STUDENTEN
Kommunalpolitisches Seminar in den Farben Schleswig-Holsteins
Unmittelbar nach Beendigung der Lehrveranstaltungen des Sommersemesters weilten 21 Politologiestudenten der Universität Potsdam, die Teilnehmer der Übung „Kommunalpolitik in der Praxis“, auf Einladung der Hermann-Ehlers-Akademie der Herman-Ehlers-Stiftung e.V. in Neumünster, um einen praxisnahen Einblick in die kommunalen Strukturen des nördlichsten Bundeslandes zu erhalten. Im Mittelpunkt des dreitägigen Aufenthaltes der Studenten in Schleswig-Holstein stand der direkte Meinungsaustausch mit Vertretern des kommunalen Lebens aus Mittelholstein. Zu Beginn des Seminars legte Herr Joachim Naumann, Referent der Hermann-Ehlers-Akademie, die Situation der Gemeinden im Bundesland SchleswigHolstein dar. Neben Dr. Roman Legien, Dozent an der Universität Potsdam, begleitete auch Herr Naumann die Teilnehmer während ihrer Exkursion und stand zur Beantwortung ihrer Fragen bereit. Besonders die Besuche in den Gemeinden Todenbüttel und Boostedt sowie im Amt Hohenwestedt ließen die Studenten nicht ungenutzt, um mit Bürgermeistern und Verwaltungsbeamten ins Gespräch zu kommen und sich Tips und praktische Ratschläge geben zu lassen, wie z. B. Förde
Endlich war es einmal soweit! Nachdem in den Vorlesungen oft von der Insel Helgoland und ihrer einzigartigen Fauna und Flora die Rede gewesen war, ging für 10 Studenten des Fachbereiches Biologie der Traum in Erfüllung, dort einmal einige Tage zu verbringen.
Unter Leitung von Dr. Rogge und mit der großzügigen Unterstützung der Biologischen Anstalt Helgoland und der Helgoländer Vogelwarte öffnete sich vor uns ein Lebensraum ungeahnter Fülle und Farbenpracht.
Ohnegleichen ist der Vogelfelsen, den Tausende von Dreizehenmöwen und Trottellummen aufsuchen, um zu brüten. Wir wurden Zeugen, wie Jahr für Jahr von Mitte April bis in den Juli hinein die steile Westwand der Insel in Besitz genommen wird. Die Trottellummen werden ihrer Ähnlichkeit wegen auch„Pinguine des Nordens“‘ genannt. Zwischen beiden Vogelarten bestehen aber keinerlei Verwandtschaftsbeziehungen.
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rungsmittel für Gemeinden zu beantragen sind. Des weiteren gab dieser Exkurs in eines der alten Bundesländer den Teilnehmern Gelegenheit, Eindrücke und Sichtweisen von„Wessis“ in Blickrichtung der weiteren Gestaltungsmöglichkeiten des
Unsere Politologiestundenten vor dem Rathaus in Hohenwestedt.
Vereinigungsprozesses zu sammeln. Erwartungsgemäß traten hierbei Meinungsverschiedenheiten zwischen den Vertretern aus Schleswig-Holstein und ihren studentischen Gästen aus den neuen Bundesländern auf. Aber nur das Miteinan
derreden räumt mit Vorurteilen auf und gibt den Beteiligten die Möglichkeit, ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Befindlichkeiten gemeinsam zu verarbeiten. So war diese Exkursion nicht nur ein Kennenlernen der kommunalpolitischen Struk
Foto: Legien
turen Schleswig-Holsteins, sondern gleichfalls ein Aufeinanderzugehen zwischen „Ossis‘“ und„Wessis‘“.
Steffen Berger Frank Hübner
Praktikum auf Helgoland
Die Beobachtungen am Vogelfelsen wurden für einige von uns zu den schönsten Stunden auf der Insel. Eine kleine Sensation wurde die Entdeckung des Nestes eines Basstölpels. Wie wir später erfuhren, ist es das erste und einzige Brutpaar in Deutschland.
Aber nicht nur der Vogelfelsen nahm uns gefangen. In der Helgoländer Vogelwarte erfuhren wir von Dr. Moritz— der übrigens hier an unserer Hochschule in Potsdam schon ein Kolloquium gehalten hat und im Herbst wieder zu uns kommen wird— viel Wissenswertes über die Arbeit der Vogelwarte, die schon seit 1840 ihre Forschungen betreibt. Will man wissen, wo ein Vogel brütet, wie viele Kilometer er in einer bestimmten Zeit fliegt und wie weit sein Winterquartier entfernt ist, wird er mit einem Ring versehen, der alle wichtigen Daten eingeprägt bekommt. Doch zur Beringung muß man ersteinmal den Vogel unversehrt in die Hand bekommen. Dazu wurden auf Helgoland die Trichterreusen im Fanggarten entwickelt, aus denen die Vögel nur schwer wieder heraus fin
den. Viele einheimische Singvögel konnten wir auf diese Art und Weise hier erstmals aus unmittelbarer Nähe beobachten, so z. B. den Steinschmätzer, den Gartenrotschwanz, die Mönchsgrasmükke oder den Trauerschnäpper. Als Nordseeinsel bietet aber auch das Felswatt als Folge des Gezeitenrhythmus eine einmalige Erlebniswelt. Es ist Ebbe. Das Felswatt, das unmittelbar am Klippenfuß beginnt, breitet sich vor uns aus. Inseln, von Braunalgen überzogen, wechseln mit teilweise tiefen Rinnen, die das Begehen erschweren. Auf den Tangen weiden mit Vorliebe Schnecken die kleinwüchsigen Algen ab. Unter den Algenbüscheln bleibt es auch während des Niedrigwassers feucht, so daß hier Strandkrabben, Kleinkrebse, Borstenwürmer sowie in Gezeitentümpeln siedelnde Moostierchen, Schwämme und Manteltiere leben können. Möwenschwärme finden sich dann zu einem schneckenreichen Mahl ein.
Oliver Wienhold CB 88
(Fortsetzung folgt)
Nr 13/91