Nr. 16/92— Seite 8
WISSENSCHAFT
Hilfe für Studenten und Wissenschaftler
Deutsches Forschungsnetz(DFN) wird immer stärker genutzt
Fortsetzung von PUZ 14/92, S. 10
Die Möglichkeiten der Datenkommunikation werden nicht nur von Wissenschaftszweigen genutzt, die eine besondere fachliche Nähe zum Werkzeug Computer haben. Die Kommunikationsdienste im Deutschen Forschungsnetz eröffnen ein breites Spektrum von Nutzungsmöglichkeiten für alle Wissenschaftsdisziplinen. Zwar sind einige dieser Dienste— zum Beispiel zur Vergabe von Rechenaufträgen an Großrechner— speziell für Wissenschaftszweige wichtig, die traditionell computergestützt arbeiten. Andere Dienste jedoch wie Dialog und Nachrichtenübermittlung sind für die Beschaffung und den Austausch von Informationen für alle Wissenschaftszweige sehr hilfreich.
Electronic Mail:
Nachrichtendienst übers Netz Ein Beispiel dafür ist der elektronische Nachrichtendienst (Electronic Mail), mit dem sich vom eigenen Rechnerarbeitsplatz aus unter Wissenschaftlern weltweit Nachrichten versenden und empfangen lassen. Daß der Empfänger beim Eintreffen der Nachricht nicht persönlich zugegen sein muß, ist aufgrund der Zeitverschiebung insbesondere für die Kommunikation im Rahmen internationaler Forschungskooperationen von Vorteil. Er kann die Nachricht abrufen, sobald er an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt. Per Electronic Mail verschickte Nachrichten können, Ohne neu erfaßt zu werden, am Computer weiterbearbeitet werden. Dies erleichtert die Kommunikation unter den Wissenschaftlern oder z. B. die Erstellung von Dokumentationen, woran oft viele Wissenschaftler aus unterschiedlichen Städten oder gar Ländern beteiligt sind.
Suche in Literatur- und Faktendatenbanken
Wer kennt das nicht: Die Suche nach relevanter Literatur und nach allen wichtigen Daten für ein wissenschaftliches Vorhaben ist aufwendig und kostet viel Zeit. Trotzdem kann nicht ausgeschlossen werden, daß wichtige Veröffentlichungen oder aktuelle Daten übersehen wurden. Durch Recherchen in Literaturund Faktendatenbanken können Veröffentlichungen oder wissenschaftliche Daten nicht nur umfassender, sondern auch mit nur einem Bruchteil des Zeit- und Arbeitsaufwandes gefunden werden. Beispielsweise erlauben viele Bibliotheken die OnlineBestellung. Datenbanken sind gegenüber gedruckter Literatur jedoch oft aktueller, und sie erlauben, gezielt Informationen und Dokumente abzurufen, die sich auf herkömmlichem Weg oft nur mühsam und mit langen Wartezeiten beschaffen lassen. Die wichtigsten Forschungsund Literaturdatenbanken in Deutschland(z. B. die Fachinformationszentren) können direkt über das Wissenschaftsnetz WIN erreicht werden. Diese Zugangsmöglichkeit erlaubt es dem einzelnen Wissenschaftler und Studenten, ohne zusätzliche Datenübertragungskosten die Fachinformationszentren zu nutzen.
Im Deutschen Forschungsnetz wird zur Zeit ein elektronischer Verzeichnisdienst(Directory) nach der internationalen Norm X.500 aufgebaut. Dabei handelt es sich um eine Art verteiltes, weltweites elektronisches Telefonbuch, in dem nach den Adressen von Kommunikationspartnern gesucht werden kann. Fortsetzung folgt.
Pressematerial
1. Preis ging an das HiF der Uni
Der Bericht über die 22. Jahrestagung des Fachverbandes„MEDIEN UND TECHNIK IM BILDUNGSBEREICH“‘(MTB) in der Potsdamer Universitätszeitung Nr. 15/91 ist noch nicht ganz ausgelesen, da ist ein Jahr vorbei und eine weitere Jahrestagung des MTB wurde durchgeführt. Sie fand diesmal in Braunschweig in der Hochschule für Bildende Kunst unter der Überschrift„Bild, Licht, Ton— multimediale Praxis‘ statt und stand ganz im Zeichen multimedialer Kommunikation. Wenn im
Foto: Tribukeit
vergangenen Jahr der Einsatz des Computers in der medialen Welt noch verstohlen aus dem ökonomisch-finanziellen Blickwinkel betrachtet wurde, so hat der Preisverfall auf dem Computersektor seinen Beitrag dazu geleistet, daß der PC bald ein selbstverständlicher Bestandteil medialer Einrichtungen sein wird. Auf dem Gebiet der Videoschnittechnik zum Beispiel ist es heute schon so, daß ein Computer mit der entsprechenden Software 2 Tische voller Technik(Bildmischer, Trickgerät, Titelgenerator, Tonmischpult, Vorschaumonitoren, Schnittsteuergerät) ersetzt und dabei in seiner Anschaffung billiger ist als die der angeführten Geräte. Der Wegfall der herkömmlichen Technik bedeutet eine große Platzersparnis und ein angenehmes Arbeiten, weil alle
Arbeitsgänge mit der Maus ausgelöst, also aus dem Ärmel geschüttelt werden.
Die moderne Medienlandschaft darf aber nicht davon ablenken, daß die grundlegende audiovisuelle Technik Diaprojektor, Overheadprojektor, Tonbandgerät, Videorecorder und Wandtafel sind, die zunächst beherrscht werden müssen, bevor sie mit komplizierteren Geräten gekoppelt oder durch sie ersetzt werden. Trotzdem muß der Trend der Medienentwicklung bekannt sein, denn niemand darf sich den neuen Medien gegenüber verschließen, er würde an dem Ast sägen, auf dem er gerade sitzt. Die Kopplung der jährlichen Tagung mit einer kleinen Hausmesse, die neben den neuesten Produkten die breite Palette der unterschiedlichsten Gerätschaften für die Aus- und Fortbildung vorführt, ist eine gute Tradition. Es zeigt sich immer wieder, daß das direkte Gespräch zwischen Produzenten und Anwendern fruchtbringend für beide Seiten ist.
Auch in diesem Jahr wurde anläßlich der Jahrestagung ein Videoproduktionswettbewerb durchgeführt, an dem sich 9 Institutionen beteiligten. Interessant und gut gemacht waren ein Beitrag der Hochschule für Bildende Kunst, Braunschweig, über Jean Cocteau und ein Video aus Bielefeld über den Besuch einer Schulklasse in einer Bäkkerei. Dennoch entschieden sich die Zuschauer dafür, den 1. Preis dem Beitrag„Biotope aus zweiter Hand— der Torfstich‘“ von Dr. Berndt und Dr. Parnow von der Universität Potsdam zuzuerkennen. Damit ist das HiF ein weiteres Mal unter den Preisträgern dieses jährlichen Wettbewerbes. Mit dem 1. Preis verbunden ist ein Wanderpokal, auf dem die Universität Potsdam nun als 8. Institution neben der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, der Universität der Bundeswehr München und anderen steht.
c.pi