SPORT
ABENTEUER SPREEWALD
Der Herbstwind blies und die Blätter fielen, alle nach dicken Socken und einem Ofen schielen.
Nicht aber wir, denn Sportler pur
zieht es zu jeder Zeit in die Natur. Entgegen aller Warnung— ES SEI KALT— zog es uns mit Paddelbooten in den Spreewald.
Mit zwei Trabbis und’nem Bus jagten wir den Highway runter,
und fanden uns nach zwei Stunden in Burg— alle noch recht munter.
Es hielt uns nichts, nach kurzer Pause
alle wieder raus aus dem warmen Hause. Boote runter und auf den Fluß,
denn was dem einen Freude, ist des anderen Verdruß.
„Paddeln ist schön, besonders allein‘‘, dachte sich Jörg und fiel auch gleich rein. Doch Heiko, der Mann für alle Fälle,
war„Gott sei Dank‘‘ dann gleich zur Stelle. Er rettete Jörg und legte ihn trocken—
das machte Mut—
tja für so etwas war unsere Heike gut.
Die anderen Zweier liefen ganz rund,
nur bei einem gab es zum Wechseln Grund. Anke und Katrin— 3,20 m wenn sie aufeinanderstehen,
Bis dahin war auch alles ganz normal!
Der Fluß war breit, die Strömung mäßig, ein jeder dachte:„Och, Paddeln ist schon lässig‘‘!
Doch weit gefehlt, wir wußten nicht,
daß unser Ditmar ein„kleiner Abenteurer‘‘ ist.
Zurück’nen anderen Weg, wir hatten Zeit, der Weg ist außerdem nicht weit. Gesagt-getan, wir paddelten los,
und wir alle vertrauten Manni und Ditmar bloß.
Der Weg wurde schmaler, die Sonne sank, „Gott sei Dank‘‘ gab es aus Manni’s Flasche immer mal einen aufmunternden (energiereichen) Trank.
Olli und Jörg(1) schimpften:„So ein Mist‘,)
worauf auch gleich das Steuerseil riß.
Im großen und ganzen war die Stimmung noch gut,
schließlich machten uns Ditmar und Heiko ständig Mut.
Doch aller Tage ist nicht Abend,
die Sache wurd langsam heiß,
die Gräben wurden schmaler, flacher, manch einer dachte:„So’n Sch...‘‘! Brennesseln rechts, Gestrüpp von links,
konnten von den anderen meist nur noch entfernt das Ruder sehen.
Doch Mario und Jörg(2) gaben ihrem Herzen einen Stoß
und nahmen sie jeweils als ihre Gallionsfiguren ins„Floß‘‘.
Und von da an ging’s dann richtig los,
die Potsdamer Uni-Paddler waren im Spreewald Kondensstreifen bloß.
Bei herrlichem Wetter ging es nach Leipe, doch schade, nicht eine offene Kneipe. Also zurück zur Dubkower Mühle—
auch ein Auto muß schließlich tanken, weshalb wir erst einmal einen Tee mit Braunen tranken.
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ganz flache Brücken, doch mit viel Mühe ging’s.
Der Trupp war gespalten, die Schnellen vorn, die anderen am Schluß,
doch was hilft es, es gab nur ein Muß! Claudia und Andrea, die einzige Frauenbesatzung, kämpften sich wacker auch durch’s Gestrüpp
und sorgten sich ob der Kräfte der anderen— „Kommt ihr dahinten auch alle mit?‘‘
Es wurde schon dunkel, der Tag ging zur Ruh;
da plötzlich ein Wehr, was machen wir nu? Die Boote raus und ab die Straße runter,
da wurden bei einigen die Füße erstmal
wieder munter.
Wir erreichten den Hafen mit Müh und Pein,
setzten die Boote ein letztes Mal ein.
Mit der Strömung flußabwärts, im Dunkeln —au fein
Ditmar und Heiko fuhren fast noch die Brückenpfeiler ein.
„Gepeinigt‘‘ vom Tage, die Sachen klatschnaß,
machten die letzten Meter besonders Spaß.
Doch Augen auf, denn blitzeschnelle war die Einfahrt schon zur Stelle.
Wir erreichten sie mit Müh und Not,
der Geist hellwach, die Arme tot.
Es sah fast danach aus, als sei der Abend gelaufen,
doch weit gefehlt, wir gingen noch trinken ... Nicht saufen!
Manni’s Gitarre und guter Wein
ließen die Qualen vergessen sein.
So ging am Abend jeder zufrieden zur Ruh,
und morgens packten alle beim Beladen kräftig zu.
In Potsdam nach zwei Tagen wieder angelangt,
bedauerten wir:
„Man nun sind wir schon wieder hier!‘‘ Alleine daran kann man sehn,(16 Mann sind einhellig der Meinung)
DITMAR danke, es war schön!
Und die Moral von der Geschicht’, kaltes Herbstwetter schadet’ner heißen Paddeltour nicht!
NA DANN AUF EIN NEUES ABENTEUER!!!
Studenten des Hochschulsports
Nr. 18/91