Nr. 5/92— Seite 10
SONNTAGSVORLESUNG
Mindestens dritter Weg ist nötig Frau Prof. Gensior sprach zu Frauenpolitik und Frauenbewegung
Die Gleichstellungsbeauftragte des Landes Brandenburg, Elfi Wiedemann, forderte am Internationalen Frauentag— auch Treffpunkt für die 5. SONNTAGS-FRAUEN-VORLESUNG- die Frauen auf, die ihnen zustehenden Rechte selbst einzuklagen und gegebenenfalls dafür auch auf die Straße zu gehen. Was hindert uns daran, fragte sie. Daß Gleichstellung
kein Geschenk ist, erläuterte Frau|
Wiedemann am Beispiel des jahrzehntelangen Kampfes um das Frauenwahlrecht.
Die Referentin der Sonntagsvor
lesung, Frau Prof. Dr. habil. Sa-|
bine Gensior, beschäftigte sich mit der Thematik: Frauenpolitik und Frauenbewegung in Ostund Westdeutschland. Herausforderung in der neuen Bundes
Gegründet
Am 28. 02. 1992 hat sich auf seiner Gründungsveranstaltung der Q. D. PotsdamAlternative(s) Freies DenkenQuerDenker Potsdam konstituiert. Der Verein ‚widmet sich kommunalpolitischen Aufgaben in der Stadt. Schwerpunkte stellen hier die politische Bildungsarbeit, Fragen der städtischen Umwelt- und Verkehrspolitik sowie die
republik. Ihre Ausführungen waren anregend und wohltuend differenziert dargestellt.
Frauenpolitik, Frauenforschung und Frauenförderung befänden
Individualität und Flexibilität, also für die Pluralität der Lebensentwürfe eintreten und zum anderen jene, die für die Gleichstellung von Frau und Mann kämpfen.„Es ist mindestens ein dritter Weg nötig.‘‘ Die Frauenforschung sieht die Soziologin derzeit in einer unübersichtlichen Situation. In der alten Bundesrepublik laufe die Praxis der Frauenbeauftragten Gefahr, Verwaltungsmodell zu werden. Die Frauenforschung sei zu sehr
| mitsich selbst beschäftigt. Nach | ihrer Auffassung gab es in der
| DDR eine unterschiedlich be
Frau Prof. Gensior Foto: Rüffert
sich am Scheideweg. Zum einen gebe es jene Frauen, die für mehr
wertete Gleichstellungspolitik. Die in vielen Bereichen hier neu geschaffenen Gleichstellungsbeauftragten drückten auch Programm aus. Die Installierung einer Frauenforschungsprofessur,
so auch an unserer Universität angestrebt, könnte dazu führen, daß andere Frauen ausgegrenzt werden. Im Vergleich zu den alten Bundesländern sind die Frauen der ehemaligen DDR weitaus höher qualifiziert und ausgebildet. Mit diesen(nachweisbaren) Pfunden ‚müsse gewuchert werden, um eine gesamtdeutsche Frauenbewegung aufzubauen. Man war sich in der an den Vortrag anschließenden regen Diskussion darin einig, daß Netzwerke geschaffen werden müssen, durch die Frauen in die Lage versetzt werden können, aktiv zu werden. Repräsentantinnen in Parteien und Organisationen sind wichtig, aber entscheidender ist zu untersuchen, welche reale Stellung die Frauen im realen Leben einnehmen.
- Wenn Frauen die sozialrechtli
che Unabhängigkeit verlieren, fallen sie in feudalrechtliche Abhängigkeiten zurück. Frauenpolitisch gesehen sind wir im Vergleich zu Frankreich oder den USA ein Entwicklungsland, konstatierte Frau Gensior. Westdeut
ij sche Erfahrungen können nicht
einfach auf ostdeutsche Verhältnisse übertragen werden.„Das wäre Etikettenschwindel.‘‘ Bisherige Sichtweisen müßten, bezogen auf die neue Situation,
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Am 5. März tagte in den Räumen der Universität der Hochschulausschuß der Kultusministerkonferenz. Die Leitung hatte Ministerialdirigent Bunge. Unter anderem wurden Fragen der europäischen Integration im Hochschulbereich, der Koordinierung, des Aufbaus von Fachhochschulen usw. erörtert. Foto: Rüffert
Wahrung der Rechte von Minderheiten in Potsdam dar.
Infos über: M. Specht, Stormstr. 30, O-1570 Potsdam
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B. E.
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