Potsdamer auf Zeit überzeugten sich davon, daß nicht nur Weimar eine Reise wert ist. Auch die Schloßkirche in Ei­senberg, Erfurts Alt­stadt, Schloß Frieden­stein in Gotha und na­türlich die Wartburg erzählten ihnen vor

verstand aus der Psychologie und Soziolo- Ah MEI 332 Ort anschaulich deut­gie zu stützen. Während ein erster Schwer-. Auch Weimar gehört zum Besuchsprogramm ausländischer Studierender sche Geschichte.

punkt bei Befragungen von Studierenden der Uni Potsdam. Foto: BE. B.E. Seite 6 PUTZ 9/98