Heft 
(1.1.2019) 13
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POTSDAM

... mein Studienort

Man muß, wenn man über Potsdam schreibt, ganz gleich als was und wer, endlich mal vom Exerzierreglement loskommen und sich der Schönheit dieses Ortes rein

Wohin in Potsdam?

Schloß Sanssouci(1745/1747 von Kno­belsdorff nach Skizzen von Friedrich II. erbaut) ganzjährig geöffnet, jeden 1. Montag im Monat geschlossen, Tel.: 2 39 31

Neues Palais(1763/1769 von Büring, Manger und Gontard erbaut) ganzjährig geöffnet, jeden 2. Montag im Monat geschlossen, Tel.: 9 31 43

Chinesisches Teehaus(1754/1757 von Büring erbaut) Mai bis Oktober täglich geöffnet

Dampfmaschinenhaus Moschee (1841/1843 von Persius erbaut) Mittwoch bis Sonntag 9.00 17.00 Uhr und 13.00 17.00 Uhr geöffnet, Tel.: 2 41 06

Potsdam-Museum Hiller-Brandtsche Häuser Wilhelm-Külz-Straße 8-12 Ständehaus Wilhelm-Külz-Straße 13 Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet(auf Wunsch nach telefonischer Vereinbarung Führungen) jeden 1. Sonn­tag im Monat eintrittsfrei

Botanischer Garten Maulbeerallee 2 täglich 9.30 12.30 Uhr und 13.00 16.00 Uhr; Tel.: 91:05 76

Potsdam Galerie Am Staudenhof(Am Alten Markt) Diens­tag bis Freitag 10.00- 18.00 Uhr, Sonn­abend/Sonntag 14.00 18.00 Uhr

. VillaGrenzenlos (städtisches Kunsthaus) Sauerbruchstraße 14, Tel.: 7 76 60

Jugendklubhaus Lindenpark Stahnsdorfer Straße 76/78, Tel.: 7 89 44

Freizeitzentrum Alpha Am Schlaatz, Tel.: 8 80 35/ 8 80 57

Kultur- und Bildungshaus am Wildpark Straße am Neuen Palais, Tel.: 97 21 65

Filmmuseum Potsdam(mit Kinosaal) Am Karl-Liebknecht-Forum 1 Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr, Tel.: 2 36 75

Potsdamer Kunstmarkt Otto-Nuschke-Straße 53/56 Sonnabend/Sonntag 10.00 17.00 Uhr

Wissenschaftliche Allgemeinbibliothek (mit Galerie) Heinrich-Rau-Allee 47 Montag bis Freitag 9.00 20.00 Uhr, Sonnabend 9.00 18.00 Uhr, Tel.: 32 90

_ Hans-Otto-Theater Zimmerstraße 10, Tel.: 46 51 Kartenvorverkauf in der Potsdam-Infor­mation und neun Tage im voraus im Be­sucherservice des Theaters in der Bran­denburger Straße 18 (Tel.:2 3038/ 2 31 90)

Potsdamer Kabarett Schopenhauerstraße 27, Tel.: 2 17 38

JugendfilmtheaterCharlott Leninallee 37, Tel.: 97 32 02

Nr. 13/91

und frei hingeben.

Der 17. August 1991 war der Tag der nicht unumstrittenen Bestattungszeremo­nie der Preußenkönige Friedrich Wilhelm I. und seines Sohnes Friedrich II. Er brach­te Potsdam in die Schlagzeilen. Von Säbel­rasseln und Brandenburger Toleranz, von Preußenkult und Geschichtsaufarbeitung war die Rede.

Da

Wasserwerk für die Fontänenanlagen Foto: Eckhardt

Tatsache bleibt, daß Potsdam zu den ge­schichtsträchtigsten und bedeutendsten Touristenstädten Deutschlands gehört. 1993 wird 1000jähriges Stadtjubiläum gefeiert. Nicht erst zu diesem Zeitpunkt bildet das Weinbergschloß, die Sommerresidenz König Friedrich II., die Mitte des I8. Jahrhunderts von Knobelsdorff über der Terassenanlage im Park Sanssouci er­richtet wurde, Hauptanziehungspunkt für die Besucher. Weitere historische Bauten im Park sind z. B. die Bildergalerie, die eine Vielzahl interessanter Gemälde ent­hält; ferner das exotisch anmutende Chi­nesische Teehaus, die Neuen Kammern und nicht zuletzt der gewaltige Komplex des Neuen Palais. Die Aufführungen im Rokoko-Theater dieses Schlosses sind ein besonderes Erlebnis.

Von den im 19. Jahrhundert entstandenen Gebäuden seien zur Besichtigung emp­

(Georg Hermann, geb. 1871)

fohlen: das kleine Schlößchen Charlot­tenhof, an dem der große Baumeister Schinkel mitgewirkt hat, die stimmungs­voll gelegenen Römischen Bäder, die Oran­gerie mit dem Raffaelsaal und die Frie­denskirche im Marlygarten mit einem bemerkenswerten mittelalterlichen Mo­saik.

Zwei weitere große Parkanlagen liegen im Stadtbereich Potsdams: der Neue Gar­ten mit dem Marmorpalais und dem Schloß Cecilienhof, der Stätte des Potsdamer Abkommens, sowie der Park Babelsberg, angelegt von den berühmten Gartenge­staltern Fürst Pückler und Lenn6e.

Auch das in der Rekonstruktion befind­liche Holländische Viertel sollte man ge­sehen haben. Es umschließt die Friedrich­Ebert-Straße, die Straße der Jugend, die Hebbel- und Gutenbergstraße.

Dieses Viertel wurde bis 1742 für hollän­dische Einwanderer erbaut. Von nicht minderem Interesse ist die Russische KolonieAlexandrowka, die 1826 für zwölf Sänger in ihrer heimischen russi­schen Holzbauweise angelegt wurde. Weiterhin sei noch das 1841/42 errichte­te Wasserwerk für die Fontänenanlagen im Park Sanssouci hervorgehoben. Die­ses in der Wilhelm-Külz-Straße gelegene Gebäude ist schon deshalb erwähnens­wert, weil es den für unsere Gegend unge­wöhnlichenmaurischen Stil aufweist und die Form einer Moschee erhielt.

In der Nacht vom 14. zum 15. April 1945 wurde die Stadt Potsdam durch einen britischen Bombenangriff in wenigen Mi­nuten in Schutt und Asche gelegt. Zwar fielen beispielsweise das Stadtschloß und die Garnisonkirche starken Zerstörungen zum Opfer. Die ausbaufähigen Ruinen wurden unnötigerweise abgerissen.

Wer sich genauer über seinen Studienort informieren möchte, sollte dem Potsdam­Museum und der Potsdam-Information einen Besuch abstatten.

Dr. Barbara Eckardt