Heft 
(1.1.2019) 14
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Rezension: Douglas Hergert, dBase IV Version 1.1 von A... Z(Ausgabe 1990)

‚Schon wieder ein Buch über dBase? Diese Frage drängt sich unwillkürlich auf, wenn man das Angebot auf dem Bücher­markt betrachtet. Eigentlich sollte diese Frage an die Handbuchautoren der Soft­warehersteller weitergereicht werden, denn aus welchem Grund wohl werden immer wieder zahlreiche Praktiker animiert, leicht handhabbare, allgemeinverständliche und übersichtliche Bücher also echte ‚,Hand­bücher zu schreiben?

Auch Douglas Hergert hat mit dem vor­liegenden Buch bewiesen, daß es möglich ist, Nachschlagewerke zu schreiben, die sich auf den wesentlichen Inhalt konzen­trieren und trotzdem ausführlich über eine große Anzahl ausgewählter Themen in­formieren. Selbstverständlich muß bei der Konzeption eines solchen Werkes ein Kom­promiß gemacht werden, sonst ließe sich der Umfang der vom Hersteller mitgelie­ferten Handbücher nicht reduzieren. Dies ist in diesem Falle sicher ausgezeichnet gelungen, wobei der Schwerpunkt auf Nachschlagewerk und nicht aufsy­stematische Einführung gelegt wurde. Letztere kann und soll Hergerts Buch auch sicher nicht ersetzen. Deshalb ist es für den totalen Laien auf dem Gebiet Datenbanken ungeeignet. Wer aber von früheren dBase-Versionen oder anderen Datenbanksystemen auf dBase IV um­steigen will, dem wird dieses Buch wirk­lich eine unentbehrliche Hilfe sein.

Das Nachschlagewerk ist nicht in Kapitel unterteilt und enthält auch keine Anhän­ge. Damit steht das gesamte Volumen einem reich kommentierten und mit zahl­reichen kurzen und somit schnell nach­vollziebaren Beispielen versehenen Lexi­kon zur Verfügung. In alphabetischer Folge sind alle Schlüsselwörter(unabhängig davon, ob es sich um Befehle oder Funk­tionen handelt) und thematischen Begrif­

fe aufgeführt, was ein schnelles Auffin­den gewährleistet. Dies wird noch durch die Wiederholung der Stichworte in der Kopfzeile der Seiten unterstützt.

Gut organisiert ist auch das Verweissy­stem auf zusammengehörende und the­menverwandte Begriffe, wobei die Sym­bolik etwas gewöhnungsbedürftig ist. Statt Sternchen und Rufzeichen, die eine Un­terscheidung nach Begriffen mit und ohne Eintrag ermöglichen(wozu eigentlich?), hätten m. E. die aus üblichen Lexika bekannten Pfeile verwendet werden kön­nen. In der jetzigen Gestalt wird das opti­sche Erfassen des Textes doch etwas ge­

stört. Der Verweis erfolgt sowohl über den Begriff als auch über die Seitenzahl, letztere steht aber in den Kopfzeilen ‚,innen und ist deshalb nicht so leicht zu finden. Die Erläuterungen zu den Stichworten folgen im allgemeinen der Systematik Syntax Erklärung Anwendung(mit Beispielen) Hinweise(mit Warnungen vor möglichen Fehlern). Diese übersicht­liche Gestaltung führt den Leser schnell auf den gesuchten Problempunkt. Die Beschreibung ist durchweg ausführlich und leicht verständlich, so daß eigentlich fast alle auftretenden Fragen geklärt wer­den können.

Neben kleinen Druckfehlern, die man jedoch geflissentlich übersehen kann, treten allerdings auch einige inhaltliche Fehler auf. So sind z. B. die Funktionen CEI­LING()und DTOR() nicht exakt erklärt. Das Edieren von MEMO-Feldern soll mit der Tastenkombination Ctrl+ PgDn ein­geleitet und mit Ctrl+ PgUp beendet

werden, tatsächlich sind aber Ctrl+ Home und Ctrl+ End erforderlich. In solchen Fällen bleibt also nichts anderes übrig, als sich der Hilfefunkton von dBase IV zu bedienen oder doch im mitgelieferten Handbuch nachzusehen.

Weiterhin ließen sich auch noch einige Formfragen gegenüber der vorliegenden Ausgabe verbessern. So ist die Syntaxbe­schreibung nicht konsequent durchgezo­gen worden. Optimale Befehlteile sind nicht immer kursiv gedruckt, die eckigen Klammern werden ohne Erläuterung ver­wendet(wobei dies sicher schon als allge­mein bekannt vorausgesetzt werden könn­te). In den Erklärungen zu den Optionen sollten die Schlüsselwörter im fließenden Text stärker hervorgehoben werden, denn gerade nach ihnen sucht ja der eilige Anwender. Bei Funktionen als Schlüssel­wörter fehlen häufig die nachgestellten runden Klammern, das einzige Unterschei­dungsmerkmal zwischen Befehlen und Funktionen. An den Buchbinder wäre der Wunsch zu richten, die Seiten einem Nach­schlagewerk gemäß dauerhafter zu hef­ten, denn leider fielen schon nach weni­gen Benutzungen lose Seiten aus dem zur Rezension übergebenen Exemplar. Sollte der Autor für eine spätere Ausgabe eine Überarbeitung des Buches vorgese­hen haben, so wäre eine Ergänzung des bisherigen, rein alphabetisch geordneten Sachwortverzeichnisses um ein thema­tisch geordnetes empfehlenswert. So lie­ßen sich auch schnell Schlüsselwörter finden, die dem Anwender vorüberge­hend entfallen sind(‚‚Wie hieß doch gleich der Befehl zum Erstellen einer multiplen Indexdatei?).

Alles in allem bleibt das Buch dennoch ein empfehlenswertes Nachschlagewerk, mit dem auch ich künftig intensiv arbei­

ten werde. Rainer Kirsten

LEN

Neuzugänge von audiovisuellen Unterrichtsmitteln in der Mediothek des AVZ

Videokassetten:

Ansätze offenen Unterrichts in der Se­kundarstufe 1, Pädagogik

Lernen mit Spaß macht schlau, Päd­agogik

Nr. 14/91

Die Laborschule der Universität Biele­feld

Teil 1 Carmen, Dennise und andere Teil 2 Britta, Lümmel und ein Labyrinth Teil 3 Versuch einer Systematik

Teil 4 Wenn Schule aufhört Schule zu sein. Schenke- AVZ

GEbuchTES

Immer mehr Studentinnen und Studenten auch in den neuen Bundesländern sind auf der Suche nach einer eigenenBude, Vom Bundesbildungsministerium wurde deshalb die Informationsbroschüre Ratgeber Woh­nen herausgegeben. Sie wendet sich spe­ziell an Studenten und Vermieter in den neuen Bundesländern, enthält praktische Tips für alle Beteiligten. aus: JW,27.8.91