Heft 
(1.1.2019) 18
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Werner Reimuck

Der Schmetterling

Der Schmetterling, der Schmetterling, der kann nur taumelnd fliegen.

Mal fliegt er links, mal fliegt er rechts, mal hoch und runter

und ist darum auch schwer zu kriegen.

Der Schmetterling, der Schmetterling, das ist ein Kind der Zeit.

Es sind so viele die sich biegen,

mal nach links und mal nach rechts, sie wolln nach oben, falln nach unten und verdienen meist nicht was sie kriegen.

Der Schmetterling, der Schmetterling, sein Taumeln hat System,

wenn auch sein Flug fast sinnlos scheint,

zum Kichern, lustig, trotzdem schön fliegt er die bunten Wiesen ab,

die dann in voller Blüte stehn.

Die anderen, die da so viele sind,

die taumeln, schwanken, wenden sich, sie fliegen hoch, sie fallen runter

und fressen nur die Wiesen ab

sind dabei auch noch stolz und munter und werden scheinbar niemals satt.

Für Mitglieder und Freunde der URANIA

Festlicher Jahresbeginn am Sonnabend, 25. Januar 1992 mit einer Fahrt nach Kloster Zinna

Ein Architekturerlebnis besonderer Art stellt die sehr gut erhaltene Klosteranlage des ehemaligen Zisterzienserklosters in Zinna dar. Die um die Mitte des 15. Jahr­hunderts erbaute Gebäudegruppe wird heute museal genutzt. Die mit beeindruckenden gotischen Gewölben ausgestatteten Innen­räume sind sparsam eingerichtet und er­lauben so den Genuß, die Schönheit eines gotischen Wohn- und Arbeitshauses zu erleben.

Für die Hin- und Rückfahrt steht ein Bus zur Verfügung. Abfahrt ab Potsdam, URANIA-Haus, Brandenburger Str. 38, 13.30 Uhr, Ankunft in Potsdam gegen 20.30 Uhr.

Die Teilnehmergebühr beträgt 59,00 DM (Mitglieder 49.00 DM).

Bitte rechtzeitig bei der URANIA anmel­den!

(aus: URANIA-Veranstaltungspro­gramm)

Nr. 18/91

MELDUNGEN/ STANDPUNKTE

Erzieht die jungen Ex-DDRlier zu lieben gottesfürchtigen Zwergen!

Unter dieser Überschrift druckte dasNeue Deutschland am 16./17. November 1991 (S. 5) einige Auszüge aus dem Gutachten von Prof. Dr. Dr. Johannes Niermann(Köln) Identitätsfindung von Jugendlichen in den neuen Bundesländern ab.

Dieses Gutachten war Gegenstand einer Anhörung im Ausschuß für Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages.

Der Student Bodo Klinkmüller möchte hiermit auf zwei Passagen desgrandio­sen Textes eingehen.

Aucheinem Prof. Niermann steht es nicht zu, über die Gesamtheit derOst-Mütter ein Pauschalurteil zu fällen, da meines Erachtens Urteile über Kinder- bzw. Mutterliebe nur individuell bezogen auf die jeweiligen Mütter, über die man zu richten vermag, gefällt werden dürfen. Mit der Moral, die dieser Professor unse­ren ostdeutschen Müttern unterstellt, ka­tapultiert er sich selbst in die Gilde derer, die so oft in den Witzblättern dargestellt werden, nämlich wirklichkeitsfremd und verschroben. Denn besonders bei diesem Mann kommt Arroganz und völlige Un­wissenheit über das ostdeutsche Fami­lienleben zum Ausdruck.

Der andere Aspekt, der mir sehr wichtig erscheint, widmet sich unserer Schulbil­dung. Vorausschickend möchte ich dazu sagen, daß auch die Ex-DDR hervorra­gende Wissenschaftler hervorgebracht hat. Die Anerkennung, die diese Leute mit

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Gemeinschaft

fundiertem Wissen in aller Welt erwor­ben haben, kann bestimmt nicht auf das Abhören des verbotenen Westhörfunks und-fernsehens basieren. Ich denke mir doch, daß das ein Verdienst unserer allge­meinen Schulbildung und der Hochschu­len ist, trotz starker einseitiger politischer Beeinflussung. Auch die SED-Mitglieds­bücher der Lehrer und Dozenten ändern daran nichts(ihre Mitgliedsmotivationen seien dahingestellt), denn ich kann mich nicht erinnern, jemals politische Mathe­matik, Physik, Chemie usw. gehört zu haben. Daich an einer Universität studiere, deren Ursprung auf eine Pädagogische Hoch­schule zurückzuführen ist, kann ich mit Fug und Recht behaupten: dieser Mann hat Unrecht mit seiner Feststellung, daß ostdeutsche Kinder nicht zu höherer Bil­dung fähig sind. Generationen von Absol­venten, nicht nur dieser ehemaligen Hoch­schule, beweisen das. Moral: Auch wenn hin und wieder einige Wahr­heitskörnchen zu finden sind, ist die Ab­handlung ein Machwerk, welches nicht das Papier wert ist, auf dem es geschrie­ben steht. Herr Niermann setzt sich mit seinem Geschreibsel und den dazugehörigenEmp­fehlungen, die aus der Wirklichkeit schöp­fen außerhalb jeglicher objektiver Mei­nungsbildung.

Europa

Unter dem MottoStudieren in Europa veranstaltete die Vertretung der EG-Kom­mission in der BRD in der Zeit vom 4. 11.2. 12. 91 eine Informationsreise durch insgesamt 16 Hochschulen in den neuen Bundesländern. An unserer Uni weilten die Gäste am 25. November, u. a. mit einem Informationsstand im Bereich der

Mensa.

Foto: Rüffert 3