Rezension: Douglas Hergert, dBase IV Version 1.1 von A... Z(Ausgabe 1990)
„‚Schon wieder ein Buch über dBase?“ Diese Frage drängt sich unwillkürlich auf, wenn man das Angebot auf dem Büchermarkt betrachtet. Eigentlich sollte diese Frage an die Handbuchautoren der Softwarehersteller weitergereicht werden, denn aus welchem Grund wohl werden immer wieder zahlreiche Praktiker animiert, leicht handhabbare, allgemeinverständliche und übersichtliche Bücher— also echte ‚,Handbücher“— zu schreiben?
Auch Douglas Hergert hat mit dem vorliegenden Buch bewiesen, daß es möglich ist, Nachschlagewerke zu schreiben, die sich auf den wesentlichen Inhalt konzentrieren und trotzdem ausführlich über eine große Anzahl ausgewählter Themen informieren. Selbstverständlich muß bei der Konzeption eines solchen Werkes ein Kompromiß gemacht werden, sonst ließe sich der Umfang der vom Hersteller mitgelieferten Handbücher nicht reduzieren. Dies ist in diesem Falle sicher ausgezeichnet gelungen, wobei der Schwerpunkt auf „Nachschlagewerk“ und nicht auf„systematische Einführung‘ gelegt wurde. Letztere kann und soll Hergerts Buch auch sicher nicht ersetzen. Deshalb ist es für den totalen Laien auf dem Gebiet Datenbanken ungeeignet. Wer aber von früheren dBase-Versionen oder anderen Datenbanksystemen auf dBase IV umsteigen will, dem wird dieses Buch wirklich eine unentbehrliche Hilfe sein.
Das Nachschlagewerk ist nicht in Kapitel unterteilt und enthält auch keine Anhänge. Damit steht das gesamte Volumen einem reich kommentierten und mit zahlreichen kurzen und somit schnell nachvollziebaren Beispielen versehenen Lexikon zur Verfügung. In alphabetischer Folge sind alle Schlüsselwörter(unabhängig davon, ob es sich um Befehle oder Funktionen handelt) und thematischen Begrif
fe aufgeführt, was ein schnelles Auffinden gewährleistet. Dies wird noch durch die Wiederholung der Stichworte in der Kopfzeile der Seiten unterstützt.
Gut organisiert ist auch das Verweissystem auf zusammengehörende und themenverwandte Begriffe, wobei die Symbolik etwas gewöhnungsbedürftig ist. Statt Sternchen und Rufzeichen, die eine Unterscheidung nach Begriffen mit und ohne Eintrag ermöglichen(wozu eigentlich?), hätten m. E. die aus üblichen Lexika bekannten Pfeile verwendet werden können. In der jetzigen Gestalt wird das optische Erfassen des Textes doch etwas ge
stört. Der Verweis erfolgt sowohl über den Begriff als auch über die Seitenzahl, letztere steht aber in den Kopfzeilen ‚,innen‘“ und ist deshalb nicht so leicht zu finden. Die Erläuterungen zu den Stichworten folgen im allgemeinen der Systematik Syntax— Erklärung— Anwendung(mit Beispielen)— Hinweise(mit Warnungen vor möglichen Fehlern). Diese übersichtliche Gestaltung führt den Leser schnell auf den gesuchten Problempunkt. Die Beschreibung ist durchweg ausführlich und leicht verständlich, so daß eigentlich fast alle auftretenden Fragen geklärt werden können.
Neben kleinen Druckfehlern, die man jedoch geflissentlich übersehen kann, treten allerdings auch einige inhaltliche Fehler auf. So sind z. B. die Funktionen CEILING()und DTOR() nicht exakt erklärt. Das Edieren von MEMO-Feldern soll mit der Tastenkombination Ctrl+ PgDn eingeleitet und mit Ctrl+ PgUp beendet
werden, tatsächlich sind aber Ctrl+ Home und Ctrl+ End erforderlich. In solchen Fällen bleibt also nichts anderes übrig, als sich der Hilfefunkton von dBase IV zu bedienen oder doch im mitgelieferten Handbuch nachzusehen.
Weiterhin ließen sich auch noch einige Formfragen gegenüber der vorliegenden Ausgabe verbessern. So ist die Syntaxbeschreibung nicht konsequent durchgezogen worden. Optimale Befehlteile sind nicht immer kursiv gedruckt, die eckigen Klammern werden ohne Erläuterung verwendet(wobei dies sicher schon als allgemein bekannt vorausgesetzt werden könnte). In den Erklärungen zu den Optionen sollten die Schlüsselwörter im fließenden Text stärker hervorgehoben werden, denn gerade nach ihnen sucht ja der eilige Anwender. Bei Funktionen als Schlüsselwörter fehlen häufig die nachgestellten runden Klammern, das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen Befehlen und Funktionen. An den Buchbinder wäre der Wunsch zu richten, die Seiten einem Nachschlagewerk gemäß dauerhafter zu heften, denn leider fielen schon nach wenigen Benutzungen lose Seiten aus dem zur Rezension übergebenen Exemplar. Sollte der Autor für eine spätere Ausgabe eine Überarbeitung des Buches vorgesehen haben, so wäre eine Ergänzung des bisherigen, rein alphabetisch geordneten Sachwortverzeichnisses um ein thematisch geordnetes empfehlenswert. So ließen sich auch schnell Schlüsselwörter finden, die dem Anwender vorübergehend entfallen sind(‚‚Wie hieß doch gleich der Befehl zum Erstellen einer multiplen Indexdatei?‘‘).
Alles in allem bleibt das Buch dennoch ein empfehlenswertes Nachschlagewerk, mit dem auch ich künftig intensiv arbei
ten werde. Rainer Kirsten
LEN
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Nr. 14/91
Die Laborschule der Universität Bielefeld
Teil 1 Carmen, Dennise und andere Teil 2 Britta, Lümmel und ein Labyrinth Teil 3 Versuch einer Systematik
Teil 4 Wenn Schule aufhört Schule zu sein. Schenke- AVZ
GEbuchTES
Immer mehr Studentinnen und Studenten auch in den neuen Bundesländern sind auf der Suche nach einer eigenen„Bude“, Vom Bundesbildungsministerium wurde deshalb die Informationsbroschüre Ratgeber Wohnen herausgegeben. Sie wendet sich speziell an Studenten und Vermieter in den neuen Bundesländern, enthält praktische Tips für alle Beteiligten. aus: JW,27.8.91