STUDENTEN
RCDS Gruppe in Potsdam gegründet
Schon im Herbst 1945 gründete sich nach der Wiedereröffnung der Friedrich-Schiller-Universität zu Jena in der damaligen SBZ die erste Christlich-DemokratischeHochschulgruppe im besetzten Deutschland. Nur kurze Zeit später folgte die Berliner Humboldt-Universität. Aus diesen ersten Wurzeln hat sich dann später der Ring Christlich Demokratischer Studenten entwickelt.
Während in der britischen und der amerikanischen Besatzungszone die politische Tätigkeit von Hochschulgruppen gefahrlos möglich war, konnten in der französischen Zone und in der SBZ studentische Organisationen nur unter sehr schwierigen und teilweise gefahrvollen Bedingungen arbeiten. In der SBZ gerieten die dortigen christlich-demokratischen Studentengruppen und ihre Mitglieder auf Grund der Gleichschaltungsanordnungen der kommunistischen Machthaber schon bald unter starken politischen Druck. Verhaftungen, Relegationen und immer schärfere Zulassungsbestimmungen waren die Folge, die schließlich zur völligen Zerschlagung der christ-demokratischen Studentenschaft führten. In Berlin wurde der 1. Vorsitzende der Humboldt-Universitätsgruppe, Georg Wradzidlo, als vorher anerkanntes„‚Opfer des Faschismus‘ 1947 verhaftet und im berüchtigten Zuchthaus Bautzen eingekerkert. Zahlreichen anderen Kommilitonen erging es bei ihrem Versuch ebenso, demokratische Strukturen an den Universitäten mit aufbauen zu helfen. Viele andere Mitglieder wähl
ten den Weg in die Freiheit und gingen nach West-Deutschland bzw. West-Berlin, wo sie in die örtlichen RCDS Gruppen an den Universitäten integriert wurden. So wechselten alle RCDS Mitglieder der Humboldt-Universität zur 1948 neu gegründeten Freien Universität in West-Berlin über und führten dort ihre politische Arbeit lückenlos weiter. Diesem Umstand verdankt die RCDS Gruppe an der Technischen Universität in Berlin die Tatsache, heute die älteste ohne Unterbrechung arbeitende RCDS Gruppe in Deutschland zu sein. Im Jahre 1951 schlossen sich dann die bis dahin nur lose miteinander verbundenen christlich-demokratischen Hochschulgruppen zum Ring Christlich Demokraktischer Studenten zusammen und gründeten einen Bundesverband. Unmittelbar nach der Maueröffnung gründeten sich noch 1989 in Greifswald und Eisenach eigenständig die ersten neuen RCDS Gruppen in der DDR. Anfang 1990 folgten engagierte Studenten der HumboldtUniversität, denen es gelang, auch dort den RCDS wieder ins Leben zu rufen. Bereits im Februar'90 wurde dann die wiedergegründete Humboldt-Gruppe auf der Landesdelegiertenkonferenz des RCDS einstimmig in den Berliner Landesverband aufgenommen. So organisierte sich der Ring Christlich Demokratischer Studenten als erster Verband Gesamtdeutschlands. Heute ist der RCDS der größte und älteste politische Studentenverband Deutschlands und an fast jeder Universität und vielen Fachhochschulen mit eige
nen Gruppen vertreten. Nachdem der RCDS im Frühjahr dieses Jahres gleich einen gemeinsamen Landesverband Berlin-Brandenburg gründete, ist er nun auch an der neuen Universität Potsdam mit einer eigenen Gruppe präsent. Unser Verband vertritt die studentischen Interessen innerhalb und außerhalb der universitären Gremien. Der RCDS führt Sozial- und Erstsemesterberatungen durch und hilft bei vielen Problemen im Dschungel der großen und oftmals anonymen Universitäten. Wir geben eine Vielzahl von studienbegleitenden Skripten und Broschüren über eine Reihe von hochschulpolitischen Fragen zur besseren Information heraus. Erwähnt seien hier nur BAföGund Stipendien-Info. Der RCDS organisiert den größten deutschen Studienplatztausch und eine Praktikantenbörse. Er ist ein unabhängiger Verband und setzt sich deshalb gegenüber allen Parteien immer für studentische Ziele und Belange ein. Viele RCDS Mitglieder arbeiten dafür als gewählte Vertreter der Studentenschaft in allen Universitätsgremien. Im Gegensatz zu einigen anderen Organisationen ist der RCDS vor allem im sozialen Bereich und in Fragen der aktuellen Hochschulpolitik für die Studenten tätig und versucht, die zunehmende Ideologisierung der Universitäten aufzuhalten.
RCDS Landesgeschäftsstelle Berlin-Brandenburg, Unter den Linden 36-38, Raum 520, 1086 Berlin-Mitte,
Telefon 2 03 40- 2 71
Michael Kunert—- Landesvorsitzender
Praktikum auf Helgoland
Fortsetzung von Nr. 13
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Aber die Biologische Anstalt Helgoland stellte uns auch lebende Tiere größerer Tiefe zur Verfügung. So studierten wir im Kurssaal der Anstalt den Bau der Seeigel und Seesterne. Wir lernten die Seemaus als einen der größten Borstenwürmer kennen und sezierten einen Katzenhai.
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Ein besonderes Erlebnis wurde die Entdeckung einer Trachophora(der Larve eines Ringelwurms) in einer Planktonprobe der Nordsee. Endlich konnte graue Theorie mit Leben erfüllt werden!
In verschiedenen Vorträgen von Mitarbeitern der Biologischen Anstalt Helgoland wurden wir dann noch weiter in die Lebensräume Watt und Nordsee eingeführt. So lernten wir auch die Ursache für das sommerliche Meeresleuchten kennen. Boote und Schwimmer werden in warmen Sommernächten häufig von einem kalten Lichtschein umgeben. Im Labor konnten wir die Verursacher beobachten: winzige Einzeller der Gattung Noctiluca. Unvergessen bleibt sicher auch die sehr
effektvolle Demonstration des ‚„‚,Noctiluca-Feuerwerks“ in einer Dunkelkammer des Ökologie-Labors, denn Mitte Mai kann man das Schauspiel im Meer noch nicht beobachten.
Uns‘ Studenten wird diese Exkursion unvergeßlich sein. Wir wünschen uns, daß in Zukunft jeder Biologiestudent die Möglichkeit haben sollte, an einem solchen meeresbiologischen Praktikum teilzunehmen. Das Leben in der Nordsee und im Atlantik ist so elementar und grundlegend, daß die Vermittlung entsprechender Kenntnisse unabdingbarer Bestandteil einer Biologieausbildung sein müßte.
Oliver Wienhold CB 88
Nr. 14/91