Werner Reimuck
Der Schmetterling
Der Schmetterling, der Schmetterling, der kann nur taumelnd fliegen.
Mal fliegt er links, mal fliegt er rechts, mal hoch und runter—
und ist darum auch schwer zu kriegen.
Der Schmetterling, der Schmetterling, das ist ein Kind der Zeit.
Es sind so viele die sich biegen,
mal nach links und mal nach rechts, sie wolln nach oben, falln nach unten— und verdienen meist nicht was sie kriegen.
Der Schmetterling, der Schmetterling, sein Taumeln hat System,
wenn auch sein Flug fast sinnlos scheint,
zum Kichern, lustig, trotzdem schön— fliegt er die bunten Wiesen ab,
die dann in voller Blüte stehn.
Die anderen, die da so viele sind,
die taumeln, schwanken, wenden sich, sie fliegen hoch, sie fallen runter
und fressen nur die Wiesen ab—
sind dabei auch noch stolz und munter und werden scheinbar niemals satt.
Für Mitglieder und Freunde der URANIA
Festlicher Jahresbeginn am Sonnabend, 25. Januar 1992 mit einer Fahrt nach Kloster Zinna
Ein Architekturerlebnis besonderer Art stellt die sehr gut erhaltene Klosteranlage des ehemaligen Zisterzienserklosters in Zinna dar. Die um die Mitte des 15. Jahrhunderts erbaute Gebäudegruppe wird heute museal genutzt. Die mit beeindruckenden gotischen Gewölben ausgestatteten Innenräume sind sparsam eingerichtet und erlauben so den Genuß, die Schönheit eines gotischen Wohn- und Arbeitshauses zu erleben.
Für die Hin- und Rückfahrt steht ein Bus zur Verfügung. Abfahrt ab Potsdam, URANIA-Haus, Brandenburger Str. 38, 13.30 Uhr, Ankunft in Potsdam gegen 20.30 Uhr.
Die Teilnehmergebühr beträgt 59,00 DM (Mitglieder 49.00 DM).
Bitte rechtzeitig bei der URANIA anmelden!
(aus: URANIA-Veranstaltungsprogramm)
Nr. 18/91
MELDUNGEN/ STANDPUNKTE
„Erzieht die jungen Ex-DDRlier zu lieben gottesfürchtigen Zwergen!“
Unter dieser Überschrift druckte das„Neue Deutschland‘‘ am 16./17. November 1991 (S. 5) einige Auszüge aus dem Gutachten von Prof. Dr. Dr. Johannes Niermann(Köln) „Identitätsfindung von Jugendlichen in den neuen Bundesländern“‘ ab.
Dieses Gutachten war Gegenstand einer Anhörung im Ausschuß für Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages.
Der Student Bodo Klinkmüller möchte hiermit auf zwei Passagen des„grandiosen“ Textes eingehen.
Aucheinem Prof. Niermann steht es nicht zu, über die Gesamtheit der„Ost“-Mütter ein Pauschalurteil zu fällen, da meines Erachtens Urteile über Kinder- bzw. Mutterliebe nur individuell bezogen auf die jeweiligen Mütter, über die man zu richten vermag, gefällt werden dürfen. Mit der Moral, die dieser Professor unseren ostdeutschen Müttern unterstellt, katapultiert er sich selbst in die Gilde derer, die so oft in den Witzblättern dargestellt werden, nämlich wirklichkeitsfremd und verschroben. Denn besonders bei diesem Mann kommt Arroganz und völlige Unwissenheit über das ostdeutsche Familienleben zum Ausdruck.
Der andere Aspekt, der mir sehr wichtig erscheint, widmet sich unserer Schulbildung. Vorausschickend möchte ich dazu sagen, daß auch die Ex-DDR hervorragende Wissenschaftler hervorgebracht hat. Die Anerkennung, die diese Leute mit
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„Studieren In
Gemeinschaft‘
fundiertem Wissen in aller Welt erworben haben, kann bestimmt nicht auf das Abhören des verbotenen Westhörfunks und-fernsehens basieren. Ich denke mir doch, daß das ein Verdienst unserer allgemeinen Schulbildung und der Hochschulen ist, trotz starker einseitiger politischer Beeinflussung. Auch die SED-Mitgliedsbücher der Lehrer und Dozenten ändern daran nichts(ihre Mitgliedsmotivationen seien dahingestellt), denn ich kann mich nicht erinnern, jemals politische Mathematik, Physik, Chemie usw. gehört zu haben. Daich an einer Universität studiere, deren Ursprung auf eine Pädagogische Hochschule zurückzuführen ist, kann ich mit Fug und Recht behaupten: dieser Mann hat Unrecht mit seiner Feststellung, daß ostdeutsche Kinder nicht zu höherer Bildung fähig sind. Generationen von Absolventen, nicht nur dieser ehemaligen Hochschule, beweisen das. Moral: Auch wenn hin und wieder einige Wahrheitskörnchen zu finden sind, ist die Abhandlung ein Machwerk, welches nicht das Papier wert ist, auf dem es geschrieben steht. Herr Niermann setzt sich mit seinem Geschreibsel und den dazugehörigen„Empfehlungen, die aus der Wirklichkeit schöpfen“ außerhalb jeglicher objektiver Meinungsbildung.
Europa“
Unter dem Motto„Studieren in Europa“ veranstaltete die Vertretung der EG-Kommission in der BRD in der Zeit vom 4. 11.2. 12. 91 eine Informationsreise durch insgesamt 16 Hochschulen in den neuen Bundesländern. An unserer Uni weilten die Gäste am 25. November, u. a. mit einem Informationsstand im Bereich der
Mensa.
Foto: Rüffert 3