Heft 
(1.1.2019) 06
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GRÜNDUNGSKONZEPT

Nr. 6/92 Seite 3

Denkschrift der Öffentlichkeit vorgestellt

Der Gründungssenat hat seine Denkschrift zur Gründung der Uni­versität Potsdam fertiggestellt. Das ist der erste Entwurf über Profil, Ausmaß und materielle Bedingun­gen zur Ausführung des Vorha­bens. Mit diesen Worten eröff­nete Magnifizenz, Prof. Mitzner, am 17. März 1992 die Pressekon­ferenz, in der die Denkschrift erst­mals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Mit diesen Empfehlungen hat der Gründungssenat eine wei­tere Diskussionsphase, auch für die zuständigen Ministerien eröff­net. Als größte Hochschule des Landes und wegen der Ausbil­dung aller Lehramtsstudenten ist die Universität einer der Eckpfei­ler im brandenburgischen Hoch­schulsystem und hat somit eine

Reihe von Landesaufgaben zu erfüllen. Daneben ergeben sich je­doch für die als klassische Univer­sität konzipierte Bildungseinrich­tung einige innovative Besonder­heiten, die sowohl Minister En­derlein als auch der Gründungs­rektor hervorheben. Da ist zunächst eine enge Verbindung zwischen neu etablierten außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Max­Planck-Arbeitsgruppen im Pots­damer Raum und den Universi­tätsinstituten, besonders im Be­reich der Mathematisch-Naturwis­senschaftlichen Fakultät, zu nen­nen. Unterstützt wird die Koope­ration noch dadurch, daß eine größere Anzahl von Wissenschaft­lern der ehemaligen ADW über das Wissenschaftlerintegrations­programm zu uns gekommen ist. Das wird als Hilfe empfunden, denn es ermöglicht uns das Be­

schreiten neuer Wege. Ein ande­rer Aspekt ergibt sich aus der star­ken Stellung der Geschichte, die als Kristallisationspunkt für die geisteswissenschaftlichen Fächer dienen wird. Das ist u. a. dadurch bedingt, daß es ein An-Institut gibt, das Moses Mendelssohn Zentrum für deutsch-jüdische Geschichte, und die Max-Planck-Gesellschaft ein Zentrum für Zeitgeschichte in Potsdam aufbauen wird, das eben­falls an die Universität kommen wird. Die reichhaltige Archivland­schaft in und um Potsdam tut ein übriges dazu. Drittens spielt die Lehrerbildung eine erhebliche Rolle. Dafür wurde konzeptionell ein neues, das sogenannte Potsda­mer Modell, konzipiert, das die

Erziehungswissenschaften zwar auf

Foto: Rüffert

die Lehrerbildung hin abstellt, aber auf einer professionellen Grund­lage Fachleute zur Vermittlung von Kenntnissen ausbilden möchte; man strebt eine bessere psycholo­gische und soziologische Grund­lage für den Lehrerberuf an, so daß die Absolventen vielseitig verwendbar sein werden, nicht nur in der Schule allein. Eine vierte Spezialität wird darin gesehen, daß es in der Konzeption, aber auch in der Realität gelungen ist, in Ba­belsberg die Rechtswissenschaft, die Sozialwissenschaften und die Wirtschaftswissenschaften perso­nell in einen Verbund zu bekom­men, der relativ einmalig ist. Die­ser angestrebte interdisziplinäre Charakter wird durch fachüber­greifende Fakultäten gefördert. Dabei geht es darum, die Soziolo­gie, die Verwaltungswissenschaf­ten und die Politikwissenschaften

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mit volkswirtschaftlichen und sprachlichen Elementen anzurei­chern. Das gilt auch für die Rechts­wissenschaft, so daß diese nicht nur dem Deutschen Richtergesetz entspricht.

Mit dem geplanten Aufbau eines Sprachenzentrums steht auch eine starke Sprachbetonung im Vor­dergrund. Eine solche empfiehlt der Minister auch allen anderen Universitäten und Fachhochschu­len des Landes, denn der interna­tionale Austausch müsse im Vor­dergrund stehen. Sein Ministerium werde hier einen finanziellen Schwerpunkt setzen.Es wird wichtig sein, daß die Universität Potsdam möglichst viele Partner­hochschulen im Ausland hat, resümmierte er.

Die Diskussionen um die Reali­

3! sierung des Gründungskonzeptes

werden auch mit den landeswei­ten Hochschulstrukturkommissio­

| nen geführt, damit eine Abstim­

mung bezüglich ähnlicher Vorha­ben in manchen Fächern mit den anderen Universitäten des Landes und Berlin stattfinden und gleiche Studiengänge an verschiedenen Standorten unterschiedlich profi­liert werden können. Minister Enderlein betonte, daß jedoch die Zusammenarbeit mit Berlinkei­ne Einbahnstraße sein dürfe. Es gehe nicht an, daß Berlin den Sta­tus quo erhalte und Brandenburg die Nischen ausfüllt. Vielmehr wer­den in Brandenburg Universitäten und Fachhochschulen gegründet,

PO SAN

MPAREN.

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die in Lehre und Forschung ein umfassendes Angebot aufweisen werden.Wir werden sehr selbst­bewußt eine komplette Planung für eine Universität vornehmen und auf diesem Hintergrund bereit sein, uns mit den Berlinern abzustim­men, erklärte er dazu. In Potsdam habe man deutlich gemacht, die Universität an einem wirklich historischen Ort zu be­treiben. Daher werde auch nach wie vor an dem Standort in der Nähe des Neuen Palais festgehal­ten.Ich denke, die Stiftung Schlös­ser und Gärten wird sich damit nicht nur abfinden, sondern auch anfreunden, zumal wenn sie sieht, wie die Studenten in den Com­muns für ein erfrischendes Leben sorgen, sagte der Minister. Die Konzeption soll nach breiter Diskussion im Verlaufe des Som­mersemesters in überarbeiteter Form vorliegen; ab Herbst dieses Jahres soll ihre Realisierung ver­stärkt fortgeführt werden. Die personelle Besetzung hofft man, bis 1995 abgeschlossen zu haben. Dann werden sich in Golm auch drei wichtige Bauvorhaben in der Endphase befinden. Als nächste Aufgabe steht vor dem Gründungssenat die Erarbeitung einer Grundordnung für die Uni­versität Potsdam. Dabei ist dieÖöf­fentliche Beteiligung der Studen­ten und Hochschulangehörigen si­cher zu stellen, forderte Minister Enderlein.

Dr. Rolf Rammelt

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