Heft 
(1.1.2019) 06
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Nr. 6/92 Seite 8

TAGUNG

Alte Windmühle im neuen Kleide|FachtagungSozial-emotionales Lernen, 1992

Wer weiß schon, daß zur Uni­versität Potsdam auch eine alte Windmühle gehört. Mit der Bock­windmühle am Naturschutzge­biet Gülper See besitzt die Uni­versität ein Feldlabor von ein­zigartigem Reiz. Die Kombina­tion eines Kulturdenkmals aus der friderizianischen Zeit mit der aktuellen Nutzung als Beobach­tungsstation im NSG Gülper See macht die Aufgabe des Bewah­rens in doppelter Hinsicht deut­lich: einerseits durch den Schutz der natürlichen Lebensräume eine möglichst große Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren, wie ande­rerseits ein technisches Denk­mal zu erhalten.

che Bauwerk vor weiterem Verfall zu schützen. Über lange Zeit waren keine finanziellen Mittel für den Erhalt der Mühle verfügbar, also wurde improvi­siert. Nachdem die baulichen Mängel immer deutlicher wur­den und die Standfestigkeit des Bockes zunehmend gefährdet war, gelang nach aufwendigen Verhandlungen der Durchbruch, um mit der Instandsetzung zu beginnen.

Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg sowie das Kulturamt der Kreisverwal­tung Rathenow gewährten der Universität Potsdam finanzielle Unterstützung für die Restau­rierungsarbeiten. Diese Einrich­tungen fördern auch die weitere Nutzung der Windmühle als Be­obachtungsstation und für Aus­stellungen zum Feuchtgebiets­und Artenschutz. Die weitere Restauration unter denkmalpfle­gerischem Gesichtspunkt wird vom Mühlenverein Berlin-Bran­denburg fachlich betreut, und so bleibt zu hoffen, daß auch ein

7 Teil des 200 Jahre alten techni­

Die für die Gegend typische Bockwindmühle wurde im Jah­re 1773 vom Mühlenbaumeister ZEMMELIN aus Berlin erbaut und stand schon lange still, als sie Anfang der 60er Jahre auf Initiative von Prof. Rutschke vor

dem Abriß bewahrt wurde, um|

wenig später eine Beobachtungs­station daraus zu machen. In­zwischen haben viele Genera­tionen, besonders ornitholo­gisch interessierter Potsdamer Studenten die spartanischen Un­terbringungsbedingungen in der Mühlegenossen und von hier aus seltene Vogelarten beobach­tet.

Seinerzeit wurde die Windmüh­le mit Wellbitumenplatten ver­schalt, um die Naturfreunde vor der Zugluft und das altersschwa­

schenWunderwerks wieder­hergestellt werden kann.

Die Bauarbeiten haben am 25. November 1991 begonnen, und inzwischen ist schon ein gutes Stück alter Zimmermannskunst von den Fachleuten der Brücker Hoch- und Tiefbau GmbH ge­leistet worden.

Text und Fotos: Dr. R. Mühle, FB Biologie

Am 14. und 15. 3. 1992 fand in Nümbrecht-Bierenbachtal un­weit Kölns eine Fachtagung zum ThemaIst Geschlecht noch zeitgemäß? statt.

Diese Tagung wurde vomVer­ein zur Förderung sozialen und emotionalen. Lernens z..e., V. veranstaltet, zu der Mitarbeiter des Fachbereichs Psychologie der Uni eingeladen wurden.

Die Leitung lag in den Händen von Herrn Prof. G. Liebetrau, der schon bei Studenten und Mit­arbeitern durch Lehrveranstal­tungen an unserer Uni bekannt ist sowie durch den Fakt, einmal erster Student unserer alma mater gewesen zu sein. Impulsgebende Referate wurden von Frau Diplompsychologin E. Graff(Köln), Frau Prof. B. Kirsch (Potsdam) und Herrn Prof. M. Bellermann(Bochum) gehalten. In diesen Referaten wurden Leit­bilder, Rollen von Mann und Frau sowie Erwartungen an Mann und Frau verdeutlicht. Es wurde über Ursachen referiert, die hel­fen, das Verhältnis von Angebo­renem und Erworbenem im geschlechtstypischen Verhalten zu klären.

In Arbeitsgruppen wurde dann das Themagestaltet, um im Ergebnis bei den Akteuren so­zial-emotionale Lerneffekte zu erzeugen. Informativ und inter­essant waren für die Potsdamer Teilnehmer die erlebten vielfäl­tigen Möglichkeiten des Um­gangs mit diesem Thema in den Arbeitsgruppen. Agitationen, um Meinungen zu bilden, wurden als grundsätzlich falsch angese­hen. Richtig war, daß Wärme, Wertschätzung, Echtheit und Einfühlungsvermögen zu den wesentlichsten Voraussetzungen einerguten Gestaltung sozia­ler Kontakte gehören. Deshalb war nicht nur die private Posi­tion des Teilnehmers zu diesem auch provozierenden Thema bedeutend, sondern auch die Art und Weise des Umgangs mit­einander bei der Gestaltung des Themas. Die Annahme, daß

sozial-emotionales Lernen nur in konkreter Sozialhandlung mit Selbstreflexion in bezug auf andere Menschen möglich ist, ist allgemein bekannt. Doch die Art und Weise der Gestaltung von sozialen Kontakten zu die­sem Thema-es ist so alt wie die Menschen selbst brachte für uns Potsdamer viele neue beein­druckende Erkenntnisse und Er­fahrungen. Wir danken dafür dem Veran­stalter!

J. Herboth

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