Heft 
(1.1.2019) 06
Einzelbild herunterladen

GÄSTE

Nr. 6/92 Seite 7

Potsdam, ein gefragter Hochschulstandort

Die Universität Potsdam hatte im Januar/Februar in drei Zeitungen (Der. Tagesspiegel,. Die. Zeit, Deutsche Universitäts-Zeitung) 48 C4 Professuren ausgeschrieben. An manchen Tagen reichte ein großer Wäschekorb nicht aus, um die eingetragenen Bewerbungsun­terlagen von der Poststelle zu transportieren; da mußte schon ein Pkw benutzt werden.

Bis zum Ablauf der Bewerbungs­frist am 7. März 1992 sind insge­samt 2106 Bewerbungsschreiben eingegangen. Der Gründungsrek­tor der Universität Potsdam, Prof. Mitzner, hat es sich nicht nehmen lassen, jede Bewerbung persön­lich anzusehen, bevor sie zur Registrierung ins Personaldezer­nat weiter geleitet wurde.

Aus den alten Bundesländern ist die Nachfrage mit 1615 Bewer­bungen(entspricht 77%) erwar­tungsgemäß am größten.

292 der Bewerber(14%) wohnen in den neuen Bundesländern und 199 Bewerber(9%) erreichten uns aus dem Ausland. Letztere kamen aus fast allen Staaten Euro­pas, gehäuft aber aus Österreich, der Schweiz, England und Osteu­ropa, einzelne aber auch aus Über­see, aus den USA, aus Japan und sogar aus Südafrika.

Am gefragtesten sind die 14 aus­geschriebenen Lehrstühle in der Mathematisch-Naturwissenschaft­lichen Fakultät(673 Zuschriften); hier bewerben sich im Durchschnitt 48 Kanditaten um einen Lehrstuhl. Für die 13 Lehrstühle der Wirt­schafts- und Sozialwissenschaft­lichen Fakultät liegen 612 Bewer­bungen vor(im Durchschnitt 47 pro Lehrstuhl), und immerhin 39 Bewerber weist die Statistik für jeden der 21 C4-Professuren in den Philosophischen Fakultäten aus (insgesamt 821).

Vorsichtig war unsere Erwartungs­haltung bei den Wirtschaftswis­senschaften und für die Informa­tik, weiß man doch um Engpässe auf dem Markt und von unbesetz­ten Stellen in einigen Universitä­ten in den alten Bundesländern. Doch das wird hierzulande kein Problem. Erfreulich ist es für die Universität Potsdam, daß sich um die drei ausgeschriebenen Profes­

suren in der Betriebswirtschafts­lehre nicht weniger als zwischen 28 und 38 Interessenten beworben haben, für die beiden vakanten Lehrstühle in der Volkswirtschafts­lehre sogar 60 bzw. 71. Auch für den Lehrstuhl für Informatik ste­hen 53 Bewerber an. Prof. Mitz­ner führt diesen Ansturm u. a. auf die geographische Lage und die Schönheit der Stadt Potsdam zu­rück und natürlich auf die reizvol­le Aufgabe, einen Fachbereich in Lehre und Forschung zu stärken oder gar neu aufzubauen.

Am begehrtesten ist der ausge­schriebene Lehrstuhl für Festkör­perphysik(102 Bewerber, davon eine Frau), aber auch Allgemeine Soziologie(91, 8 Frauen), Ge­schichte der Philosophie(84, 4 Frauen) und Neuere Geschichte (80, 4 Frauen) erfreuen sich sehr starkem Interesse. Die geringste Nachfrage besteht für Westslawi­sche Sprachwissenschaft(nur 6 Bewerber) und für Landesplanung und Landeskunde in Brandenburg (9).

Für alle Lehrstühle haben sich bis auf drei(Analytische Chemie, Numerische Mathematik, Betriebs­wirtschaftslehre mit Schwerpunkt Rechnungswesen) auch 197 Frau­en beworben, wobei allerdings der Frauenanteil mit insgesamt 9% weit hinter dem ihrer Kollegen zurück bleibt. Der Anteil der weib­

lichen Kandidaten aus den neuen Bundesländern beträgt sogar nur 44(2%); von ihnen waren 20 Lehrstühle nicht gefragt. Die Bewerbungen der Frauen richten sich auf die beiden Lehrstühle in Historischer Pädagogik(10 bzw. 11), auf zwei Lehrstühle in der Schulpädagogik(je 11) und auf eine Professur für Englische Lite­ratur(12). Für die Ausschreibun­gen in der Mathematisch-Natur­wissenschaftlichen Fakultät haben sich immerhin 24 Wissenschaftle­rinnen beworben.

Nahezu alle auswärtigen Mitglie­der einiger bereits bestätigten und tätigen Berufskommissionen äu­ßerten ihr Erstaunen über die gro­ße Anzahl und vor allem über die hohe fachliche Qualität der Be­werber. Unter ihnen befinden sich nicht nur Privatdozenten, sondern auch sehr viele bereits an anderen Orten und renommierten Hochschu­len tätige C3- und C4-Professoren.

Allerdings waren auch einige Kandidaten so selbstbewußt, sich ohne Habilitation oder gar Pro­motion zu bewerben.

Die fachkompetenten Berufungs­kommissionen werden die Bewer­bungsunterlagen gewissenhaft prüfen und dem Minister für Wis­senschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg für jede Stelle eine Dreiervorschlagsliste vorlegen. Die Universität Pots­dam hofft, bis zum Winterseme­ster 1992/93 die Mehrzahl der aus­geschriebenen Professuren perso­nell besetzen zu können. Zur Rea­lisierung der vom Gründungsse­nat vorgesehenen Struktur sind im Verlaufe des Jahres 1992 wei­tere Ausschreibungen vorgesehen. Eine Kuriosität am Rande: Ein Kandidat, offenbar ein Genie, hat sich für 11 verschiedene Lehrge­biete beworben.

Dr. Rolf Rammelt

Wir haben nicht nur den neuesten Braun, sondern auch alle Ersatzteile für Ihren alten Braun;

Service in Minuten­schnelle

Ihr Fachgeschäft für Braun Rasierer:

Günter Scheele

Elektromeister

Charlottenstraße 29

O0-1560 Potsdam Telefon 2 37 34

HiFi, TV, VIDEO, FUNK, ZUBEHÖR

Jägerstraße 19+21 O-1560 Potsdam

GÜNTHER

9-18® Do. bis. 19% Sa. bis 13%

SONY+ IVC+ TECHNICS+ AIWA+ BOSE NOKIA* NORDMENDE+ TELEFUNKEN GRUNDIG+ PHILIPS+ GOLDSTAR*- SAMSUNG ORION* GAME-BOY+ NES von NINTENDO

10% Preisnachlaß für BSW-Kunden (Verbraucher Organisation für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst)