POTSDAM
... mein Studienort
„Man muß, wenn man über Potsdam schreibt, ganz gleich als was und wer, endlich mal vom Exerzierreglement loskommen und sich der Schönheit dieses Ortes rein
Wohin in Potsdam?
— Schloß Sanssouci(1745/1747 von Knobelsdorff nach Skizzen von Friedrich II. erbaut) ganzjährig geöffnet, jeden 1. Montag im Monat geschlossen, Tel.: 2 39 31
— Neues Palais(1763/1769 von Büring, Manger und Gontard erbaut) ganzjährig geöffnet, jeden 2. Montag im Monat geschlossen, Tel.: 9 31 43
— Chinesisches Teehaus(1754/1757 von Büring erbaut) Mai bis Oktober täglich geöffnet
— Dampfmaschinenhaus— Moschee— (1841/1843 von Persius erbaut) Mittwoch bis Sonntag 9.00— 17.00 Uhr und 13.00— 17.00 Uhr geöffnet, Tel.: 2 41 06
— Potsdam-Museum Hiller-Brandtsche Häuser Wilhelm-Külz-Straße 8-12 Ständehaus Wilhelm-Külz-Straße 13 Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet(auf Wunsch nach telefonischer Vereinbarung Führungen) jeden 1. Sonntag im Monat eintrittsfrei
— Botanischer Garten Maulbeerallee 2 täglich 9.30— 12.30 Uhr und 13.00— 16.00 Uhr; Tel.: 91:05 76
— Potsdam Galerie Am Staudenhof(Am Alten Markt) Dienstag bis Freitag 10.00- 18.00 Uhr, Sonnabend/Sonntag 14.00— 18.00 Uhr
—. Villa„Grenzenlos“ (städtisches Kunsthaus) Sauerbruchstraße 14, Tel.: 7 76 60
— Jugendklubhaus Lindenpark Stahnsdorfer Straße 76/78, Tel.: 7 89 44
— Freizeitzentrum Alpha Am Schlaatz, Tel.: 8 80 35/ 8 80 57
— Kultur- und Bildungshaus am Wildpark Straße am Neuen Palais, Tel.: 97 21 65
— Filmmuseum Potsdam(mit Kinosaal) Am Karl-Liebknecht-Forum 1 Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr, Tel.: 2 36 75
— Potsdamer Kunstmarkt Otto-Nuschke-Straße 53/56 Sonnabend/Sonntag 10.00— 17.00 Uhr
— Wissenschaftliche Allgemeinbibliothek (mit Galerie) Heinrich-Rau-Allee 47 Montag bis Freitag 9.00— 20.00 Uhr, Sonnabend 9.00— 18.00 Uhr, Tel.: 32 90
—_ Hans-Otto-Theater Zimmerstraße 10, Tel.: 46 51 Kartenvorverkauf in der Potsdam-Information und neun Tage im voraus im Besucherservice des Theaters in der Brandenburger Straße 18 (Tel.:2 3038/ 2 31 90)
— Potsdamer Kabarett Schopenhauerstraße 27, Tel.: 2 17 38
— Jugendfilmtheater„Charlott“ Leninallee 37, Tel.: 97 32 02
Nr. 13/91
und frei hingeben.“
Der 17. August 1991 war der Tag der nicht unumstrittenen Bestattungszeremonie der Preußenkönige Friedrich Wilhelm I. und seines Sohnes Friedrich II. Er brachte Potsdam in die Schlagzeilen. Von Säbelrasseln und Brandenburger Toleranz, von Preußenkult und Geschichtsaufarbeitung war die Rede.
Da
Wasserwerk für die Fontänenanlagen Foto: Eckhardt
Tatsache bleibt, daß Potsdam zu den geschichtsträchtigsten und bedeutendsten Touristenstädten Deutschlands gehört. 1993 wird 1000jähriges Stadtjubiläum gefeiert. Nicht erst zu diesem Zeitpunkt bildet das Weinbergschloß, die Sommerresidenz König Friedrich II., die Mitte des I8. Jahrhunderts von Knobelsdorff über der Terassenanlage im Park Sanssouci errichtet wurde, Hauptanziehungspunkt für die Besucher. Weitere historische Bauten im Park sind z. B. die Bildergalerie, die eine Vielzahl interessanter Gemälde enthält; ferner das exotisch anmutende Chinesische Teehaus, die Neuen Kammern und nicht zuletzt der gewaltige Komplex des Neuen Palais. Die Aufführungen im Rokoko-Theater dieses Schlosses sind ein besonderes Erlebnis.
Von den im 19. Jahrhundert entstandenen Gebäuden seien zur Besichtigung emp
(Georg Hermann, geb. 1871)
fohlen: das kleine Schlößchen Charlottenhof, an dem der große Baumeister Schinkel mitgewirkt hat, die stimmungsvoll gelegenen Römischen Bäder, die Orangerie mit dem Raffaelsaal und die Friedenskirche im Marlygarten mit einem bemerkenswerten mittelalterlichen Mosaik.
Zwei weitere große Parkanlagen liegen im Stadtbereich Potsdams: der Neue Garten mit dem Marmorpalais und dem Schloß Cecilienhof, der Stätte des Potsdamer Abkommens, sowie der Park Babelsberg, angelegt von den berühmten Gartengestaltern Fürst Pückler und Lenn6e.
Auch das in der Rekonstruktion befindliche Holländische Viertel sollte man gesehen haben. Es umschließt die FriedrichEbert-Straße, die Straße der Jugend, die Hebbel- und Gutenbergstraße.
Dieses Viertel wurde bis 1742 für holländische Einwanderer erbaut. Von nicht minderem Interesse ist die Russische Kolonie„Alexandrowka“‘, die 1826 für zwölf Sänger in ihrer heimischen russischen Holzbauweise angelegt wurde. Weiterhin sei noch das 1841/42 errichtete Wasserwerk für die Fontänenanlagen im Park Sanssouci hervorgehoben. Dieses in der Wilhelm-Külz-Straße gelegene Gebäude ist schon deshalb erwähnenswert, weil es den für unsere Gegend ungewöhnlichen„maurischen““ Stil aufweist und die Form einer Moschee erhielt.
In der Nacht vom 14. zum 15. April 1945 wurde die Stadt Potsdam durch einen britischen Bombenangriff in wenigen Minuten in Schutt und Asche gelegt. Zwar fielen beispielsweise das Stadtschloß und die Garnisonkirche starken Zerstörungen zum Opfer. Die ausbaufähigen Ruinen wurden unnötigerweise abgerissen.
Wer sich genauer über seinen Studienort informieren möchte, sollte dem PotsdamMuseum und der Potsdam-Information einen Besuch abstatten.
Dr. Barbara Eckardt