Heft 
(1.1.2019) 14
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STUDENTEN

RCDS Gruppe in Potsdam gegründet

Schon im Herbst 1945 gründete sich nach der Wiedereröffnung der Friedrich-Schil­ler-Universität zu Jena in der damaligen SBZ die erste Christlich-Demokratische­Hochschulgruppe im besetzten Deutsch­land. Nur kurze Zeit später folgte die Berliner Humboldt-Universität. Aus die­sen ersten Wurzeln hat sich dann später der Ring Christlich Demokratischer Stu­denten entwickelt.

Während in der britischen und der ameri­kanischen Besatzungszone die politische Tätigkeit von Hochschulgruppen gefahr­los möglich war, konnten in der französi­schen Zone und in der SBZ studentische Organisationen nur unter sehr schwieri­gen und teilweise gefahrvollen Bedin­gungen arbeiten. In der SBZ gerieten die dortigen christlich-demokratischen Stu­dentengruppen und ihre Mitglieder auf Grund der Gleichschaltungsanordnungen der kommunistischen Machthaber schon bald unter starken politischen Druck. Verhaftungen, Relegationen und immer schärfere Zulassungsbestimmungen wa­ren die Folge, die schließlich zur völligen Zerschlagung der christ-demokratischen Studentenschaft führten. In Berlin wurde der 1. Vorsitzende der Humboldt-Univer­sitätsgruppe, Georg Wradzidlo, als vor­her anerkanntes‚Opfer des Faschismus 1947 verhaftet und im berüchtigten Zucht­haus Bautzen eingekerkert. Zahlreichen anderen Kommilitonen erging es bei ih­rem Versuch ebenso, demokratische Struk­turen an den Universitäten mit aufbauen zu helfen. Viele andere Mitglieder wähl­

ten den Weg in die Freiheit und gingen nach West-Deutschland bzw. West-Ber­lin, wo sie in die örtlichen RCDS Gruppen an den Universitäten integriert wurden. So wechselten alle RCDS Mitglieder der Humboldt-Universität zur 1948 neu ge­gründeten Freien Universität in West-Berlin über und führten dort ihre politische Arbeit lückenlos weiter. Diesem Umstand ver­dankt die RCDS Gruppe an der Techni­schen Universität in Berlin die Tatsache, heute die älteste ohne Unterbrechung arbeitende RCDS Gruppe in Deutschland zu sein. Im Jahre 1951 schlossen sich dann die bis dahin nur lose miteinander verbundenen christlich-demokratischen Hochschulgruppen zum Ring Christlich Demokraktischer Studenten zusammen und gründeten einen Bundesverband. Unmit­telbar nach der Maueröffnung gründeten sich noch 1989 in Greifswald und Eise­nach eigenständig die ersten neuen RCDS Gruppen in der DDR. Anfang 1990 folg­ten engagierte Studenten der Humboldt­Universität, denen es gelang, auch dort den RCDS wieder ins Leben zu rufen. Bereits im Februar'90 wurde dann die wiedergegründete Humboldt-Gruppe auf der Landesdelegiertenkonferenz des RCDS einstimmig in den Berliner Landesver­band aufgenommen. So organisierte sich der Ring Christlich Demokratischer Stu­denten als erster Verband Gesamtdeutsch­lands. Heute ist der RCDS der größte und älteste politische Studentenverband Deutschlands und an fast jeder Universi­tät und vielen Fachhochschulen mit eige­

nen Gruppen vertreten. Nachdem der RCDS im Frühjahr dieses Jahres gleich einen ge­meinsamen Landesverband Berlin-Bran­denburg gründete, ist er nun auch an der neuen Universität Potsdam mit einer ei­genen Gruppe präsent. Unser Verband vertritt die studentischen Interessen in­nerhalb und außerhalb der universitären Gremien. Der RCDS führt Sozial- und Erstsemesterberatungen durch und hilft bei vielen Problemen im Dschungel der großen und oftmals anonymen Universi­täten. Wir geben eine Vielzahl von stu­dienbegleitenden Skripten und Broschü­ren über eine Reihe von hochschulpoliti­schen Fragen zur besseren Information heraus. Erwähnt seien hier nur BAföG­und Stipendien-Info. Der RCDS organi­siert den größten deutschen Studienplatz­tausch und eine Praktikantenbörse. Er ist ein unabhängiger Verband und setzt sich deshalb gegenüber allen Parteien immer für studentische Ziele und Belange ein. Viele RCDS Mitglieder arbeiten dafür als gewählte Vertreter der Studentenschaft in allen Universitätsgremien. Im Gegensatz zu einigen anderen Organisationen ist der RCDS vor allem im sozialen Bereich und in Fragen der aktuellen Hochschulpolitik für die Studenten tätig und versucht, die zunehmende Ideologisierung der Univer­sitäten aufzuhalten.

RCDS Landesgeschäftsstelle Berlin-Bran­denburg, Unter den Linden 36-38, Raum 520, 1086 Berlin-Mitte,

Telefon 2 03 40- 2 71

Michael Kunert- Landesvorsitzender

Praktikum auf Helgoland

Fortsetzung von Nr. 13

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Aber die Biologische Anstalt Helgoland stellte uns auch lebende Tiere größerer Tiefe zur Verfügung. So studierten wir im Kurssaal der Anstalt den Bau der Seeigel und Seesterne. Wir lernten die Seemaus als einen der größten Borstenwürmer kennen und sezierten einen Katzenhai.

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Ein besonderes Erlebnis wurde die Ent­deckung einer Trachophora(der Larve eines Ringelwurms) in einer Plankton­probe der Nordsee. Endlich konnte graue Theorie mit Leben erfüllt werden!

In verschiedenen Vorträgen von Mitar­beitern der Biologischen Anstalt Helgo­land wurden wir dann noch weiter in die Lebensräume Watt und Nordsee einge­führt. So lernten wir auch die Ursache für das sommerliche Meeresleuchten kennen. Boote und Schwimmer werden in war­men Sommernächten häufig von einem kalten Lichtschein umgeben. Im Labor konnten wir die Verursacher beobachten: winzige Einzeller der Gattung Noctiluca. Unvergessen bleibt sicher auch die sehr

effektvolle Demonstration des‚,Noctilu­ca-Feuerwerks in einer Dunkelkammer des Ökologie-Labors, denn Mitte Mai kann man das Schauspiel im Meer noch nicht beobachten.

Uns Studenten wird diese Exkursion unvergeßlich sein. Wir wünschen uns, daß in Zukunft jeder Biologiestudent die Möglichkeit haben sollte, an einem sol­chen meeresbiologischen Praktikum teil­zunehmen. Das Leben in der Nordsee und im Atlantik ist so elementar und grundle­gend, daß die Vermittlung entsprechen­der Kenntnisse unabdingbarer Bestand­teil einer Biologieausbildung sein müßte.

Oliver Wienhold CB 88

Nr. 14/91