Heft 
(1.1.2019) 17
Einzelbild herunterladen

Nr. 17/92 Seite 4

ZUSAMMENARBEIT

Zeichen lebendiger Partnerschaft

Zusammenarbeit zwischen NRW und der Universität Potsdam

Im Rahmen der Kooperation zwi­schen alten und neuen Bundeslän­dern engagiert sich das Bundes­land Nordrhein-Westfalen beson­ders für das Land Brandenburg, das als eines seiner vordringlichen Ziele den Hochschulausbau ins Auge gefaßt hat.

Im Mai 1991 haben die Wissen­schaftsminister beider Länder, Anke Brunn(SPD) und Hinrich Enderlein(FDP), in Potsdam eine Verwaltungsvereinbarung über die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung unterzeichnet. Bei dieser Gelegenheit stattete Frau Brunn der damaligen Brandenbur­gischen Landeshochschule einen Besuch ab und versicherte dieser ihre Unterstützung. Als Ergebnis dessen leisteten mehr als 100 Pro­fessoren und Beamte aus NRW an Brandenburgs in Gründung befind­lichen Hochschulen Amtshilfe bei der Bewältigung der Verwaltungs­arbeit und Durchführung der Leh­re, Die Gastdozenten halfen in der Übergangsphase von der Branden­burgischen Landeshochschule zur Universität Potsdam über die an­fänglichen Schwierigkeiten im Lehrbetrieb hinweg.

Die Universität Potsdam erhält seit ihrer Gründung weiterhin direkte Unterstützung aus NRW. Sechs Hochschullehrer bzw. Verwal­tungsexperten aus diesem Bundes­land wurden vom Wissenschafts­minister Brandenburgs als Mitglie­der in den Potsdamer Gründungs­senat berufen. Das ist nahezu die Hälfte dieses Gremiums. Seit Juli 1991 leisten Dr. Monika Kramme (Gruppenleiterin im MfWF des Landes NRW), Prof. Dr. Gisa Rauh _(Universität-GH Wuppertal und stellv. Gründungsrektorin in Pots­dam), Prof. Dr. Rolf Grawert (Ruhr-Universität Bochum und stellv. Gründungsrektor in Pots­dam), Prof. Dr. Gert Kaiser(Rek­tor der Universität Düsseldorf), Prof. Dr. Johannes Kunisch(Uni­versität zu Köln) und Prof. Dr. Julius H. Schoeps(Universität-GH Duisburg, inzwischen Universität Potsdam) neben den anderen Mit­gliedern des Potsdamer Grün­

dungssenats eine intensive und konstruktive Arbeit bei der Profil­bildung und beim strukturellen Aufbau der jungen Universität Potsdam. Sie tun das ehrenamt­lich, obwohl sie dafür einen be­trächtlichen Teil ihrer Freizeit opfern. Das verdient in hohem Maße Anerkennung. Prof. Grawert, Prorektor in Bochum, hat darüber hinaus als Gründungsdekan der hie­sigen Juristischen Fakultät, an der mittlerweile 950 Studierende ein­geschrieben sind, den Aufbau die­ser Fakultät zielstrebig und erfolg­reich vorangetrieben, insbesonde­re bei der Berufung von 15 Profes­soren. Gleiches gilt für Prof. Dr. Karl Rohe(Universität Essen), der als Gründungsbeauftragter den Fachbereich Sozialwissenschaften aufbaut.

Enge Kontakte bestehen zur Ruhr­Universität Bochum, die unsere Aufnahme in die Hochschulrekto­renkonferenz entscheidend geför­dert hat. Intensiver Informations­austausch und gegenseitige Besu­che der Rektoren und Rektorats­mitglieder haben stattgefunden; Weiterbildungs- und Hospitations­angebote aus Bochum wurden dankbar angenommen.; Auch der Kanzler der Universität Potsdam, Ministerialrat Jens Prüß, war bis April 1991 im MfWF in Düsseldorf langjährig in verant­wortlicher Position tätig. Zur Ent­wicklung der Universitätsverwal­tung folgten ihm weitere Beamte zeitweilig oder für länger von Rhein und Ruhr an die Havel.

Weiterhin haben zahlreiche renom­mierte Hochschullehrer aus NRW als Mitglieder von Strukturkom­missionen für die Potsdamer Fach­bereiche bzw. als Mitglieder von Berufungskommissionen zur Be­setzung von Lehrstühlen eine dan­kenswerte Arbeit beim Aufbau der hiesigen Hochschule geleistet oder sie tun es noch.

Zwei andere Düsseldorfer, Prof. Dr. Gattermann(Direktor der Universitätsbibliothek in Düssel­dorf) und Dr. Jammers(Referent für Bibliothekswesen im MfWF), haben im Auftrag des hiesigen

Wissenschaftsministers eine Struk­tur für das Bibliothekswesen an den Brandenburger Hochschulen erarbeitet, einschließlich der Pla­nung für die erforderlichen Bau­ten, der Personal- und Sachmittel­ausstattung und insbesondere der Bedarfsermittlung des Bücher­grundbestandes für die Universität Potsdam. Zudem wurde ihr Rat bei der Besetzung der leitenden Stel­len in diesem Bereich eingeholt. So verlegte Sigurd Praetorius, stell­vertretender Bibliotheksdirektor an der Universität-GH Duisburg, sein Tätigkeitsfeld vorübergehend nach Potsdam. Als er Ende September 1992 wieder verabschiedet wurde, konnte er auf eine erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken. Im Rah­men seiner Abordnung nach Bran­denburg war Praetorius 15 Monate lang als Bibliotheksdirektor in der Gründungsphase der Universität Potsdam mit der Umsetzung eines Strukturplanes betraut. Seine Amtsnachfolgerin in Potsdam, Frau Barbara Schneider-Eßlinger, kommt von der gleichen Duisbur­ger Hochschule.

Der Initiator der neuesten Initiati­ve bei der Partnerschaft ist der Rektor der Heinrich-Heine-Uni­versität Düsseldorf und Grün­dungssenator in Potsdam, Prof. Dr.

ANA

Die Fachbuchhandlung im Zentrum der Stadt:

Bauwesen Pädagogik Belletristik

x>>>>>

Am Kanal 47, 1560 Potsdam Telefon 2 25 39 oder 2 35 74

Naturwissenschaften und Medizin Recht und Wirtschaft Datenverarbeitung(EDV)

Gert Kaiser. Nach seinen guten Erfahrungen mit dem Forschungs­und Technologietransfer an seiner Universität regte er eine Koopera­tionsvereinbarung zum Aufbau einer Technologietransferstelle zwischen Düsseldorf und Potsdam an. Andreas Bohlen vom Fachbe­reich Anglistik und Amerikanistik, dessen Promotion bevorsteht, ar­beitet seit dem 8. September dieses Jahres als Post-Doktorand im Rahmen des Hochschulerneue­rungsprogramms für knapp zwei Jahre an der Düsseldorfer Alma mater und wird dabei unter der Leitung von Dr. Volker Hempel, Chef des dortigen Technologie­transfers, wertvolle Erfahrungen sammeln. Beide Universitäten tra­ten auch gemeinsam vom 18. bis 21. November dieses Jahres in Düs­seldorf auf der BIOTEC92 auf, eines unter der Schirmherrschaft der Heinrich-Heine-Universität stehenden Fachkongresses zu Fra­gen der Biotechnologie und Bio­medizin.

Weitere Kooperationen im Bereich der Forschung und Verwaltung zwischen den Partnerländern wer­den angestrebt.

Dr. Rolf Rammelt

Alexander von Humboldt Buchhandlung GmbH

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9-18 Uhr Samstag 9-13 Uhr