Heft 
(1.1.2019) 05
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Nr. 5/92 Seite 10

SONNTAGSVORLESUNG

Mindestens dritter Weg ist nötig Frau Prof. Gensior sprach zu Frauenpolitik und Frauenbewegung

Die Gleichstellungsbeauftragte des Landes Brandenburg, Elfi Wiedemann, forderte am Inter­nationalen Frauentag auch Treffpunkt für die 5. SONN­TAGS-FRAUEN-VORLE­SUNG- die Frauen auf, die ih­nen zustehenden Rechte selbst einzuklagen und gegebenenfalls dafür auch auf die Straße zu gehen. Was hindert uns daran, fragte sie. Daß Gleichstellung

kein Geschenk ist, erläuterte Frau|

Wiedemann am Beispiel des jahrzehntelangen Kampfes um das Frauenwahlrecht.

Die Referentin der Sonntagsvor­

lesung, Frau Prof. Dr. habil. Sa-|

bine Gensior, beschäftigte sich mit der Thematik: Frauenpoli­tik und Frauenbewegung in Ost­und Westdeutschland. Heraus­forderung in der neuen Bundes­

Gegründet

Am 28. 02. 1992 hat sich auf seiner Gründungsveranstaltung der Q. D. Potsdam­Alternative(s) Freies Denken­QuerDenker Potsdam kon­stituiert. Der Verein ‚widmet sich kommunalpolitischen Aufgaben in der Stadt. Schwer­punkte stellen hier die politi­sche Bildungsarbeit, Fragen der städtischen Umwelt- und Verkehrspolitik sowie die

republik. Ihre Ausführungen waren anregend und wohltuend differenziert dargestellt.

Frauenpolitik, Frauenforschung und Frauenförderung befänden

Individualität und Flexibilität, also für die Pluralität der Lebens­entwürfe eintreten und zum anderen jene, die für die Gleich­stellung von Frau und Mann kämpfen.Es ist mindestens ein dritter Weg nötig. Die Frauen­forschung sieht die Soziologin derzeit in einer unübersichtli­chen Situation. In der alten Bundesrepublik laufe die Praxis der Frauenbeauftragten Gefahr, Verwaltungsmodell zu werden. Die Frauenforschung sei zu sehr

| mitsich selbst beschäftigt. Nach | ihrer Auffassung gab es in der

| DDR eine unterschiedlich be­

Frau Prof. Gensior Foto: Rüffert

sich am Scheideweg. Zum einen gebe es jene Frauen, die für mehr

wertete Gleichstellungspolitik. Die in vielen Bereichen hier neu geschaffenen Gleichstellungsbe­auftragten drückten auch Pro­gramm aus. Die Installierung einer Frauenforschungsprofessur,

so auch an unserer Universität angestrebt, könnte dazu führen, daß andere Frauen ausgegrenzt werden. Im Vergleich zu den alten Bundesländern sind die Frauen der ehemaligen DDR weitaus höher qualifiziert und ausgebildet. Mit diesen(nach­weisbaren) Pfunden ‚müsse gewuchert werden, um eine gesamtdeutsche Frauenbewe­gung aufzubauen. Man war sich in der an den Vortrag anschlie­ßenden regen Diskussion darin einig, daß Netzwerke geschaf­fen werden müssen, durch die Frauen in die Lage versetzt werden können, aktiv zu wer­den. Repräsentantinnen in Par­teien und Organisationen sind wichtig, aber entscheidender ist zu untersuchen, welche reale Stellung die Frauen im realen Leben einnehmen.

- Wenn Frauen die sozialrechtli­

che Unabhängigkeit verlieren, fallen sie in feudalrechtliche Abhängigkeiten zurück. Frauen­politisch gesehen sind wir im Vergleich zu Frankreich oder den USA ein Entwicklungsland, kon­statierte Frau Gensior. Westdeut­

ij sche Erfahrungen können nicht

einfach auf ostdeutsche Verhält­nisse übertragen werden.Das wäre Etikettenschwindel. Bis­herige Sichtweisen müßten, be­zogen auf die neue Situation,

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Am 5. März tagte in den Räumen der Universität der Hochschulaus­schuß der Kultusministerkonferenz. Die Leitung hatte Ministerialdiri­gent Bunge. Unter anderem wurden Fragen der europäischen Integra­tion im Hochschulbereich, der Koordinierung, des Aufbaus von Fach­hochschulen usw. erörtert. Foto: Rüffert

Wahrung der Rechte von Min­derheiten in Potsdam dar.

Infos über: M. Specht, Stormstr. 30, O-1570 Potsdam

nach ihrer Tauglichkeit befragt werden.

B. E.

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