REZENSION
Nr. 16/92— Seite 13
Amlung, Ullrich: Adolf Reichwein 1898-1944. Ein Lebensbild des politischen Pädagogen, Volkskundlers und Widerstandskämpfers.— Frankfurt am Main: dipa-Verlag 1991. Bd. 1 und 2. 696 Seiten
Die eindrucksvolle zweibändige Biographie von Ullrich Amlung, geboren 1955, Diplompädagoge, Studium der Volkskunde und Geschichte, Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung, über den Reformpädagogen, Volkskundler, Widerstandskämpfer und demokratischen Sozialisten /und Humanisten Prof. Dr. Adolf Reichwein(1898-1944) ist auf der Grundlage einer Doktorarbeit, verteidigt an der PhilippsUniversität Marburg, die mit dem Dissertationspreis des Marburger Universitätsbundes für hervorragende wissenschaftliche Leistungen 1990/91 ausgezeichnet wurde, entstanden. Seit 1989 ist Ullrich Amlung Leiter des Adolf-Reichwein-Archivs in der Universitätsbibliothek und Lehrbeauftragter für Pädagogik und Volkskunde an der Philipps-Universität in Marburg. In seiner umfassenden, faktenreichen, mit Sorgfalt und Akribie sowie Engagement verfaßten biographischen Arbeit ist es Ullrich
|Tagtäglich kommen zu uns ins _ Auslandsamt Studenten ver) schiedener Fachbereiche, die um Auskunft im Zusammenhang mit : einem Auslandsstudium bitten.
) Die meisten fragen nach Mög_ lichkeiten im englischsprachigen Raum, weniger nach dem romanischen Sprachgebiet. Das ist _ erklärlich, wenn man an bisherige Sprachausbildungsmodelle denkt. Erfreulicherweise gibt es nach wie vor auch Interesse an russischen Universitäten. Das 1 Spektrum der Fragen ist sehr ; breit, nicht alle können immer auf Anhieb beantwortet werden. _ Um einen möglichst großen Interessentenkreis für bestimmte
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Amlung nach entsprechenden Vorarbeiten seitens des englischen Wissenschaftlers Henderson in den fünfziger und des ostdeutschen Historikers Gentsch in den achtziger Jahren nunmehr gelungen, ein umfassenderes und detaillierteres Lebensbild dieses bedeutenden politischen Reformpädagogen unseres Jahrhunderts, Bildungspolitikers, Historikers, Soziologen, Volkswirtschaftlers, Ethnographen, Schriftstellers, Museologen und Widerstandskämpfers der Bewegung des 20. Juli gegen Hitler und den Nationalsozialismus, der als Märtyrer im Kampf gegen den menschenverachtenden Totalitarismus der Nazibarbarei für Frieden, Freiheit und Menschenwürde den Henkertod starb, ausgewogen und angemessen sowie in allen seinen Facetten darzustellen. Ullrich Amlung ist es nicht nur gelungen, in mühevoller Kleinarbeit das umfangreiche Forschungsmaterial zum Leben und Werk Reichweins, das sich auf die Gebiete der Geschichte, einschließlich Kunstund Literaturgeschichte, Pädagogik(Freizeit-, Volkshochschulpädagogik, Pädagogik der Lehrerbildung, Schul-, Medien-, Museumspädagogik u. a.), Volksbildung, Soziologie,
Länder, wie USA, Großbritannien, Frankreich, die häufig nachgefragt werden, zu erreichen, bieten wir wieder Info-Veranstaltungen an, zu denen Vertreter des Amerika Hauses, des British Council und des Institut Francais zu ganz spezifischen Fragen Auskunft geben werden. Außerdem haben wir für diese Info-Runde auch die Studenten aus Frankreich, Großbritannien und den USA gewinnen können, die an der UP derzeit studieren und die aus ihrer eigenen Erfahrung heraus auf Besonderheiten, Unterschiede oder Schwierigkeiten beim Studium in ihren Heimatländern eingehen können.
Volkswirtschaftslehre, Ethnographie usw. erstreckte, erschlossen, gesichtet und ausgewertet, sondern gleichsam auch bisher Unbekanntes zur Biographie von Adolf Reichwein dargestellt und im zeitgeschichtlichen Kontext außerordentlich spannend nachvollziehbar und dem Leser in epischer Breite verständlich gemacht zu haben. Der Autor hat sein Buch bei aller notwendigen wissenschaftlichen Distanz hinsichtlich der Bearbeitung des Forschungsgegenstandes mit einer tiefen Sympathie für den Sozialisten, Demokraten und Humanisten Adolf Reichwein geschrieben; wer es liest, der wird dies verstehen. Nicht nur dafür gebührt Ullrich Amlung eine hohe Anerkennung und Wertschätzung für seine herausragende wissenschaftliche Arbeit, die zweifellos eine Bereicherung in der historischen Literatur in Deutschland und im Ausland darstellt.
Die vom Autoren in seiner Einleitung exemplarisch vorangestellten Sätze mögen dabei für Adolf Reichweins Leben insgesamt stehen:„Unrecht weder dulden noch daran verzagen; nicht aufhören, für Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfen und sich dabei durch keinen Rück
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Studium in Frankreich:
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Antje Bürger AAA
schlag unterkriegen zu lassen— das nennt man... ‚aufrechten Gang‘.(S. 9)
Man ist als Leser betroffen von der persönlich-kausalen Folgerichtigkeit des Lebens Adolf Reichweins in seinem zeithistorischen Kontext sowie entsprechenden Konstellationen, die viele Deutsche nach 1933 ins Exil, in die„innere“ Emigration oder wie im Falle Reichweins nach 1939 in den aktiven Widerstand gegen Nationalsozialismus und Krieg förmlich gezwungen haben, wenn sie nicht ihre politischen Überzeugungen aufgeben wollten. Angesichts des Zusammenbruchs des stalinistischen Staatssozialismus in der ehemaligen DDR gewinnt diese Dimension in Reichweins Biographie— wenn natürlich auch unter einer modifizierten Blickrichtung— in ihrer Auslegung eine neue Nuance, und zwar kulminierend in der Frage nach dem Verhalten eines jeden unter den Bedingungen einer totalitären Diktatur überhaupt. Eine Frage, die sich jeder Leser dieser Biographie für sich selbst beantworten muß und sollte. Auch unter dieser Perspektive ist es ein sehr lesenswertes Buch.
Dr. Dirk Gentsch
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