Heft 
(1.1.2019) 16
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Nr. 16/92 Seite 8

WISSENSCHAFT

Hilfe für Studenten und Wissenschaftler

Deutsches Forschungsnetz(DFN) wird immer stärker genutzt

Fortsetzung von PUZ 14/92, S. 10

Die Möglichkeiten der Daten­kommunikation werden nicht nur von Wissenschaftszweigen ge­nutzt, die eine besondere fachli­che Nähe zum Werkzeug Com­puter haben. Die Kommunika­tionsdienste im Deutschen For­schungsnetz eröffnen ein breites Spektrum von Nutzungsmög­lichkeiten für alle Wissenschafts­disziplinen. Zwar sind einige dieser Dienste zum Beispiel zur Vergabe von Rechenaufträ­gen an Großrechner speziell für Wissenschaftszweige wich­tig, die traditionell computerge­stützt arbeiten. Andere Dienste jedoch wie Dialog und Nach­richtenübermittlung sind für die Beschaffung und den Austausch von Informationen für alle Wis­senschaftszweige sehr hilfreich.

Electronic Mail:

Nachrichtendienst übers Netz Ein Beispiel dafür ist der elek­tronische Nachrichtendienst (Electronic Mail), mit dem sich vom eigenen Rechnerarbeitsplatz aus unter Wissenschaftlern welt­weit Nachrichten versenden und empfangen lassen. Daß der Empfänger beim Eintreffen der Nachricht nicht persönlich zuge­gen sein muß, ist aufgrund der Zeitverschiebung insbesondere für die Kommunikation im Rah­men internationaler Forschungs­kooperationen von Vorteil. Er kann die Nachricht abrufen, sobald er an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt. Per Electronic Mail verschickte Nachrichten können, Ohne neu erfaßt zu werden, am Computer weiterbearbeitet wer­den. Dies erleichtert die Kom­munikation unter den Wissen­schaftlern oder z. B. die Erstel­lung von Dokumentationen, woran oft viele Wissenschaftler aus unterschiedlichen Städten oder gar Ländern beteiligt sind.

Suche in Literatur- und Faktendatenbanken

Wer kennt das nicht: Die Suche nach relevanter Literatur und nach allen wichtigen Daten für ein wissenschaftliches Vorhaben ist aufwendig und kostet viel Zeit. Trotzdem kann nicht ausge­schlossen werden, daß wichtige Veröffentlichungen oder aktuel­le Daten übersehen wurden. Durch Recherchen in Literatur­und Faktendatenbanken können Veröffentlichungen oder wissen­schaftliche Daten nicht nur um­fassender, sondern auch mit nur einem Bruchteil des Zeit- und Arbeitsaufwandes gefunden werden. Beispielsweise erlauben viele Bibliotheken die Online­Bestellung. Datenbanken sind gegenüber gedruckter Literatur jedoch oft aktueller, und sie er­lauben, gezielt Informationen und Dokumente abzurufen, die sich auf herkömmlichem Weg oft nur mühsam und mit langen Wartezeiten beschaffen lassen. Die wichtigsten Forschungs­und Literaturdatenbanken in Deutschland(z. B. die Fachin­formationszentren) können di­rekt über das Wissenschaftsnetz WIN erreicht werden. Diese Zugangsmöglichkeit erlaubt es dem einzelnen Wissenschaftler und Studenten, ohne zusätz­liche Datenübertragungskosten die Fachinformationszentren zu nutzen.

Im Deutschen Forschungsnetz wird zur Zeit ein elektronischer Verzeichnisdienst(Directory) nach der internationalen Norm X.500 aufgebaut. Dabei handelt es sich um eine Art verteiltes, weltweites elektronisches Tele­fonbuch, in dem nach den Adres­sen von Kommunikationspart­nern gesucht werden kann. Fortsetzung folgt.

Pressematerial

1. Preis ging an das HiF der Uni

Der Bericht über die 22. Jahres­tagung des FachverbandesME­DIEN UND TECHNIK IM BILDUNGSBEREICH(MTB) in der Potsdamer Universitäts­zeitung Nr. 15/91 ist noch nicht ganz ausgelesen, da ist ein Jahr vorbei und eine weitere Jahres­tagung des MTB wurde durch­geführt. Sie fand diesmal in Braunschweig in der Hochschu­le für Bildende Kunst unter der ÜberschriftBild, Licht, Ton multimediale Praxis statt und stand ganz im Zeichen multime­dialer Kommunikation. Wenn im

Foto: Tribukeit

vergangenen Jahr der Einsatz des Computers in der medialen Welt noch verstohlen aus dem ökono­misch-finanziellen Blickwinkel betrachtet wurde, so hat der Preis­verfall auf dem Computersektor seinen Beitrag dazu geleistet, daß der PC bald ein selbstverständli­cher Bestandteil medialer Ein­richtungen sein wird. Auf dem Gebiet der Videoschnittechnik zum Beispiel ist es heute schon so, daß ein Computer mit der entsprechenden Software 2 Ti­sche voller Technik(Bildmi­scher, Trickgerät, Titelgenerator, Tonmischpult, Vorschaumonito­ren, Schnittsteuergerät) ersetzt und dabei in seiner Anschaffung billiger ist als die der angeführ­ten Geräte. Der Wegfall der her­kömmlichen Technik bedeutet eine große Platzersparnis und ein angenehmes Arbeiten, weil alle

Arbeitsgänge mit der Maus aus­gelöst, also aus dem Ärmel ge­schüttelt werden.

Die moderne Medienlandschaft darf aber nicht davon ablenken, daß die grundlegende audiovi­suelle Technik Diaprojektor, Overheadprojektor, Tonbandge­rät, Videorecorder und Wandta­fel sind, die zunächst beherrscht werden müssen, bevor sie mit komplizierteren Geräten gekop­pelt oder durch sie ersetzt wer­den. Trotzdem muß der Trend der Medienentwicklung bekannt sein, denn niemand darf sich den neuen Medien gegenüber ver­schließen, er würde an dem Ast sägen, auf dem er gerade sitzt. Die Kopplung der jährlichen Tagung mit einer kleinen Haus­messe, die neben den neuesten Produkten die breite Palette der unterschiedlichsten Gerätschaf­ten für die Aus- und Fortbildung vorführt, ist eine gute Tradition. Es zeigt sich immer wieder, daß das direkte Gespräch zwischen Produzenten und Anwendern fruchtbringend für beide Seiten ist.

Auch in diesem Jahr wurde an­läßlich der Jahrestagung ein Videoproduktionswettbewerb durchgeführt, an dem sich 9 In­stitutionen beteiligten. Interes­sant und gut gemacht waren ein Beitrag der Hochschule für Bil­dende Kunst, Braunschweig, über Jean Cocteau und ein Video aus Bielefeld über den Besuch einer Schulklasse in einer Bäk­kerei. Dennoch entschieden sich die Zuschauer dafür, den 1. Preis dem BeitragBiotope aus zwei­ter Hand der Torfstich von Dr. Berndt und Dr. Parnow von der Universität Potsdam zuzuerken­nen. Damit ist das HiF ein wei­teres Mal unter den Preisträgern dieses jährlichen Wettbewerbes. Mit dem 1. Preis verbunden ist ein Wanderpokal, auf dem die Universität Potsdam nun als 8. Institution neben der Pädago­gischen Hochschule Heidelberg, der Universität der Bundeswehr München und anderen steht.

c.pi