Nr. 17/92— Seite 4
ZUSAMMENARBEIT
Zeichen lebendiger Partnerschaft
Zusammenarbeit zwischen NRW und der Universität Potsdam
Im Rahmen der Kooperation zwischen alten und neuen Bundesländern engagiert sich das Bundesland Nordrhein-Westfalen besonders für das Land Brandenburg, das als eines seiner vordringlichen Ziele den Hochschulausbau ins Auge gefaßt hat.
Im Mai 1991 haben die Wissenschaftsminister beider Länder, Anke Brunn(SPD) und Hinrich Enderlein(FDP), in Potsdam eine Verwaltungsvereinbarung über die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung unterzeichnet. Bei dieser Gelegenheit stattete Frau Brunn der damaligen Brandenburgischen Landeshochschule einen Besuch ab und versicherte dieser ihre Unterstützung. Als Ergebnis dessen leisteten mehr als 100 Professoren und Beamte aus NRW an Brandenburgs in Gründung befindlichen Hochschulen Amtshilfe bei der Bewältigung der Verwaltungsarbeit und Durchführung der Lehre, Die Gastdozenten halfen in der Übergangsphase von der Brandenburgischen Landeshochschule zur Universität Potsdam über die anfänglichen Schwierigkeiten im Lehrbetrieb hinweg.
Die Universität Potsdam erhält seit ihrer Gründung weiterhin direkte Unterstützung aus NRW. Sechs Hochschullehrer bzw. Verwaltungsexperten aus diesem Bundesland wurden vom Wissenschaftsminister Brandenburgs als Mitglieder in den Potsdamer Gründungssenat berufen. Das ist nahezu die Hälfte dieses Gremiums. Seit Juli 1991 leisten Dr. Monika Kramme (Gruppenleiterin im MfWF des Landes NRW), Prof. Dr. Gisa Rauh _(Universität-GH Wuppertal und stellv. Gründungsrektorin in Potsdam), Prof. Dr. Rolf Grawert (Ruhr-Universität Bochum und stellv. Gründungsrektor in Potsdam), Prof. Dr. Gert Kaiser(Rektor der Universität Düsseldorf), Prof. Dr. Johannes Kunisch(Universität zu Köln) und Prof. Dr. Julius H. Schoeps(Universität-GH Duisburg, inzwischen Universität Potsdam) neben den anderen Mitgliedern des Potsdamer Grün
dungssenats eine intensive und konstruktive Arbeit bei der Profilbildung und beim strukturellen Aufbau der jungen Universität Potsdam. Sie tun das ehrenamtlich, obwohl sie dafür einen beträchtlichen Teil ihrer Freizeit opfern. Das verdient in hohem Maße Anerkennung. Prof. Grawert, Prorektor in Bochum, hat darüber hinaus als Gründungsdekan der hiesigen Juristischen Fakultät, an der mittlerweile 950 Studierende eingeschrieben sind, den Aufbau dieser Fakultät zielstrebig und erfolgreich vorangetrieben, insbesondere bei der Berufung von 15 Professoren. Gleiches gilt für Prof. Dr. Karl Rohe(Universität Essen), der als Gründungsbeauftragter den Fachbereich Sozialwissenschaften aufbaut.
Enge Kontakte bestehen zur RuhrUniversität Bochum, die unsere Aufnahme in die Hochschulrektorenkonferenz entscheidend gefördert hat. Intensiver Informationsaustausch und gegenseitige Besuche der Rektoren und Rektoratsmitglieder haben stattgefunden; Weiterbildungs- und Hospitationsangebote aus Bochum wurden dankbar angenommen.; Auch der Kanzler der Universität Potsdam, Ministerialrat Jens Prüß, war bis April 1991 im MfWF in Düsseldorf langjährig in verantwortlicher Position tätig. Zur Entwicklung der Universitätsverwaltung folgten ihm weitere Beamte zeitweilig oder für länger von Rhein und Ruhr an die Havel.
Weiterhin haben zahlreiche renommierte Hochschullehrer aus NRW als Mitglieder von Strukturkommissionen für die Potsdamer Fachbereiche bzw. als Mitglieder von Berufungskommissionen zur Besetzung von Lehrstühlen eine dankenswerte Arbeit beim Aufbau der hiesigen Hochschule geleistet oder sie tun es noch.
Zwei andere Düsseldorfer, Prof. Dr. Gattermann(Direktor der Universitätsbibliothek in Düsseldorf) und Dr. Jammers(Referent für Bibliothekswesen im MfWF), haben im Auftrag des hiesigen
Wissenschaftsministers eine Struktur für das Bibliothekswesen an den Brandenburger Hochschulen erarbeitet, einschließlich der Planung für die erforderlichen Bauten, der Personal- und Sachmittelausstattung und insbesondere der Bedarfsermittlung des Büchergrundbestandes für die Universität Potsdam. Zudem wurde ihr Rat bei der Besetzung der leitenden Stellen in diesem Bereich eingeholt. So verlegte Sigurd Praetorius, stellvertretender Bibliotheksdirektor an der Universität-GH Duisburg, sein Tätigkeitsfeld vorübergehend nach Potsdam. Als er Ende September 1992 wieder verabschiedet wurde, konnte er auf eine erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken. Im Rahmen seiner Abordnung nach Brandenburg war Praetorius 15 Monate lang als Bibliotheksdirektor in der Gründungsphase der Universität Potsdam mit der Umsetzung eines Strukturplanes betraut. Seine Amtsnachfolgerin in Potsdam, Frau Barbara Schneider-Eßlinger, kommt von der gleichen Duisburger Hochschule.
Der Initiator der neuesten Initiative bei der Partnerschaft ist der Rektor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Gründungssenator in Potsdam, Prof. Dr.
ANA
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Gert Kaiser. Nach seinen guten Erfahrungen mit dem Forschungsund Technologietransfer an seiner Universität regte er eine Kooperationsvereinbarung zum Aufbau einer Technologietransferstelle zwischen Düsseldorf und Potsdam an. Andreas Bohlen vom Fachbereich Anglistik und Amerikanistik, dessen Promotion bevorsteht, arbeitet seit dem 8. September dieses Jahres als Post-Doktorand im Rahmen des Hochschulerneuerungsprogramms für knapp zwei Jahre an der Düsseldorfer Alma mater und wird dabei unter der Leitung von Dr. Volker Hempel, Chef des dortigen Technologietransfers, wertvolle Erfahrungen sammeln. Beide Universitäten traten auch gemeinsam vom 18. bis 21. November dieses Jahres in Düsseldorf auf der BIOTEC‘92 auf, eines unter der Schirmherrschaft der Heinrich-Heine-Universität stehenden Fachkongresses zu Fragen der Biotechnologie und Biomedizin.
Weitere Kooperationen im Bereich der Forschung und Verwaltung zwischen den Partnerländern werden angestrebt.
Dr. Rolf Rammelt
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