Heft 
(1.1.2019) 02
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Erziehung heißt, ein Stückchen höher heben...

1919 gründete Rudolf Steiner eine Schule für Kinder aus armen Fabrikarbeiterfami­lien. Den Anstoß dazu gab der Direktor der Stuttgarter Waldorf-Astoria Zigaret­tenfabrik.

Daß Waldorfschulen bis heute weltweite Verbreitung fanden unter den Nazis wa­ren sie verboten liegt wohl in erster Linie daran, daß keine Auswahl der Kin­der nach Herkunft, Leistung oder Bega­bung vorgenommen wird. Es ist eine Schule für alle, wenn die Kapazitäten ausreichen. Von Anfang an lernten in Waldorfschulen auch körperlich Behinderte. Die Kinder sollen nicht nach äußeren Idealbildern geformt, sondern so genommen wer­den, wie sie sind. DieLeitung der Er­ziehung wird als oberstes Prinzip be­trachtet. Großer Wert wird auf die Ver­bindung von Wissensvermittlung und musischer bzw. künstlerischer Betätigung gelegt. Zensuren,Springen in eine höhere Klassenstufe oderSitzenbleiben gibt es nicht.

Der Hauptunterricht(8.00 bis 9.45 Uhr) unterteilt sich in drei Abschnitte: rhyth­

Axel Kotulla:Effektiv starten mit TURBO C**, Verlag Vieweg, Braun­schweig 1990

Sicher wird mancher professionelle Pro­grammierer stutzen, wenn er liest, daß das vorliegende Buch eine Einführung in die Sprache C, speziell in TURBO C**; dar­stellt, die keinerlei Programmierkennt­nisse voraussetzt. Aber unabhängig da­von, ob man die Eignung von C als Ein­steigersprache bejaht oder verneint, kann ich diese Einführung jedem, der mit C als 1. Programmiersprache beginnen möch­te, bestens empfehlen.

Die Beispielprogramme, an denen die ele­mentaren Datentypen und Anweisungen erläutert werden, sind klar, übersichtlich, beschränken sich auf das Wesentliche und sind sehr gut kommentiert. Ich empfinde es als wohltuend, daß der Autor zwar einerseits auf den möglichen Stenogramm­stil und andere Freiheiten der Sprache eingeht, andererseits aber konsequent gegen trickreiche und für strukturierte Program­mierung eintritt. Der Leser, der die dies­bezüglichen Hinweise und Empfehlun­gen befolgt, dürfte später kaumSpaghet­ti-Code erzeugen. Ebenso hervorzuhe­ben ist das Festhalten am ANSI-'C'-Stan­dard. An allen Stellen, wo wegen der er­

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mischer Teil(musizieren, singen); Epo­cheunterricht(ca. 4 Wochen Beschäfti­gung mit einer Geschichtsepoche im Komplex); Erzählteil(Märchen, Fabeln, Sagen, Mythologie).

Daran schließen sich die Fachstunden an. In denÜbfächern lernen Schüler von der ersten Klasse an zwei Sprachen, Handarbeit, Turnen, Musik, Religion, Eurhythmie...

Der Lehrplan stellt kein fest gefügtes Schema dar. Gebiete sind dem Lehrer vorgegeben, die er nach seinem Ermes­sen ausgestalten kann. Dabei entscheidet er, was von den Kulturgütern in welcher Altersstufe vermittelt wird. In vier- bis sechswöchigen Abständen zeigen die Schüler auf Monatsfeiern, was sie neu er­arbeitet haben.

An ddie achtjährige Unter- und Mittelstufe schließen sich vier Jahre Oberstufe an. Im 13. Jahr wird für das Abitur gearbeitet. Viele Anschauungsmaterialien für den Unterricht stellen die Schüler her, Bücher werden seltener benutzt. Ein Lehrer be­treutseine Klasse vom 1. bis 8. Schul­

Rezension

weiterten Möglichkeiten von TURBO von diesem Standard abgewichen wird, erfolgt ein deutlicher Hinweis.

Die zahlreichen Übungsaufgaben und ­programme sind für den Lernenden eine gute Hilfe. Und sollte sich auf Grund des unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades nicht immer ein Erfolgserlebnis einstel­len: im Anhang oder auf der beigefügten Diskette findet man eine Musterlösung oder zumindest Lösungshinweise. War­um eigentlich nicht auch für das LIVE­Spiel(Aufgabe 16)? Ein weiterer kleiner Mangel: Jedes Beispiel- bzw. Übungs­programm beginnt mit wenigstens einer Include-Anweisung, einen Hinweis auf deren Bedeutung erhält man jedoch erst auf Seite 72. Sicher wäre dies schon auf Seite 10 mit einem Satz möglich gewe­sen.

Jeder, der schon einmal über das Pointer­bzw. Zeigerkonzept einer Programmier­sprache gesprochen hat, weiß um die Ver­ständigungsschwierigkeiten, die beim Lernenden dabei auftreten. Im vorliegen­den Buch, im Kapitel 4, ist dieses Pro­blem nach meinem Verständnis didak­tisch sehr geschickt angegangen worden. Beim Leser, der diesen Abschnitt gründ­lich bearbeitet hat, dürften im Anschluß

jahr und unterrichtet in den meisten Fä­chern selbst. DerKlassenverband spielt in diesem Schulkonzept eine wesentliche Rolle. Die Konzeption der Waldorfschule hat sicherlich den Vorteil, daß die Kinder ohneLeistungsdruck in musischem Klima lernen können. Der Epochenunter­richt ermöglicht,Schubkastendenken weitgehend auszuschließen. In diesen Vor­teilen liegen(ganz natürlich) aber zu­gleich auch die möglichen Nachteile. Was beinhaltetAllgemeinbildung? Wie sind die Schüler ohne Zensurendruck moti­viert? Wie sind sie auf die Anforderungen derLeistungsgesellschaft vorbereitet? In vier Vorträgen zurEinführung in die Waldorfpädagogik erläuterte eine erfah­rene Waldorflehrerin, Frau Esther Schulz, aus Berlin Geschichte, Anliegen, Lehr­pläne u. a. In derFreien Waldorfschule Potsdam, Geschwister-Scholl-Straße 54, fanden diese Veranstaltungen statt. Auch Studenten un­serer Uni nutzten im Rahmen ihrer Aus­bildung Erziehungswissenschaften diese Möglichkeit, ihr Wissen zu erweitern. Dr. Barbara Eckardt

daran keine größeren Fragen offen geblie­ben sein. Etwas anders stellt sich die Situation nach dem Durcharbeiten des Kapitels 5 über objektorientierte Programmierung dar. Sicher sind die angeführten Beispiele nachvollziehbar und der Begriffsapparat gut erklärt, damit also die Basis für eine Weiterbeschäftigung mit dem Gegenstand gelegt. Um aber selbständig objektorien­tiert programmieren zu können, müßte man wohl doch über gewisse Fähigkeiten in der traditionellen Programmierung verfügen, was man bei einem Einsteiger aber nicht erwarten kann. Doch dies war vom Autor auch nicht vorgesehen. Vielleicht wird der eine oder andere Leser bemängeln, daß die Programmierumge­bung sehr kurz abgehandelt wird. Im Rah­men einer solchen Spracheinführung wäre eine ausführlichere Behandlung wohl ver­fehlt, zumal alle Borland-Produkte über eine ausgezeichnete Online-Hilfe verfü­gen. Über die Absicht des Verfassers hinaus­gehend, würde ich das vorliegende Buch auch Lesern empfehlen, die bereits über gewisse Programmierkenntnisse in ande­ren Sprachen verfügen.

Dr. Heinz Redlich, FB Informatik

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